12.03.2021 - 09:31 Uhr
FlossOberpfalz

Störche klappern in 17 Metern Höhe in Floß

Das Warten hat eine Ende: Die Störche wohnen auch heuer wieder in Floß. Das Pärchen aus letztem Jahr ließ sich erneut auf dem Mast bei der Spezialtiefbaufirma Gollwitzer nieder

Die beiden Störche fühlen sich in Floß wieder pudelwohl.
von Autor LSTProfil

„Sie sind wieder da“, freut sich Andrea Gollwitzer, Geschäftsleiterin der Gollwitzer GmbH. Die Rede ist von den Störchen, die sich am 9. April 2020 erstmals seit Jahrzehnten in der Marktgemeinde angesiedelt hatten und am vergangenen Donnerstag pünktlich um 10.44 Uhr in die Marktgemeinde zurückkehrten.

„Am Gründonnerstag vor zwölf Monaten hatte sich auf dem Firmengelände ein Pärchen niedergelassen. Und es schien ihm bei uns zu gefallen, sonst wäre es heuer nicht wieder gekommen“, erzählt Gollwitzer, die sich mit der Belegschaft ungemein über die Rückkehrer freut.

Störche gehörten viele Jahre hinweg zum Flosser Ortsbild. Seit dem 19. Jahrhundert gab es nämlich im Markt mit der „Bergler-Bräu“ in der Neustädter Straße neben der „Bürger-Bräu“ ein zweites Brauhaus. Der hohe Schornstein des 1909 von Großkaufmann Johann Bergler gebauten Sudhauses war lange von einem Storchen-Horst geschmückt, regelmäßig ließ sich dort ein Paar nieder.

Doch nachdem der Betrieb mit bis zu 20 Beschäftigten 1972 aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben worden war und schließlich einem Einkaufscenter weichen musste, das auch schon wieder der Vergangenheit angehört, verschwand ebenso das Zuhause für die Störche. Versuche, den Vögeln anderweitige Alternativen zu bieten, scheiterten – die Störche verschwanden aus Floß. "Bis vor sechs Jahren", erinnert sich Gollwitzer. Pünktlich zu ihrem Geburtstag Mitte April war nämlich erstmals ein Pärchen aufgetaucht, das sich jedoch wegen Attacken von drei räuberischen Single-Störchen, die zwei Wochen später angekommen waren, nur sporadisch zu Besuch aufhielt. Die Familie Gollwitzer, allen voran „Storchen-Mama“ Andrea, hatte zugesehen, wie sich die beiden immer wieder Landealternativen auf einem Kran oder einem extra dafür aufgestellten Masten bei der Schweißerei suchten.

2020, auf einem extra dafür aufgestellten 17 Meter hohen Mast, ausgerüstet mit zwei Gitterrosten als Lande- und Übungsfläche für den möglichen Storchen-Nachwuchs, fanden sie schließlich eine perfekte Infrastruktur vor. Gollwitzer und ihre Familie hatten einen Horst mit einem Durchmesser von 1,60 Meter gebaut und per Kran auf den neuen Masten setzen lassen.

Die Mühen lohnten sich: Die beiden Störche nahmen vergangenes Jahr ihr neues Zuhause in Beschlag, sorgten für Nachwuchs und zogen zwei der drei geschlüpften Küken groß. „In der Nacht vom 27. auf den 28. August 2020 machten sie sich auf den Weg in ihr Winterquartier“, berichtet Gollwitzer.

Nachdem sich in den letzten Wochen in der Region nach und nach wieder Störche blicken ließen, war natürlich auch in Floß die Hoffnung groß. „Nahezu täglich haben wir erwartungsvoll auf den Masten geschaut“, sagt Gollwitzer, die sich aufgrund der Gefiederfärbung der beiden Vögel und deren Verhalten ziemlich sicher ist, dass es die gleichen wie im vergangenen Jahr sind.

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