29.07.2021 - 17:20 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

"Absolut nicht gut": Flossenbürg wehrt sich gegen Wechsel in Stimmkreis Tirschenreuth

Muss Flossenbürg in den Stimmkreis Tirschenreuth wechseln? Der Bürgermeister ist strikt dagegen und nennt Gründe. Auch stellvertretender Landrat Albert Nickl fordert eine andere Lösung.

Bürgermeister Thomas Meiler will seine Gemeinde weiter im Stimmkreis Weiden sehen.
von Gabi EichlProfil

„Absolut nicht gut“ findet Bürgermeister Thomas Meiler die Idee, Flossenbürg künftig dem Stimmkreis Tirschenreuth zuzuschlagen, damit dieser in seiner Existenz gesichert bleibt. Auch stellvertretender Landrat Albert Nickl plädiert für eine andere Lösung.

Meiler erfuhr gestern morgen beim Lesen des NT von der geplanten Reform und ist „alles andere als begeistert“, wie er gegenüber Oberpfalz-Medien sagt. Die Gemeinde habe zu ihren bisherigen Mandatsträgern ein besonders gutes, „ja intensives“ Verhältnis. Der CSU-Mann Meiler meint damit explizit Landtagsabgeordneten Stephan Oetzinger, aber auch dessen Kollegen von den anderen Parteien aus dem Stimmkreis Weiden. Flossenbürg sei durch die KZ-Gedenkstätte und all die langfristigen Pläne, unter anderem auch mit dem Steinbruch, durchaus ein besonderer Ort, den man als Abgeordneter gut kennen müsse, um hier helfend tätig sein zu können.

Dem Bürgermeister erschließt sich eigenen Worten zufolge auch nicht, warum man ausgerechnet an seine 1500-Einwohner-Gemeinde denke. Das sei vielleicht im Moment eine einfache, aber doch keine dauerhafte Lösung, dem Stimmkreis Tirschenreuth die wenigen Flossenbürger Wähler zuzuschlagen. In der folgenden Periode genügten diese vielleicht schon wieder nicht mehr und dann habe man Flossenbürg ganz umsonst aus seiner gewachsenen Struktur gerissen. Die Gemeinde Flossenbürg habe sich als eine Randgemeinde in den vergangenen Jahren sehr anstrengen müssen, um sich eine gewisse Stellung zu erarbeiten. Rücke man sie nun an einen neuen Rand, „müssten wir wieder von Null anfangen“.

Der Speinsharter Bürgermeister Albert Nickl, der derzeit Landrat Andreas Meier vertritt, argumentiert ähnlich. Auerbach aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach in den Stimmkreis Tirschenreuth zu verschieben, sei die „bedeutend nachhaltigere Lösung“. Er stimmt Meiler zu, dass Flossenbürg wegen der Gedenkstätte eine nicht unerhebliche Rolle im Stimmkreis Weiden spiele.

Dazu komme der Umstand, dass man bei einer Ausgliederung Flossenbürgs wiederum den ohnehin nicht großen Stimmkreis Weiden schwäche, der am Ende seinerseits in Kalamitäten gerate. Der Speinsharter hat selbst schon ein solches Wechselspiel erlebt: Speinshart gehört seit Jahren zum Stimmkreis Tirschenreuth.

Für 2023 ist die Reform angekündigt

München

Dann müssten wir wieder bei null anfangen.

Bürgermeister Thomas Meiler über den möglichen Wechsel in einen anderen Stimmkreis

 

 

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