01.04.2020 - 10:12 Uhr
FlossOberpfalz

An sieben Stationen durch die Coronakrise

Pfarrer Wilfried Römischer.
von Fred LehnerProfil

Unsere Welt ist im Ausnahmezustand. Alles ist auf Halt gesetzt. Und gerade deshalb liegt Pfarrer Wilfried Römischer von der evangelischen Pfarrgemeinde St. Johannes Baptista sehr daran, mit den Gläubigen der beiden Kirchengemeinden von Floß und Flossenbürg in Verbindung zu bleiben.

Das geschieht unter anderem durch die gewünschte Zustellung seiner Predigten an den Sonntagen. Gerade jetzt brauchen wir alle Ermutigung und Orientierung aus Gottes Wort, das gemeinsame Gebet und den Austausch, so die Sonntagspredigt an "Judika".

Den Pilgerweg hat Pfarrer Römischer sieben Stationen. Aufgezeichnet. Er ist durch Psalm 27 inspiriert. In der ersten Station heißt es: Unser Leben ist zerbrechlicher als wir dachten. Wir sind sterblich. Wir kontrollieren Zeit und Stunde nicht, wann wir an der Reihe sind. In der zweiten Station drückt sich eine Bitte aus: Auch in schwierigen Zeiten haben wir Grund zu danken. Auch jetzt sorgt Gott für uns. In der dritten Station kommt zum Ausdruck, dass jetzt Liebe geboten ist, denn du sollst Gott und deinen Nächsten lieben. Gott hat die goldene Regel so formuliert: „Gönne dem Anderen das, was du auch für dich selbst erwartest." Rücksicht nehmen und für die zu beten, die jetzt über die eigenen Kräfte hinaus arbeiten, auf den Stationen, auf den Straßen in den Lkws, in den Supermärkten, in der politischen Führung, in der Forschung. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, der Herr ist meines Lebens Kraft. Das Beste wäre: Einen Blick zu behalten für Menschen in unserem Umfeld, die Hilfe brauchen. Nächstenliebe ist konkret. Liebe ist geboten.

In der vierten Station stellt Pfarrer Römischer heraus: „Wer glaubt, ist nicht gegen Leid immun." Wer zum Glauben an Gott findet, bekommt keine Versicherungspolice gegen alles Schwere. Im Psalm 27 haben wir Zuversicht, dass Gott unser Heil und unseres Lebens Kraft ist. Aber auch: Ein schweres Leben.

Die fünfte Station: Wir mögen uns fürchten und sorgen, aber wir glauben nicht an unserem Glauben. Egal was du fühlst, egal wie sehr du dich sorgst, egal ob dies alles dein Herz erreicht – es ist wie es ist: "Der Herr ist mein Licht und mein Heil ( meine Rettung ), der Herr ist meines Lebens Kraft." Aus dem Morgengebet von Dietrich Bonhoeffer zitiert Pfarrer Römischer: „Gott, zu dir rufe ich in der Frühe des Tages. Hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu dir. Ich kann es nicht allein. In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht. Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht. Ich verstehe deine Wege nicht aber du weißt den Weg für mich."

In der sechsten Station drückt sich Hoffnung mit dem Wort „Wir sind geborgen" aus. "Er ist mein Licht und mein Heil. Er ist meines Lebens Kraft." Die letzte und siebte Station schließt mit dem Lied „So nimm denn meine Hände". Es ist die Bitte eines Menschen, der sich in Gottes Hände gibt. „Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt."

Und das sagte Pfarrer Römischer zum Abschluss seiner Gedanken: „Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht. Gott deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutze seines Zeltes".

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