Jetzt feiert die Auswanderin bei erstaunlich guter geistiger Frische, ihren 95. Geburtstag in einem Seniorenheim bei Ljubljana. Mit ihren Kindern, Enkeln, Urenkeln und Geschwistern möchte sie die Verbindung in die alte Heimat nicht missen und ist rundum zufrieden: Baloh, geborene Lehner, ist die Tochter des früheren Bürgermeisters Josef Lehner und dessen Frau Paula, geborene Wirth. Sie ist ebenso wie Bruder Fred Lehner, ebenfalls Flosser Ex-Bürgermeister, Teil einer Großfamilie mit sechs Söhnen und fünf Töchtern.
In Floß am 23. August 1925 geboren, dort aufgewachsen und zur Schule gegangen, war sie später in Störnstein in der Hauswirtschaft tätig. Sie lernte den aus Jugoslawien stammenden Werkzeugmacher Otto Baloh, er arbeitete bei der früheren Firma Rothfischer in Störnstein, kennen. Mit knapp 20 schloss sie am 20. Juli 1945 den Bund der Ehe. Ihre Töchter Gisela (1945) und Renate (1946) sind noch in Floß geboren. Drei weitere Kinder, Hermine, Rudi und Ludwig vervollständigten später noch die Familiengemeinschaft. Dazu zählen heute auch acht Enkel- und 14 Urenkel.
Nicht ganz einfach war das Eingewöhnen in ihrer neuen Heimat. Anfängliche Sprachschwierigkeiten überwand sie aber schnell. Heute beherrscht Baloh die jugoslawische Sprache in Wort und Schrift. Mutter Paula war es nur einmal möglich, Tochter Lotte in weiter Ferne zu besuchen. Die Jubilarin aber nutzte jede Möglichkeit mit ihrer Familie nach Floß zu kommen. Schicksalsschläge waren der Tod ihrer Kinder Hermine (2003) und Rudi (2018) sowie ihres Mannes Otto (2007). Dabei sind die Familien ihrer Kinder Gisela, Renate und Ludwig eine große Stütze. Telefonisch bleibt sie mit den noch lebenden sechs Geschwistern in Kontakt. Baloh spricht heute noch Flosser Dialekt. "Ich möchte ihn nicht missen, denn er ist für mich stets Erinnerung, als Deutsche geboren und aufgewachsen zu sein", bekennt Baloh freimütig.













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