(le) In den Nachmittagsstunden des 20. Mai 1948 kommt es zu einer Jahrhundertflut im Marktzentrum. Zu keiner Zeit in den 1000 Jahren seit der ersten urkundlichen Erwähnung des Marktes gibt es so viel Unheil an den Häusern der heutigen Freiherr-von-Lichtenstern-Straße und in den beiden Bachgassen an der Floß bis hinunter bis zur Blendersmühle.
Diese Unwetterkatastrophe jährt sich heuer zum 70. Mal. Seither traten immer wieder größere Überschwemmungen im Marktzentrum auf. Wasser muss aus Kellern und Erdgeschossen gepumpt werden. Diese Überschwemmungen sind aber längst kein Vergleich zur Jahrhundertflut von 1948, meinen die, die es erlebt haben.
Die Ursache der Katastrophe ist vor 70 Jahren ein Wolkenbruch in der Talsenke des Hardter Baches, nahe der Ortsteile Hardt, Schönbrunn, Würzelbrunn und in der Gemeindeflur "Pinzer". Auch von einer Flut durch das aufgelassene Wehr des Gaisweihers war die Rede.
Das Hardter Bächlein wird zu einem reißenden Fluss. Die Wassermassen dringen durch die große Bahnbrücke der früheren Bahnlinie Floß-Flossenbürg, überfluten den Ortsteil Pflanzfleck, die heutige Ortsstraße "Am Schlossgarten" und überschwemmen ab der Tankstelle Hans Krapf den Floßbach und fließen von dort in das Zentrum des Marktes. Die Flut ist so stark, dass selbst eine riesige Fläche des befestigten Böschungsbereiches nahe der großen Bahnbrücke weggeschwemmt wird. Die Bahnlinie Floß-Flossenbürg muss bis zur Behebung des Schadens stillgelegt werden. Auch die Floßbach-Brücke von der Flossenbürger Straße zum Werkbach der Haberstumpfühle (Mühlgraben) bei den früheren Anwesen Hagn und Sendlbeck/Bickl hält den Wassermassen nicht stand und stürzt teilweise ein. Die Folgeschäden in den Anwesen der heutigen Flossenbürger Straße und der Freiherr-von-Lichtenstern-Straße sowie in den Bachgassen sind unübersehbar.
Sofort einsatzbereit sind die Männer der Feuerwehr in Verbindung mit der damals schon bestehenden Wasserwachtgruppe im Bayerischen Roten Kreuz. Sie beginnen unmittelbar nach dem Ende des Wolkenbruchs mit den Aufräumungsarbeiten und sichern bestehende Schäden ab.
Schnell macht sich der seit 1. Mai 1948 im Amt befindliche Bürgermeister Josef Lehner vor Ort ein Bild über das Ausmaß der Sintflut. Es dauert Jahre, bis die Schäden aller betroffenen Hauseigentümer und zum Teil Mieter reguliert sind. Neben dem Flüchtlingsproblem nach dem Zweiten Weltkrieg und der dadurch herrschenden Wohnungsnot - eine weitere Herkulesaufgabe für den damaligen Marktrat.















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