14.12.2018 - 12:44 Uhr
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Vor 42 Jahren verschwand Monika Frischholz: Kripo rollt Fall neu auf

Vor 42 Jahren verschwindet in Flossenbürg die zwölfjährige Monika Frischholz am helllichten Tag. Nach einem „interessanten Zeugenhinweis“ rollt die Kripo Weiden den Fall neu auf. Sie geht von Mord aus.

Monika Frischholz.
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Es ist einer der wenigen ungelösten Kriminalfälle der Oberpfalz. Jetzt hat die Kriminalpolizei Weiden eine Ermittlungsgruppe, ähnlich einer "Soko", gegründet. Sie will den möglichen Tod der Schülerin aufklären.

Die "EG Froschau" - benannt nach der kleinen Seitenstraße im Ortskern, wo das Mädchen zuletzt gesehen worden war - geht davon aus, dass die Jugendliche ermordet worden ist. Das Bayerische Landeskriminalamt hat für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, eine stattliche Belohnung in Höhe von 10 000 Euro ausgesetzt. "Mord verjährt nicht. Man will nichts unversucht lassen, das Verschwinden doch noch aufzuklären", sagte Florian Beck, Sprecher des Polizeipräsidiums Regensburg am Freitag.

Hier verschwand Monika Frischholz

Flossenbürg

Am Dienstagnachmittag, 25. Mai 1976, hatten Zeugen die Schülerin zum letzten Mal in ihrem Heimatort Flossenbürg gesehen. Sie ging vom Stieberweg, wo ihr Elternhaus stand, durch die Floßer Straße in Richtung des früheren Bahnhofs am Ortsausgang. Sie wollte sich laut Polizei mit einem jungen Burschen treffen. Seitdem gab es kein Lebenszeichen mehr von ihr. Die 1976 und 1986 geführten intensiven Vernehmungen, Ermittlungen sowie Überprüfungen von regionalen und überregionalen Spuren und Alibis führten nicht zur Aufklärung des Sachverhaltes.

Die Kripo Weiden erhielt jetzt einen interessanten Zeugenhinweis, der den Verdacht eines Tötungsdelikts nahelegt und gründete daraufhin die EG Froschau. Unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Armin Bock durchforsteten, studierten und überprüften in den vergangenen Wochen fünf Kriminalbeamte die damals erstellten polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Akten in allen Einzelheiten.

"Profiler" dazugezogen

Dabei bewerteten sie die Unterlagen nicht nur mit ihrem langjährigen Erfahrungsschatz aus dem Bereich der Mordermittlungen, so Beck. Sie bedienten sich auch neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Sexualmorden und der Einschätzung von Fallanalytikern der operativen Fallanalyse Bayern (OFA) aus München. Die erfahrenen Beamten, teils Sachbearbeiter von "Cold-Case"-Fällen, kamen mit ihren Beratern und der Staatsanwaltschaft Weiden zu dem Schluss, dass das Verschwinden von Monika Frischholz als Mordfall nochmals geprüft werden sollte.

Oberstaatsanwalt Bernhard Voit, stellvertretender Leiter der Staatsanwaltschaft Weiden, leitet die Ermittlungen von Seiten der Staatsanwaltschaft. Nach den bisherigen Erkenntnissen gehen die Kriminalbeamten mittlerweile davon aus, dass Monika Frischholz am 25. Mai 1976 in den Nachmittags- oder Abendstunden noch in unmittelbarer Ortsnähe Flossenbürg auf ihren späteren mutmaßlichen Mörder getroffen ist. Der Ablageort ihrer Leiche ist bis heute noch nicht gefunden worden.

Monika Frischholz war 160 Zentimeter groß, hatte eine mittelschlanke Figur, trug halblanges, dunkelbraunes bis schwarzes Haar, und war bekleidet mit einer dunkelgrünen, langen Hose, einem gelben, kurzärmeligen Pullover und einer rot-schwarz gemusterten Strickweste. Zudem trug sie braune Halbschuhe.

Die EG Froschau ermittelt in alle Richtungen und bittet nun die Bevölkerung nochmals, vor allem damalige Zeitzeugen, die sich bis jetzt noch nicht gemeldet haben, um sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des Mordes unter der Rufnummer 0961/401-291. Jeglicher noch so kleine Hinweis könne dabei für die Ermittler von großer Bedeutung sein.

Hohe Belohnung

Das Bayerische Landeskriminalamt München setzte für Mitteilungen, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro aus. Die Belohnung wird nur unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt und verteilt. Sie ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamte, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört, bestimmt.

Hier wurde das Mädchen zuletzt gesehen: Monika Frischholz ging die Flosser Straße ortsauswärts in Richtung Bahnhof, heute Standort Schulte & Schmidt.
Eine Simulation zeigt, wie das Mädchen bei seinem Verschwinden gekleidet war.
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