27.08.2018 - 11:05 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Gefahr für regionale Wälder: Bayerische Staatsforsten schlagen Alarm

Ein paar Spritzer Regen reichen nicht. Bei den Bayerischen Staatsforsten lodert es gleich in doppelter Hinsicht lichterloh. Themen mit hohem Stellenwert sind die Waldbrandgefahr und das Unheil, das der Borkenkäfer anrichtet.

Der stellvertretende Leiter des Forstbetriebs hat Sorgen. Ingo Greim berichtet von vier Waldbränden in jüngster Zeit. Bild: nm
von Bernhard NeumannProfil

(nm) Ein paar Spritzer Regen reichen nicht. Bei den Bayerischen Staatsforsten lodert es gleich in doppelter Hinsicht lichterloh. Themen mit hohem Stellenwert sind die Waldbrandgefahr und das Unheil, das der Borkenkäfer anrichtet.

Beim stellvertretenden Leiter des Flossenbürger Forstbetriebs Ingo Greim schrillen täglich auf's Neue die Alarmglocken, zumindest wenn die Sonne scheint und die Temperaturen nach oben klettern. In jüngster Vergangenheit gab es vier Waldbrände. Es waren Glücksfälle, dass die Flammen rechtzeitig bemerkt wurden und die Feuerwehren Katastrophen gerade noch abwenden konnten. In Mitleidenschaft gezogen wurden Flächen nahe der Silberhütte, bei der Altglashütte, bei Neuenhammer und bei Plößberg. In einem Fall spielte eine Glasscherbe eine Rolle, bei den restlichen Vorfällen ließen sich die Ursachen nicht ergründen. Greim berichtete von vier Sachverhalten: "Obwohl jeder weiß, wie gefährlich es ist, Glas oder Zigarettenkippen wegzuwerfen, es kommt infolge von Leichtsinn und Gedankenlosigkeit immer wieder vor."

Nicht unterschätzt werden dürfe das Parken auf dürrem Gras: "Und man sollte es nicht glauben, dass es Menschen gibt, die selbst jetzt neben dem Wald Lagerfeuer schüren." Ein bisschen Regen könne das Gefahrenpotenzial nicht entschärfen: "Die Niederschläge müssten schon lange und gut dosiert anhalten." Wie dramatisch die Situation im Wald ist, zeigt die Waldklimastation auf der Altglashütte. Selbst einen Meter tief im Boden lässt sich keine Feuchtigkeit mehr feststellen. Das spielt nicht nur bei der Waldbrandgefahr eine wichtige Rolle, sondern bedeutet auch "Stress pur" für die Bäume: "Bis vor Kurzem war der Borkenkäfer kein Thema. Jetzt hat sich das grundlegend gewandelt." Die Population der Tierchen explodiert. Wer mit offenen Augen unterwegs ist, sieht immer mehr dürre Wipfel. Der Forstbeamte blickt sorgenvoll nach oben: "Die Schädlinge finden mit den geschwächten Bäumen eine leichte Beute vor. Es müsste viel kälter werden, damit das zurückgeht."

Die Trockenheit seit April ist ursächlich für den Käfer-Boom: "Noch dazu zeichnet sich eine gravierende und dauerhafte Wetteränderung nicht ab." Als Folge fallen wöchentlich 1000 Festmeter Käferholz an: "Mittlerweile lässt sich fast schon von katastrophalen Ausmaßen sprechen. Hinzu kommt die angespannte Situation auf dem Holzmarkt."

 

 

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