14.12.2018 - 18:36 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Hier verschwand Monika Frischholz

14. Dezember 2018. Flossenbürg ist mit Schnee überzuckert. Durch die Hauptstraße - die Floßer Straße - weht ein schneidiger Ostwind. Hier ist vor 42 Jahren Monika Frischholz verschwunden, 12 Jahre alt, am helllichten Tag.

25. Mai 1976: Das Verschwinden von Monika Frischholz
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Es ist ein Paukenschlag: Die Kriminalpolizei Weiden rollt den Tod von Monika Frischholz noch einmal auf. Die Kripo spricht ausdrücklich von ihrem Tod. Denn: Die dafür gebildete Ermittlungsgruppe "Froschau" geht davon aus, dass das Mädchen ermordet worden ist.

Die Kripo Weiden rollt den Fall neu auf

Flossenbürg

Ein Blick zurück: Es ist Dienstag, der 25. Mai 1976, zwei Tage vor Christi Himmelfahrt, als Monika Frischholz (12) mitten am Tag verschwindet. Die Siebtklässlerin verabschiedet sich am Nachmittag im Elternhaus im Stieberweg von Mutter und Vater. Die Hausaufgaben sind gemacht. Die Zwölfjährige bricht zu einem Spaziergang auf, von dem sie nie wiederkehren sollte.

Fahndung und Suche

Folgenden Ablauf hat die Polizei rekonstruiert: Das Mädchen trifft sich im Ortskern mit zwei Freundinnen. Um kurz nach 15 Uhr trennen sich die Wege. Monika Frischholz wollte sich laut Polizei mit einem jungen Burschen treffen. Die Freundinnen sind die letzten, die das Mädchen sehen. Zeugen sehen die Zwölfjährige zuletzt in der Floßer Straße, Richtung Ortsausgang, etwa auf Höhe der Stichstraße "Froschau".

Als die Tochter nicht nach mehr Hause kommt, alarmieren die Eltern die Polizei. Die Kriminalpolizei, damals noch mit einer Dienststelle in Neustadt/WN, zögert nicht lange. Zwei Tage nach dem rätselhaften Verschwinden veröffentlicht die Polizei ein Foto mit Beschreibung im "Neuen Tag". Das Mädchen wird als 1,60 Meter groß, mittelschlank beschrieben, es trug eine dunkelgrüne Hose, gelben Pullover, braune Halbschuhe und eine rotschwarz gemusterte Strickweste. Suchaktionen der Feuerwehr, der Polizei und der Bevölkerung am Donnerstag und am Freitagnachmittag bleiben ohne Ergebnis.

In den Tagen danach meldet sich eine Rentnerin, die gesehen haben will, wie im sechs Kilometer entfernten Floß ein Mädchen in ein Auto stieg, auf das die Beschreibung passe. Das Kennzeichen soll mit "LÜ" begonnen haben, der zweite Buchstabe ein D oder N gewesen sein. Infrage kämen Lüdenscheid und Lünen.

In "Aktenzeichen XY"

Die TV-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" konzentriert sich daher in der Sendung vom 20. Mai 1977 (über Youtube abrufbar) auf Parallelen zu einem Fall im Ruhrgebiet, was zum angeblichen Autokennzeichen passen würde. Drei Monate nach dem Verschwinden von Monika Frischholz - am 13. August 1976 - war in der Stadt Hamm eine zwölfjährige Schülerin ermordet worden.

Die Spur nach Floß hat die Staatsanwaltschaft schon bei Ermittlungen in den 80er und 90er Jahren mehr oder weniger verworfen. Auch in der aktuellen Pressemitteilung des Polizeipräsidiums heißt es, dass man davon ausgehe, dass das Mädchen "am Nachmittag oder Abend noch in unmittelbarer Ortsnähe Flossenbürg auf ihren späteren mutmaßlichen Mörder" getroffen sei. Seite 3

Mit diesen Bildern fahndete Aktenzeichen XY. Am Dienstag, 25. Mai 1976, macht Monika Frischholz zunächst zuhause ihre Hausaufgaben. Ihr frühpensionierter Vater sitzt mit am Tisch. Zu den Eltern hat sie ein gutes Verhältnis.
Nach den Hausaufgaben trifft sich Monika mit zwei Freundinnen. Kurz nach 15 Uhr trennen sich die Drei. Seither haben die Freundinnen sie nie wieder gesehen.
Möglicherweise einen falsche Spur: Eine Rentnerin gibt später an, ein Mädchen gesehen zu haben, das gegen 17 Uhr in Floß in einen zitronengelben Wagen mit „LÜ“-Kennzeichen stieg. Der Hinweis führt zu keinem Ergebnis.
Es sind nur ein paar hundert Meter zwischen dem Elternhaus der Vermissten, die Hauptstraße (im Bild, Floßer Straße) entlang Richtung Ortsausgang. Auf diesem Weg wurde das Mädchen zuletzt gesehen.

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