26.06.2020 - 15:51 Uhr
FlossOberpfalz

Kleine Genossenschaft, große Pläne

Sie gehört zu den ältesten Genossenschaften in der Region, ruht sich aber nicht auf dem in hundert Jahren geschaffenen Status Quo aus. Die Baugenossenschaft „Eigenheim“ gibt am Gründungstag den Startschuss für ihr jüngstes Projekt.

Marika Mauerer und Fred Lehner, nicht verwandt, nicht verschwägert, aber wie Tochter und Vater der Baugenossenschaft „Eigenheim“; der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen steuert zum Hundertjährigen ein Schild für das Bürogebäude bei.
von Gabi EichlProfil

Für zehn barrierefreie Wohnungen im Ortsteil Plankenhammer legt der mit dem heutigen Tag hundertjährige Bauverein, wie die Flosser die Genossenschaft nennen, symbolisch den Grundstein und macht damit deutlich, dass die Zukunft nicht nur im Verwalten des Bestandes besteht. „Wir sind immer auf der Suche nach Grundstücken“, sagt die Vorstandsvorsitzende Marika Mauerer. Sie hat vor acht Jahren als erste Frau in diesem Amt die Geschäfte von Fred Lehner übernommen.

Vorstand und Aufsichtsrat im Jubiläumsjahr: sitzend von links Siegfried Schell, Vorstandsvorsitzende Marika Mauerer, Bernd Meier; stehend von links: der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Hans Lindner, Peter Girke, Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Stetter und Berater Fred Lehner.

"Überwältigend gute Tochter"

Der Flosser Altbürgermeister stand über 50 Jahre, also mehr als die Hälfte der bisherigen Lebenszeit des Bauvereins, an der Spitze der Genossenschaft. Wenig verwunderlich, dass Mauerer ein Gespräch über die Zukunft des Vereins mit den Worten beginnt: „Die Baugenossenschaft ohne den Namen Lehner, das geht nicht, unmöglich.“ Wobei Lehner den Ball sofort zurückspielt; er habe als Vater des Vereins in Mauerer „eine überwältigend gute Tochter“ für die Nachfolge gefunden.

Es ist eine kleine Genossenschaft, aber in ihrer überschaubaren Größe von 120 Wohnungen scheint auch ihre Stärke zu liegen. „Jeder kennt jeden“, sagt Lehner. Und Mauerer fügt hinzu, der Umstand, dass man jeden einzelnen Mieter persönlich kenne, führe zu einem ganz anderen Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter. Einem Verhältnis, von dem beide Seiten profitierten: Die Mieter, weil sie einen Ansprechpartner vor Ort hätten, der sich bemühe, für jeden Notfall eine menschliche Lösung zu finden. Die Genossenschaft als Vermieter, weil die fehlende Anonymität und die Langfristigkeit der Mietverhältnisse zur Folge hätten, dass die Wohnungen weitgehend tadellos in Schuss gehalten würden. Mauerer spricht von einem „familiären Vertrauensverhältnis“, in dem beide Seiten einander entgegenkämen.

Baugenossenschaft "Eigenheim" mit Vielzahl an Projekten

Viele Schubladenprojekte

Die Modernisierung der Wohnungen ist laut Mauerer zu einem Großteil abgeschlossen. Nach und nach sollen die Wohnungen, soweit möglich, auch barrierefrei werden. Die entsprechenden Weichen seien gestellt. Aber nicht nur in den Wohnungsbestand wird investiert, auch die Infrastruktur rundum wird den modernen Verhältnissen angepasst. Ein Beispiel: Aktuell werden die alten Blechgaragen der Eigenheim-Siedlung in der Schönbrunner Straße durch Fertiggaragen und Stellplätze ersetzt. Schubladenprojekte gebe es mehr als genug.

Nachfrage anhaltend groß

Die Nachfrage ist groß, aktuell sind alle Wohnungen belegt, Interessenten stehen auf einer Warteliste. Da die Fluktuation sehr gering ist, die Mietverhältnisse auf Dauer angelegt sind, sei man selbstverständlich immer aufgeschlossen, wenn Grundstückseigentümer auf die Genossenschaft zukämen, sagt Mauerer. Es habe in den vergangenen Jahren nur ganz selten einmal Leerstände gegeben, grundsätzlich sei die Nachfrage nach dem bezahlbaren Wohnraum, den die Genossenschaft biete, stabil. Daher habe man auch nicht die geringste Sorge, die zehn neuen Wohnungen in Plankenhammer schnell vermieten zu können. Es lägen bereits jetzt Bewerbungen dafür vor.

„Unser Optimismus ist ungebrochen stark“, sagen Lehner und Mauerer wie aus einem Mund. Den Erfolg ihres Bauvereins führen beide auch auf das seit Jahrzehnten gute Zusammenwirken zwischen Vorstand und Aufsichtsrat zurück. Das sei einer der Grundpfeiler der Genossenschaft, ein weiterer die Zuneigung der Mieter zu ihrem Bauverein.

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