Floß
23.11.2018 - 13:43 Uhr

Wälder leiden unter Dürre

Die anhaltende Trockenheit und genügend Holz, aber keine Lieferverträge - das sind Probleme, über die Geschäftsführer Michael Bock von der Waldbesitzervereinigung in der Versammlung in Diepoltsreuth sprach.

Vorsitzender Willy Meierhöfer (stehend, links ) informiert die Waldbesitzer aus Floß und Umgebung über aktuelle Entwicklungen. Bild: le
Vorsitzender Willy Meierhöfer (stehend, links ) informiert die Waldbesitzer aus Floß und Umgebung über aktuelle Entwicklungen.

Auch Vorsitzender Willy Meierhöfer aus Haupertsreuth sprach das trockene Jahr 2018 und seine Folgen an. Der Käferbefall habe langsam begonnen, sei jedoch stärker geworden. "Rechtzeitige Aufarbeitungen waren äußerst wichtig." Ohne größere Schäden sind die Waldbesitzer in Floß und Umgebung beim Herbststurm Fabienne am 23. September davongekommen. Allerdings wirkte sich dieser Sturm auf den Holzpreis aus.

Vereinsintern berichtete Meierhöfer, dass Günter Reinl aus Boxdorf seine Tätigkeit als Holzwart eingeschränkt habe. Erwin Vollath aus Konradsreuth übernehme dieses Amt. Er habe das volle Vertrauen. Der Vorsitzende dankte Reinl für die gewissenhafte Arbeit.

Für Freitag, 30. November, kündigte der Redner einen Energie- und Brennholztag im Brennholzdepot Vollath in Konradsreuth an. Geschäftsführer Bock ließ in seinem Jahresbericht anklingen, dass es künftig die kleinen Vereinigungen und Verbände schwer haben werden. Damit deutete Bock größere Zusammenschlüsse und Fusionen an, "ob man sie haben will oder nicht". Für 2019 sei die Vereinigung auf der Suche nach Lagerplätzen, die mindestens 500 Meter außerhalb des Waldes liegen müssen.

Die verstärkte Bautätigkeit wirke sich vorteilhaft für die Waldbesitzer aus. Käferholz und D-Holz könnten nur noch mit deutlichen Preisrücknahmen im Ausland abgesetzt werden. Es gebe mehr Rundholz, als verarbeitet werden kann. Schuld sei die Schadensmenge im Ausland. "Es gibt Sägewerke, die nur noch Schadholz und damit bewusst kein Frischholz kaufen."

Frische Waldhackschnitzel könnten kostenneutral abgesetzt werden. Die Vereinigung empfahl den Mitgliedern und Waldbesitzern, derzeit keinen Frischholzeinschlag, Sondersortimente bereitzustellen und starkes, qualitatives gutes Stammholz (keine Randbäume) Fichte und starke Kiefernabschnitte bereitzuhalten.

Der Preis für Lärchenstammholz oder Abschnitte sei von Qualität und Stärke abhängig. Als Fazit merkte Geschäftsführer Bock an, dass die Situation auf dem Holzmarkt aufgrund der großen Schadholzmengen im Ausland derzeit sehr angespannt sei und die Aussicht für 2019 nicht besser werde. Künftig könne nur für angemeldetes Holz ein Preis garantiert werden. Alternativ zur Holzernte können sich die Waldbesitzer auf die Pflege der Jungbestände (Papierholz) und der Anpflanzungen (Nachpflanzungen mit öffentlicher Förderung) konzentrieren.

Revierleiter Sebastian Höllerer beschäftigte sich mit den Förderungen für Wiederaufforstungen, Erstaufforstungen, Nachbesserungen, Pflegemaßnahmen, Naturverjüngung und Waldwirtschaftswegebau. Beim forstlichen Wegebau gebe es bis zu 80 Prozent der Nettokosten als Zuschuss. Anträge müssen bis 31. März eingereicht werden.

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