14.07.2020 - 12:17 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Aktion Ruhebänke fordert Waldverein

Unterhalten, instand setzen oder erneuern: Nicht nur der Flossenbürger OWV hat mit den Ruhebänken viel zu tun. Sie sind in vielen Gemeinden Ziel von Zerstörungswut. Manchmal nagt aber einfach der Zahn der Zeit an den Konstruktionen.

Der Aufwand für die Instandhaltung der Ruhebänke ist nicht nur in Flossenbürg enorm. Dennoch lohnt sich der Aufwand, meinen die OWV-Mitglieder unverdrossen. Der OWV Flossenbürg erneuerte am Freitag eine der insgesamt 120 Bänke. Helmut Erndt Oswald Hamann, Josef Bauer und Franz Kerbeck (von links) trafen sich an einer markanten Kreuzung nahe der Hubertushütte.
von Bernhard NeumannProfil

Eine Sitzgelegenheit an einem besonders attraktiven Standort haben die Mitglieder des Oberpfälzer Waldvereins nun ausgetauscht. Sie steht als ein Beispiel für viele.

Um wie viele Bänke sich der Waldverein in der Grenzgemeinde kümmert, weiß keiner so ganz genau. Vorsitzender Helmut Erndt schätzt die Anzahl auf 120: „Es ist eine Mammutaufgabe und dafür könnte unsere Gemeinschaft noch Helfer gebrauchen. Mit Franz Kerbeck haben wir zumindest einen gefunden, der sein handwerkliches Geschick voller Elan und mit großer Begeisterung in den Dienst der Allgemeinheit stellt.“

Für eine Beispielaktion rückten Erndt, OWV-Kassier Josef Bauer, Kerbeck und der für das Flossenbürger Revier zuständige Förster Oswald Hamann an einer östlich des Ortes gelegenen Kreuzung von Wald- beziehungsweise attraktiven Wanderwegen an. Die Stelle zwischen den Abteilungen Brücklrangen und Eibelberg, wenige Hundert Meter von der Hubertushütte entfernt, passieren zahlreiche Spaziergänger und Wanderer. Auch am Freitagvormittag kamen einige Naturfreunde vorbei und freuten sich über die neue Rastgelegenheit. Sie ersetzt die marode gewordene Vorgängerbank.

Kerbeck kümmerte sich in der privaten Werkstatt um die notwendigen Arbeiten. Zusammen mit Erndt hob er das Lattengestell auf die vorhandenen Granitsockel. Einer der beiden Steine war allerdings besetzt. Die sich sonnende Eidechse musste zuvor vorsichtig verscheut werden. Es war im Übrigen nicht die einzige Bank, die der OWV auf der Liste hat. Heuer wurden bereits mehrere repariert beziehungsweise erneuert. Und auch in den kommenden Monaten soll es eine Fortsetzung der Aktion geben. Freiwillige Helfer sind nicht nur dafür gerne gesehen, denn mit dem Aufstellen alleine ist es nicht getan. Erndt rief weitere Aufgaben ins Gedächtnis: „Da geht es um das freischneiden ebenso wie um das Markieren der Wanderwege.“

Über viel Lob vonseiten der Natur- und Heimatfreunde freute sich an dem Vormittag Oswald Hamann. Für sein Revier legte er eine Übersichtskarte mit den Standorten der Bänke an: „Das hilft dem OWV bei den nötigen Arbeiten. Wenn ich draußen unterwegs bin, werfe ich ein Auge auf das Mobiliar in der freien Natur.“ Hamann prüft, ob es morsche Latten gibt und richtet vor allem den Blick nach oben: „Wenn Totholz herunterfällt, kann das extrem gefährlich werden.“ Was beide Beteiligte schätzen, sind die kurzen Wege zwischen Forst und OWV bei der Kommunikation. Kontakte und Absprachen verlaufen unbürokratisch und freundschaftlich.

Ganz ohne Geld geht es allerdings auch bei den Ruhebänken nicht. Bauer erzählte von den anfallenden Ausgaben: „Alleine für die Latten haben wir 500 Euro auf den Tisch gelegt. Das Holz reicht zwar eine Weile, aber damit ist es nicht getan. Nicht vergessen werden darf auf die Farbe und die Schrauben. In jedem Frühjahr kommt eine weitere OWV-Aktion hinzu. Wir hängen Nistkästen für unsere gefiederten Freunde auf.“ Mit einem Aufruf von Erndt endet der Termin im Wald: „Wenn jemand eine reparaturbedürftige Bank des OWV findet, sollte er sich nicht scheuen, das bei uns zu melden.“

DerOberpfälzer Waldverein stellt stellt mit viel Aufwand , auch finanzielle Natur, Ruhebänke für Wanderer auf. Sie werden immer wieder Ziel von Vandalen.

Mantel
Das an der Bank angebrachte Täfelchen erinnert auch an Josef Graf. Der verstorbene Heimat- und Naturfreund Josef Graf fertigte einen "ganzen Berg" als Aluminiumguss.
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