19.08.2019 - 10:49 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

In Granit verwandelte Gedanken

„Sprechen sie mit den Künstlern, diskutieren sie mit ihnen und fragen sie“, dieser Aufforderung von Verena Reimann folgten 50 Besucher. In erster Linie staunten sie aber über die präsentierten, in Granit gefassten Impressionen.

"Freiheit", so der Titel einer Granitstele, die durch die Luft zu schweben scheint. Es war eines der imponierenden Werke, die Kunstschule-Studenten während der 14-tägigen Exkursion entstehen ließen.
von Bernhard NeumannProfil

Zwei Wochen war nicht zu überhören und nicht zu übersehen, dass eine Gruppe von Studenten der „Edith Maryon Kunstschule Freiburg“ das Gelände beim Plattenbergbruch in Beschlag genommen hatte. Ganz jung waren die Frauen und Männer nicht mehr. Sie stehen mitten im Berufsleben und absolvieren die vier Jahre dauernde Bildhauer-Ausbildung zusätzlich.

Reimann ging es während der 14 Tage um das Kennenlernen des Granits als Werkstoff für die künstlerische Arbeit. Die Kursleiterin der Schule in Munzingen, einem Freiburger Stadtteil, sparte nicht mit Tipps und Hinweisen zum Umgang mit dem Urgestein. Am Herzen lag ihr das Gefühl und die Wertschätzung für das Material: „Aus dem von den Teilnehmern ausgewählten ‚Brocken’ entstanden Werke, die bei einem Rundgang von den Autoren vorgestellt werden.“

Bevor es soweit war, rückte Reimann stellvertretend für viele Helfer vier Männer der Granitwerke Baumann in den Mittelpunkt: „Mario, Heinz, Arnold und Winfried ließen uns über die Schulter schauen. Sie halfen uns selbst bei außergewöhnlichen Anliegen mit Rat und Tat.“ In das Lob stimmten die Teilnehmer ein. Immer wieder war zudem von der Freude über die herzliche Aufnahme durch die Flossenbürger zu hören.

Dann hatten die neun Teilnehmer, zwei mussten aus beruflichen Gründen früher abreisen, das Wort. Sie führten die Gäste, unter ihnen Bürgermeister Thomas Meiler, zu den mit Hammer und Meißel oder der Flex geschaffenen Skulpturen. Der Granit-Reigen reichte vom hoch auf einem Steinhaufen thronenden „Wächter“ über die „Träumende Frau“ oder die Kombination von Stein und Holz bis hin zum „Manuskript“, einem steinernen Papierstapel.

Für einen Aha-Effekt sorgte eine Teilnehmerin aus der Schweiz. Der mit Alu-Draht umwickelte mächtige Granitblock funkelt, bei passendem Sonnenstand, wie mit Tausenden von Edelsteinen besetzt. Schwer fiel nach einem Abschiedsfest am Freitagabend und dem Verladen der Kunstwerke am nächsten Morgen der Abschied von Flossenbürg und den hier lebenden Menschen. „So viel Aufgeschlossenheit ist keineswegs selbstverständlich“, kommentierten die Künstler die Kontakte. Wiederkommen will Reimann mit ihren Studenten auch im kommenden Jahr. Dann bereits zum 15. Mal.

Lebensfreude und Jubel versinnbildlicht diese Granitfigur. Werkzeuge dafür waren die Flex, Hammer und Meißel.
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