02.12.2019 - 13:47 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Dokumente schwimmen in Donau davon

Er überquerte zu Fuß die Alpen, absolvierte Marathon- und Halbmarathonläufe in europäischen Großstädten und stieg im März ins Kajak. Michael Neumann erzählt von den Erlebnissen auf der Donau vom Ursprung in Donaueschingen bis zur Mündung.

Stefan Solfrank, Marlene Högen, Josef Völkl, Michael Neumann und Thomas Stetter (von links) verwandelten die Raiffeisenbank in einen Hafen, stilgerecht ausstaffiert mit Kajak und Zelt.
von Bernhard NeumannProfil

Raiffeisenbank-Direktor Josef Völkl eröffnete den Abend im Vortrags- und Ausstellungsraum der Bank mit einem Schmunzeln: „Wir machen den Weg frei. Das Motto galt auch für die Kajaktour. Michael Neumann wurde von uns aus der Ferne begleitet, unter Anderem mit aktuellen Situationsberichten auf Facebook.“ Im Rahmen des 100-jährigen Bestehens der Bankfiliale Flossenbürg lief der von mehr als 40 Gästen besuchte Vortragsabend. Um die organisatorischen Vorbereitungen und den Rahmen kümmerten sich die Mitarbeiter des Geldinstituts.

Sie halfen zudem mit, dass in der Eingangshalle ein kleiner Hafen entstand. Die Besucher sahen das fünf Meter lange, leuchtendgelbe Kajak, das Zelt und allerlei Zubehör, bis hin zur Neoprenbekleidung. Was fehlte, war lediglich das Donauwasser. Beiträge zu dem Abenteuer kamen auch vom Arbeitgeber „ptc“ und von der örtlichen Leichtmetallgießerei Schulte & Schmidt. Dass die Aktion von Anfang an auch unter dem Begriff Abenteuer zu sehen war, führte der Beginn des Abends vor Augen.

Neumann berichtete von den ersten Tagen im März, die unter einem unglücklichen Stern standen: „Kälte und Schnee wären nicht einmal so schlimm gewesen. Das Hochwasser führte aber zu Extremsituationen. Im Wasser treibenden Ästen und Bäumen ließ sich nicht immer ausweichen.“ Ein solches Hindernis führte zum Kentern im reißenden Fluss. „Ich sah meine Jacke mit allen wichtigen Unterlagen, Dokumenten und sogar der Brille davonschwimmen.“

Das war’s fürs Erste. Neumann legte eine Zwangspause ein, den Plan aber nicht ad acta. Der zweite Anlauf verlief erfolgreicher. Handicaps blieben dennoch nicht aus. Zu schaffen machte der häufig sehr starke Gegenwind: „Da musst du schon kräftig paddeln, um nicht rückwärts getrieben zu werden.“ Eine massive Magen-Darm-Erkrankung führte in Wien zu einer mehrtägigen Unterbrechung. Der Kajakfahrer schmunzelte im nachhinein: „Vermutlich waren die zu viel vertilgten Süßspeisen die Ursache.“ Die vielen Kraftwerke in Österreich erforderten viel Zeit und Kraft beim Umsetzen.

Es blieb nicht bei den Erzählungen. Die Auswahl der schönsten Fotos ließ die Zeit ebenfalls wie im Flug vergehen. Zu sehen waren Impressionen von Morgenstimmungen auf der Donau („Da boten sich unvergessliche Eindrücke“) bis hin Sehenswürdigkeiten entlang des mit mehr als 2800 Kilometer zweitlängsten Stroms in Europa. Viel Freude machten die Spaziergänge durch die Ortschaften entlang der Strecke. „Ein Großteil präsentierte sich wunderschön. Noch dazu kommst du da normalerweise nie im Leben hin.“

Im Gedächtnis blieben nicht nur die Spaziergänge, sondern genauso die Menschen, denen der Wirtschaftsinformatiker begegnete. „Die Warnungen, gehörig aufzupassen, trafen allesamt nicht zu. Ich bin noch immer beeindruckt von der Freundlichkeit und von der Hilfsbereitschaft.“ Auf dem Wasser war der Kajakfahrer meist allein. Den ein oder anderen Kontakt gab es dennoch. „So beispielsweise mit einem Franzosen der mit seinem selbst gebauten Kajak auf der Donau, entlang der Schwarzmeerküste, durch den Bosporus und durch das Mittelmeer zurück nach Frankreich paddeln wollte.“

Spannend fiel der Statistik-Teil des Abends aus. Neumann präsentierte auf der Leinwand keine langweiligen Zahlen, sondern garnierte die Übersichten mit Geschichten und Hintergründen. Dazu gehörten die täglich im Schnitt zurückgelegten 43 Kilometer. 5,25 Stunden verbrachte er jeden Tag im Kajak.

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