Floß
06.02.2019 - 10:05 Uhr

Schwachstellen in der Wasserversorgung

Drei Bürgeranliegen, von denen zwei nur bedingt in der Zuständigkeit des Marktes liegen, kommen in der Bürgerversammlung zur Sprache. Eines davon dreht sich um die Wasserversorgung.

Auf den Sitzen der Ratsmitglieder dürfen einmal im Jahr die Bürger Platz nehmen. In der Bürgerversammlung gibt es zwar nur ganz wenige Klagen aus der Bürgerschaft, dafür jede Menge Informationen. Bild: eig
Auf den Sitzen der Ratsmitglieder dürfen einmal im Jahr die Bürger Platz nehmen. In der Bürgerversammlung gibt es zwar nur ganz wenige Klagen aus der Bürgerschaft, dafür jede Menge Informationen.

Heinz Wittmann bringt die Wasserversorgung in der Plößberger Straße zur Sprache. Der Druck sei zu gering. Er bittet darum, eine Lösung oder wenigstens einen Kompromiss zu finden. Stich erwidert, das Problem sei bekannt, „aber dass es nicht funktioniert, kann man so nicht sagen“. Er verweist auf die Gesetzmäßigkeiten der Physik. Wenn man mit seinem Haus nur wenige Meter unterhalb des Hochbehälters am Nikolaiberg sei, dann sei der Druck zwangsläufig geringer als in den Häusern weiter unten. Zu bedenken gibt Stich, dass der Markt inzwischen zu 70 Prozent von der Steinwaldgruppe abhängig sei, die eigene Wasserversorgung bestehe nur noch aus den Tiefbrunnen in Gösen, die gerade einmal um die 50.000 Kubikmeter Wasser lieferten. Und wer an die Steinwaldgruppe angeschlossen sei, habe natürlich einen höheren Druck. Der Markt habe verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Wassersituation an den bekannten Problempunkten getroffen, aber es gebe noch Schwachstellen. Er sichert Wittmann zu, einen Kompromiss zu finden: „Da san ma dran.“

Wolfgang Lang fragt nach dem Ausbau der Staatsstraße 2383 zwischen Floß und Plößberg. Stich sagt dazu, Baudirektor Gerhard Kederer vom Staatlichen Bauamt versichere ihm wieder und wieder: „Ihr seid's die nächsten, aber es dauert halt noch a bissl.“ Mehr könne er dazu leider nicht sagen.

Schnelles Internet

Konrektor Herbert Kraus erkundigt sich nach dem schnellen Internet für die Grund- und Mittelschule. Nach Angaben des Bürgermeisters liegt noch kein Bewilligungsbescheid vor, die Leerrohre seien jedoch bereits vorsorglich verlegt. Die Sanierung und Erweiterung der Schule verzögert sich wie mehrfach berichtet. Laut Stich werde man nun zeitnah ausschreiben, der genaue Zeitplan werde in den nächsten Tagen abgesprochen. „Woll' ma's hoffen“, fügt der Konrektor an.

Top-Ten-Zahler im Kreis:

Vor seinem eigenen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre Entwicklung im Markt sagte Stich, die positiven Zahlen zeigten, dass man offensichtlich nicht alles falsch gemacht habe. Die Einwohnerzahl im Markt steigt nach dem Tiefstand von 3395 im Jahr 2014 wieder. Aktuell sind es 3467 Einwohner. Bei den Geburten geht der Trend seit vier Jahren ebenfalls nach oben, zuletzt waren es 27 im Jahr 2018, was dazu geführt hat, dass es seit diesem Jahr wieder zwei erste Klassen an der Schule gibt. Dennoch sterben mehr Flosser als geboren werden.Wirtschaftlich hat sich der Markt gut entwickelt. Die Gewerbesteuereinnahmen waren 2018 mit 1,2 Millionen Euro so hoch wie nie. Dasselbe gilt für die Einkommensteuerbeteiligung in Höhe von 1,6 Millionen. Diese gute wirtschaftliche Lage zeigt sich unter anderem in der Kreisumlage, die den Markt im vergangenen Jahr 1,2 Millionen Euro gekostet und diesen damit zu einem der "Top-Ten-Zahler" im Landkreis gemacht hat, wie Stich es ausdrückt. Die Verschuldung des Marktes ist seit dem Bau der Turnhalle und der Schulaula 2011 von 2,2 auf 1,4 Millionen gesunken, wird aber laut Stich wieder steigen, wenn die Schulsanierung zum Tragen kommt. Alles in allem stellt der Bürgermeister fest: Der Markt habe eine geordnete Finanzwirtschaft. Man sei keine Zuschussgemeinde, bekomme dadurch aber natürlich auch weniger staatliche Hilfe als andere Gemeinden. Stich wörtlich: „Mein Bemühen war immer, das Konto im Plus zu haben.“

 
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