Nach einem Seminar zusammen mit Markträten und Bewohnern der Dörfer Kalmreuth und Schlattein im Oktober geht es nun darum, einen Dorferneuerungsplan zu erstellen. Darum sollen sich nach dem Willen des Marktrates die Neustädter Architekten Ulrich und Maximilian Greiner kümmern. Das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) hat den Worten Bürgermeister Günter Stichs zufolge in der vergangenen Woche die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn signalisiert. Die Fraktionen begrüßten diese Entwickung übereinstimmend.
Schaler Beigeschmack
Um künftig das Bauen in Kalmreuth zu erleichtern, hat der Marktrat mit zwei Gegenstimmen aus der SPD-Fraktion den Satzungsentwurf über die Zulässigkeit von Bauvorhaben im Außenbereich für eine Reihe von Grundstücken beschlossen. Damit ist wie mehrfach berichtet nicht automatisch das Bauen in Kalmreuth möglich, der Marktrat hebelt mit dieser Satzung, die als nächstes öffentlich ausgelegt wird, nur das Argument „Außenbereich“ aus. Während der CSU-Sprecher Harald Gollwitzer von einem „kleinen Meilenstein“ sprach, wiederholte der SPD-Sprecher Robert Lindner die Argumente der Gegner dieser Satzung. Für diese hat der beabsichtigte Erlass einen schalen Beigeschmack, da es erst eines Bauvorhabens aus den Reihen des Marktrates bedurft habe, um auf die Idee zu kommen, eine solche Satzung zu erlassen. Frühere Bauvorhaben seien stets an dem Argument „Außenbereich“ gescheitert.
Freizeit-Kultur-Achse
Die Beratungsgruppe Ortsentwicklung, die zum Ausschuss „Zukunft Floß“ gehört, ist mit zwei Anregungen offene Türen beim Marktrat eingelaufen. Einmal geht es um Sanierungsmaßnahmen in der Bachgasse, konkret um neue Sitzbänke und kranke Bäume, einmal um die Neugestaltung und Erschließung der Freizeitanlage Mühlpaint. Die Fraktionen waren sich in punkto Bachgasse einig, dass auf der Grundlage dieser Anregungen zeitnah weitergearbeitet werden soll. Als nächstes wird sich der Bauausschuss mit den Vorschlägen befassen. Oliver Mutterer (FDP/UB) benannte einen bisher noch nicht geklärten Knackpunkt: Soll man für die Bachgasse viele kleine Einzelmaßnahmen in Angriff nehmen oder ein teures großes Projekt daraus machen? Um die Bedeutung des Ortsteils zu unterstreichen, zitierte Mutterer seine SPD-Kollegin Sabine Müller, die in der Vergangenheit einmal von einer „Ruhe-Freizeit-Kultur-Achse“ gesprochen hatte.
Leader-Mittel beantragen
Für die Freizeitanlage Mühlpaint hat die Beratungsgruppe Ortsentwicklung beantragt, zeitnah über eine Neugestaltung und Erschließung zu beraten. Dem hat der Marktrat zugestimmt, die Verwaltung wird die Fördermöglichkeiten prüfen. Wie im Fall der Bachgasse geht es auch hier um eine Entscheidung darüber, ob verschiedene kleine Maßnahmen verwirklicht werden sollen oder ob man ein größeres Projekt daraus macht, für das man dann auch Fördermittel beantragen kann. Bei einem Termin mit dem Wasserwirtschaftsamt vor Ort gab es laut Bürgermeister keine Einwände gegen einen möglichen Wasserspielplatz dort; es sei sogar die Rede davon gewesen, eine Überflutungsfläche für Hochwasserereignisse zu schaffen. Armin Betz (CSU), Leiter der Beratungsgruppe Ortsentwicklung, machte Druck. Die Neugestaltung der Anlage sei Vereinen wie Bürgern ein großes Anliegen, sagte er und schlug konkret vor, Mittel aus dem Leader-Programm zu beantragen, einem EU-Programm zur Regionalentwicklung; da seien momentan noch Fördergelder zu bekommen, die Beratungsgruppe würde bei der Antragstellung mitarbeiten.
Infrastruktur entscheidend
Diesem Vorschlag, mit dem Betz den Marktrat sichtlich überrollt hatte, konnte auch der FDP/UB-Sprecher Heinz Kett etwas abgewinnen. Leader biete die Möglichkeit, einer schnelleren Umsetzung. Gleichzeitig plädierte Kett dafür, längerfristig mit Beteiligung der Bürger zu planen. Das Wichtigste sei für den Anfang eine Verbesserung der Infrastruktur (Wasser, Strom, Kanal).












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