Der Agrar-Ingenieur hat dem Gemeinderat das Natur-Kultur-Konzept vorgestellt, das sein Büro Proland derzeit ausarbeitet, getragen und gefördert mit Mitteln des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald. Es geht um eine Aufwertung beziehungsweise eine Verbesserung der bestehenden Tourismus-Angebote mit klarem Fokus auf Naturschutz, Naturerleben, Umweltbildung.
"Steinwelten erleben"
Flossenbürg hat immerhin verschiedene Alleinstellungsmerkmale: neben der Geologie das Naturschutzgebiet mitten im Ort und das Panorama. Hofberger skizzierte die Möglichkeiten, Umweltbildung zu vermitteln unter dem Schlagwort „Steinwelten erleben“. Statt wie früher auf Infotafeln setze man heute auf GPS-gesteuerte Smartphone-Apps, die interaktiv durch Erlebnispfade führten, aber auch auf didaktisches Lehrmaterial und auf das unmittelbare Erlebnis vor Ort. Wo soll das passieren? Auf fünf Themenwegen: dem Weg des Granits, dem Steinbruchweg, dem Sonne- und Schattenweg, dem Moorweg und dem Panoramaweg, die im weitesten Sinn bereits existieren, die nur weiterentwickelt und miteinander verbunden werden sollen.
Hofberger stellt verschiedene Ideen für diese Wege vor: Öko-Durchblicke im übertragenen wie im wörtlichen Sinn, Erlebnisplätze an Steinbrüchen. Der bestehende Panoramaweg, der heute kein Panoramaweg mehr sei, soll Hofberger zufolge in „Elfenweg“ umbenannt werden. Elfen deshalb, da Steinelfen als Sympathieträger oder Marketinginstrument eingeführt werden könnten; diese tauchten dann immer wieder an den verschiedenen Orten auf und vermittelten Informationen, übernähmen verschiedene Rollen und seien Sprachrohr für Flossenbürg. Analog zu den Stadtrundfahrten in größeren Städten schlägt Hofberger eine Landrundfahrt unter dem Titel „NaTour“ vor. Der Planer fasst seine Ideen zusammen unter dem Schlagwort „Flossenbürg - immer einen Steinwurf voraus“.
Die Biologin Mathilde Müllner von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes unterstreicht, dass die Förderung aus Naturpark-Mitteln bedeute, dass der Fokus auf Natur und Umwelt liegen müsse. Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts müsse die Weiterentwicklung des offenen Blicks auf den Schlossberg sein, der derzeit unter schwierigen Bedingungen durch die Beweidung mit Schafen gewährleistet werde.
Vorschlag: weniger mähen
Entscheidend sei es, die Belange des Schäfers und die Bedürfnisse der Besucher unter einen Hut zu bringen. Den Worten Müllners zufolge hat Flossenbürg „viele Möglichkeiten“, die es auszubauen gelte. Sie schlägt vor, sich bei der Bewirtschaftung sowohl öffentlicher wie privater Flächen zu verabschieden von Begriffen wie „sauber“ und „grün“; allein durch weniger häufiges Mähen sei schon viel gewonnen.
Bürgermeister Thomas Meiler spricht von einem „Weg für die nächsten Jahrzehnte“; wichtig sei es, die Bürger auf diesem Weg mitzunehmen und frühzeitig zu informieren.













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