02.09.2019 - 10:17 Uhr
FlossOberpfalz

Synagoge Floß: Neuer Anstrich für Gedenksteine

Es gibt noch einige Denkmäler und Bezeichnungen in Floß, die an die Geschichte der jüdischen Gemeinde im Ort erinnern. So zum Beispiel der Friedhof, die Synagoge oder Straßennamen wie "Judenberg". Das Gedenken daran wird lebendig gehalten.

Bauhofarbeiter Sigi Schell erneuert die Inschriften an den Gedenksteinen.
von Fred LehnerProfil

In der nunmehr 1071-jährigen Ortsgeschichte von Floß ist die heute 335-jährige jüdische Geschichte fest eingebunden. Zeugen der Vergangenheit sind heute noch die aus dem Jahre l817 stammende und l980 restaurierte Synagoge sowie der seit 1692 bestehende Friedhof in der Flossenbürger Straße.

Man schrieb das Jahr 1684. Die ersten Flosser Juden, das Brüderpaar Ennoch und Hirsch Meier, Eisig und Nathan Feifas mit ihren Familien, kamen aus der Kreisstadt Neustadt/WN nach Floß und fanden Aufnahme. Den Juden wurde nur eine zwölfmonatige Aufenthaltsdauer zugestanden, doch verlängerte sich diese Zustimmung Jahr für Jahr. Es entstand eine kleine jüdische Gemeinde, die schon l692 einen Friedhof mit heute über 400 Grabsteinen, anlegte.

Anfänglich waren es auch vier Häuser, die den Juden auf dem heute noch so bezeichneten „Judenberg" genehmigt wurden, doch es wurden mehr. Der Großbrand im Markt im Jahre l813 und die damit verbundene städtebauliche Neugestaltung des in zwei Ensembles „Markt" und „Judenberg" durch den damaligen Bezirksamtmann Karl Reisner Freiherr-von-Lichtenstern, brachte es mit sich, dass sich die Judengemeinde weiter entfalten und ausbauen konnte. Immerhin zählte die Flosser Judengemeinde im 19. Jahrhundert über 72 Familien.

Ein Raub der Flammen bei dem Großbrand 1813 wurde auch die damalige hölzerne Synagoge. Die starke Judengemeinde konnte, wenn auch unter schwierigsten Verhältnissen, durchsetzen, ein neues Gotteshaus zu errichten zu dürfen. Schon l815 wurde an der Ostseite des Gebäudes der Grundstein gelegt. Die feierliche Einweihung fand im Jahre l817, also vor 172 Jahren, statt. Beide Gedenksteine, der Grundstein an der Ostseite und der Opferstein am linken Haupteingang der Synagoge, fanden jetzt durch die Erneuerung der in Granit gehauenen Inschriften eine Auffrischung. Bauhofarbeiter Sigi Schell war in Freiwilligkeitsarbeit mit künstlerischer Hand tätig und hat sorgfältig und präzise die Jahreszahlen 1815 und 1817 leserlich gemacht.

Nach den Vorstellungen der Leiterin des Katholischen Seniorenkreises, Marlene Noetzel, soll es im November durch Bürgermeister a. D. Fred Lehner einen Vortrag mit Bilderschau über die 335-jährische jüdische Geschichte geben.

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