22.02.2019 - 10:59 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Fall Monika Frischholz: Kripo will Leiche suchen

Es kommt Bewegung in die Ermittlungen im Fall Monika Frischholz. Sobald es die Witterung zulässt, sind Suchaktionen an verschiedenen, konkreten Orten geplant.

Die Kripo gibt nicht auf. Nach wie vor laufen mit ungebrochener Energie Ermittlungen zum Verschwinden von Monika Frischholz am 25. Mai 1976.
von Christine Ascherl Kontakt Profil

„Wir sind zuversichtlich, auch nach der langen Zeit den Ablageort von Monika Frischholz zu finden“, so Oberstaatsanwalt Bernhard Voit. Er verweist auf heute gegebene Techniken und Methoden. In den letzten Wochen hätten sich zudem "neue Hinweise mit wertvollen Ermittlungsansätzen" ergeben. Wie berichtet, ist 2018 bei der Kriminalpolizei Weiden die "Ermittlungsgruppe Froschau" eingerichtet worden, die das Verschwinden der zwölfjährigen Schülerin 1976 aufklären soll. "Die neu gewonnenen Erkenntnisse motivieren uns, intensiv an dem Fall weiterzuarbeiten", so EG-Leiter Kriminalhauptkommissar Armin Bock.

Die Beamten der Kriminalpolizei möchten ein weiteres "Gerücht" beseitigen. In der Bevölkerung hielten sich bis heute Spekulationen, dass der Leichnam in einem bestimmten Steinbruch bei Flossenbürg eingebracht worden wäre. "Die neuen Vernehmungen belegen, dass die damals aufgestellte Behauptung offensichtlich falsch ist." Mit größtem Bedauern ist bei der Kripo die Nachricht vom Tod des Bruders der Vermissten, Bruno Frischholz, vernommen worden. Der letzte lebende Blutsverwandte ist am 5. Februar im Alter von 59 Jahren einer schwerer Krankheit erlegen. Der große Bruder, zum Zeitpunkt des Verschwindens 17 Jahre alt, stand den neuen Ermittlungen sehr positiv gegenüber. Er wünschte sich Aufklärung darüber, was damals das Leben der Familie so nachhaltig zerstört hatte. Die Schülerin verschwand vor 42 Jahren am helllichten Nachmittag. Die Eltern kamen darüber nie hinweg. Die Zwölfjährige war am 25. Mai 1976 vom Elternhaus im Stieberweg in Richtung Floßer Straße spaziert. Dort bog Monika links ab in Richtung Ortseingang Flossenbürg. An der Abzweigung Waldkirch wurde sie gegen 15.30 Uhr letztmals gesehen.

Die Ermittlungsgruppe hat seit dem Aufruf vom Dezember 35 Hinweise entgegengenommen und einen Großteil davon abgearbeitet. "Kleine, aber auch wertvolle Mitteilungen bilden neue Puzzlestücke bei der Aufklärung des Verschwindens", so Polizeisprecher Albert Brück. Die Ermittler traten mit 50 Personen in Kontakt. Manche hatten früher schon ausgesagt, andere wurden erstmalig befragt. Die Kriminalbeamten seien erstaunt über die Tatsache, wie viel Wissen zu dem Fall noch in der Bevölkerung schlummere. Nach wie vor gilt die Belohnung von 10 000 Euro für Hinweise, die zur Aufklärung oder Ergreifung des Täters führen. Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 0961/401-291 zu melden. "Jeglicher noch so kleine Hinweis kann von Bedeutung sein."

Vor 42 Jahren verschwand Monika Frischholz

Flossenbürg

"Für die Eltern war es schlimm."

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