05.07.2019 - 10:20 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Historiker und Lehrer aus Italien zu Gast in KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Jahrelang galt das Konzentrationslager Flossenbürg als das "vergessene KZ". Das hat sich mit der Gedenkstättenarbeit verändert. Auch im Ausland.

Nicht nur das Gelände, auch die Dauerausstellung und das Konzept der Gedenkstättenarbeit beeindruckt eine Gruppe italienischer Historiker. Sie wollen dies in einem Reiseführer für Schüler ausführlicher vorstellen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Am Mittwoch gastierte eine Gruppe italienischer Historiker und Lehrer in der Gedenkstätte. Sie recherchierten für einen Reiseführer für Schüler, die ehemalige Lager in Süddeutschland und Österreich besuchen wollen: Mauthausen, Dachau und Flossenbürg.

In Flossenbürg interessierte sie vor allem der pädagogische Ansatz. Darüber sprachen sie unter anderem mit Dr. Christa Schikorra, der Leiterin der Bildungsabteilung. Ab welcher Jahrgangsstufe ist der Besuch einer Gedenkstätte sinnvoll? Wie bereitet man so einen Besuch am besten vor? Welche Seminar- und Unterrichtsangebote gibt es vor Ort? Wo bringt man Schülergruppen am besten unter? Welche Orte verknüpft man mit dem Besuchsprogramm? In welchen Sprachen gibt es Materialien?

Das "vergessene KZ" sei deshalb so interessant, weil es Erfahrung bei der Arbeit mit Jugendgruppen hat, erklärten die Organisatoren Carlo Saletti aus Verona und Antonella Tiburzi aus Meran. Beim anschließenden Rundgang durch die Gedenkstätte wurde deutlich, dass über manche Aspekte von Faschismus und Nationalsozialismus in Deutschland anders als in Italien gesprochen werde. Manche Aspekte würden jenseits des Brenners im Geschichtsunterricht fast gar nicht angesprochen. Ein Besuch von Gedenkstätten könnte dies ändern. Schikorra gab den Pädagogen den Tipp, die Themen Deportation und Verhaftung vor allem an Einzelschicksalen erarbeiten zu lassen und dann in den historischen Zusammenhang einzubetten.

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