25.03.2020 - 20:27 Uhr
FlossOberpfalz

„Totenweg“ und „Armenhaus“

Heimatgeschichte wurde in der letzten Arbeitssitzung vor der Coronakrise von Vorstand und Ausschuss des Oberpfälzer Waldvereins im Gasthaus „Weißes Rößl“ unter Vorsitzendem Markus Staschewski lebendig.

von Fred LehnerProfil

Das Interesse galt zunächst dem „Totenweg“ von der Synagoge bis zum Judenfriedhof an der Flossenbürger Straße.Heimatpfleger, Bürgermeister a. D. Fred Lehner war in seinem Element: Als Vortragender in Synagoge und Friedhof über die nunmehr schon 336-jährige jüdische Geschichte berichtete er über den Streckenverlauf des „Totenweges“.

Dieser führte von der Synagoge in den heute Oberen Berg zur Plößberger Straße, die beim ehemaligen Anwesen des Juden Ernst Ansbacher überquert wurde, und entlang der Hintergärten des Schulweges in das Flurgebiet „Am hohen Baum“ zum alten „Gösener Hohlweg“ (heute Schulstraße). An der Abzweigung der heutigen Anwesen Thomas und Sonja Stetter (früher Erich Lindner) befanden sich noch bis Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts Gehwegplatten aus heimischen Granit, die durch den Straßenbau abgebaut wurden.

Der Verlauf des „Totenweges“ erstreckte sich über das Wiesengrundstück der Lohmühle (Neumühle) zum Werkbach Haberstumpfmühle und der Floß in Richtung Flossenbürger Straße zum Friedhof. Frühere Müllersknechte sollten sich laut Lehner dabei öfter den Scherz erlaubt haben, das Wehr noch während des Durchzugs der Trauergemeinde zu öffnen. Glockengeläute hätten den Trauerzug zum Stillstand gebracht.

Jüdische Geschichte Teil von Floß

Vorsitzender Markus Staschewski und Fred Lehner waren sich einig, gelegentlich eine Begehung des „Totenweges“ im Rahmen einer Ortswanderung in Erwägung zu ziehen. Damit soll deutlich gemacht werden, dass die jüdische Geschichte fester Bestandteil der Ortsgeschichte sei und zum Markt gehöre.

Auch wollten die Anwesenden mehr über das unter Denkmalschutz stehende Anwesen Püchersreuther Straße 3 erfahren, dessen Eigentümer der Markt Floß ist und das im Volksmund besser als „Armenhaus“ bekannt ist. Der Heimatpfleger wusste zu berichten, dass dieses heutige Wohngebäude nach dem Großbrand 1813 gebaut wurde und als Spitalkrankenhaus genutzt wurde. Die Raumeinteilung der heutigen Wohnungen spräche auch dafür.

Nach der Auflassung des Krankenhauses wurden Mietwohnungen für kinderreiche und ärmere Familien eingerichtet. Noch bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts bestand im Erdgeschoss eine Gefängniszelle für straffällige Bürger, die die Flosser als „Neues Loch“ bezeichneten. Auch der Schlauchturm der Feuerwehr war an diesem Gebäude angebaut, nachdem die Wehr in der Unteren Bachgasse im früheren Kommunbrauhaus ihren festen Standort hatte. Auch das Flosser Armenhaus ist ein Stück Ortsgeschichte des Marktes.

Theaterfahrt und Termine

Weiter wurde einige Termine bekanntgegeben: Theaterfreunde sind zur Fahrt auf die Luisenburg am 18. Juli eingeladen. Besucht wird das Nachmittagsprogramm mit dem Stück „Der Brandner Kaspar 2. Er kehrt zurück““ mit Eisi Gulp und Ralf Bauer die Hauptrollen. Fahrtkosten mit Eintritt 47 Euro (Anmeldungen bei BM-Office). Personen, die Probleme beim Gehen haben, werden bis zum Eingang gefahren. Die Aktion „Rama-dama“ soll am Samstag, 18. April ab 8 Uhr am gemeindlichen Bauhof starten. Die Wanderung „Rund um Floß“ am l. Mai soll wegen des Maimarktes des Gewerberings verlegt werden. Das Backofenfest findet am 15. August statt. Geplant ist auch die Blumentombola am Muttertag.

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