(shl) Maximilian Üblacker junior ist die Ruhe selbst. Auch ohne Yoga. "Dafür hätte ich gar keine Zeit", lacht der 29-Jährige. Langjährige Erfahrung und eine ruhige Hand haben ihm zum zweiten Mal nach 2010 zum Sieg der Regionalmeisterschaft Nordbayern im Gabelstaplerfahren verholfen. Üblacker setzte sich am vergangenen Wochenende beim "Müller-StaplerCup" in Nürnberg gegen insgesamt 150 Teilnehmer durch, stapelte Mini-Fässer, jonglierte durch Parcours und setzte milimetergenau Fahnenstangen. In 4:06 Minuten war er durch - elf Hundertstel vor dem Zweitplatzierten. Üblacker arbeitet im Familienbetrieb, ein Metall- und Schrotthandel in Flossenbürg mit insgesamt sechs Mitarbeitern. Vater Maximilian Üblacker senior ist stolz auf seinen Sohn. "Ein paar Mal war ich beim Finale dabei. Er macht das schon ganz gut." So gut, dass er vom 20. bis 22. September im Finale der Deutschen Meisterschaft in Aschaffenburg antritt.
ONETZ: Herr Üblacker, Sie machen das gut, lobt ihr Vater. Haben Sie viel geübt?
Max Üblacker: Überhaupt nicht. Im Arbeitsalltag fahre ich eigentlich relativ wenig mit dem Gabelstapler. Vielleicht zwei Stunden am Tag. Meistens sitze ich im Lkw.
ONETZ: Dann sind Sie ein Naturtalent?
Max Üblacker: (lacht) Es scheint so. Ich saß schon mit sechs Jahren auf dem Stapler, damals noch die kleine Ausgabe für Kinder. Heute bewege ich beruflich bis zu drei Tonnen mit dem Fahrzeug. Die Teilnahme am Wettbewerb macht einfach riesig Spaß. Das ist mein Hobby.
ONETZ: Wann nahmen Sie das erste Mal am StaplerCup teil?
Max Üblacker: Das war 2008. Ein Fernsehbeitrag brachte mich auf den Wettbewerb. Beim ersten Mal belegte ich Platz 11. Danach wurde es immer besser, mehrere Male war ich auch Zweiter. 2016 wurde ich erstmals Deutscher Meister.
ONETZ: Wer ist Ihre Konkurrenz?
Max Üblacker: Die wird immer größer. Über 2000 Staplerfahrer bewerben sich jedes Jahr um den Titel „Deutscher Meister im Staplerfahren“. Der erste Schritt ist aber die Teilnahme an einer der Regionalmeisterschaften. Da gibt es bundesweit 25. Ich bin in Nürnberg gestartet und kam mit den besten 20 ins Finale. Wir kennen uns untereinander, da entstehen auch Freundschaften. Die letzten Jahre standen immer die gleichen Gesichter auf dem Siegertreppchen.
ONETZ: Welche Aufgaben mussten Sie absolvieren?
Max Üblacker: In der Vorrunde platzierte ich mit der Gabel Bierfässer, absolvierte den "heißen Draht" und musste eine Styroporscheibe in eine Halterung einhängen. Fies, wenn gerade in dem Moment ein Windstoß kommt. Im Finale ging´s dann Mann gegen Mann. Du fährst zwei Parcours und wechselst zwischendurch auch noch den Gabelstapler. Mit dem Elektrostapler, auf dessen Gabelzinken ein Mini-Stapler platziert ist, werden knapp zwei Zentimeter große Fässchen von A nach B bewegt und gestapelt. Anschließend musste ich mit dem Dieselstapler Fahnenstangen "greifen" und aufstellen. Fällt etwas runter gibt´s Strafzeiten.
ONETZ: Klingt nach absoluter Präzisionsarbeit.
Max Üblacker: Ja, das ist es. Aber das macht den Reiz aus. Der Stapler ist ja eher ein grobmotorisches Fahrzeug, und normalerweise bewege ich damit Gitterboxen, Paletten oder größere Metallteile. Es braucht Erfahrung, Geschick, technisches Verständnis und auch räumliches Vorstellungsvermögen. Und es fährt ganz viel Glück mit!
ONETZ: An dem hat´s ja in Nürnberg offenbar nicht gemangelt.
Max Üblacker: Einen Tag vor dem Wettbewerb kam ich aus dem Urlaub zurück. Ich habe noch zu meiner Freundin Julia gesagt, dass ich eh keine großen Chancen habe. Und dann der Sieg. Vielleicht lag´s auch an der Lederhose, die ich als einziger anhatte.
ONETZ: Was bringt Sie ins Schwitzen?
Max Üblacker: Der "heiße Draht" ist tricky. Da bleibt man schnell mal hängen, wenn man die Uhr im Nacken hat.
ONETZ: Der Ausrichter des StaplerCups, der Hersteller "Linde", verfolgt mit dem Wettbewerb auch das Ziel, Staplerfahrer für das Thema Sicherheit zu sensibilisieren.
Max Üblacker: Wer keine Sicherheitsschuhe trägt, ist raus. Wir müssen uns auch anschnallen. Alkoholosiert darf sowieso niemand ans Steuer. Du musst Deine Umgebung und den Wendekreis mit der Hubgabel immer im Auge haben. Da kann schnell mal was passieren. Teilnehmen darf nur, wer den "Staplerführerschein" besitzt.
ONETZ: Sind Sie 2019 wieder dabei?
Max Üblacker: Ich denke schon. Es ist einfach eine große Gaudi. Gerne würde ich auch einmal an einer Weltmeisterschaft teilnehmen und mich mit internationalen Kollegen messen.


















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