Die in der Energiegenossenschaft Zeno zusammengeschlossenen Kommunen stehen bei der Energieeffizienz gut da. Fast zwei Jahre beschäftigte sich das Institut für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden damit. Am Dienstag kamen die Ergebnisse in Flossenbürg auf den Tisch.
Beim gastgebenden Bürgermeister Thomas Meiler, seinem Amtskollegen Günter Stich aus Floß sowie Reinhard Gayer und Boris Damzog lag die Federführung für ein Projekt, das es beim OTH-Institut in dieser Größenordnung noch nicht gab. Professor Markus Brautsch, Simon Heim und Maximilian Conrad sind für den Energienutzungsplan verantwortlich.
Im „Restaurant „Gaisweiher“ blickte Brautsch zurück: „Es war eine gewaltige Herausforderung, die wir auch meisterten. Die Kommunen steuerten dazu mit großem Engagement bei.“ Als Zeno-Gemeinden wurden Eslarn, Flossenbürg, Floß, Krummennaab, Leuchtenberg, Püchersreuth, Störnstein, Tännesberg und Vohenstrauß unter die Lupe genommen. Mit an Bord waren die Stadtwerke Weiden. Rund 40 Vertreter der Beteiligten erfuhren an dem Abend mehr über Aspekte einer regionalen Energiewende auf der Basis interkommunaler Zusammenarbeit.
Über das wichtigste Ergebnis staunte sogar Brautsch: „Stattliche 78 Prozent des benötigten Stroms in einer Größenordnung von 97000 Megawatt pro Jahr stammen bei uns aus eigenen erneuerbaren Energien. Das ist ein glänzender Wert für ein solch großes Gebiet.“
Aktuell errechnen sich so vier Tonnen CO2-Ausstoß pro Einwohner. Senken ließe sich das auf 0,2 Tonnen: „Das ist keineswegs utopisch, sondern machbar.“
Mit einer solchen Zahl würde die Zeno-Region den Klimaschutzzielen, mit der Prämisse, die Erderwärmung nicht über zwei Grad steigen zu lassen, entsprechen: „Ganz ohne Anstrengung geht das nicht. Aber der hohe Anteil des von den Betrieben benötigten Stroms bietet ein beachtliches Einsparpotenzial. Für Photovoltaikanlagen ist noch viel Platz. Biogas und Wasserkraft tragen schon jetzt gut zur Grundversorgung bei.“ Nicht notwendig erachtete der Referent eine Vielzahl von Windrädern: „Zehn wären genug. Mit all dem hätten wir ein Voll- oder sogar eine Überversorgung mit Eigenstrom.“
Die Hochschulleute hatten genau hingeschaut und setzten sich auch mit Details auseinander. Dazu zählt jeweils eine konkret denkbare Maßnahme für jede beteiligte Kommune. Als Beispiele dienten der Ersatz für die Elektroheizung an der Grundschule Tännesberg oder eine Photovoltaikanlage für die Püchersreuther Kläranlage. Brautsch warnte aber: „Nicht alles Machbare ist sinnvoll. Da muss bei jedem Einzelfall genau hingeschaut werden. Energieeffizienz ist wichtig, eingesetzte Geldmittel sind es allerdings auch.“
Eine Diskussionsrunde und zahlreiche Fragen führten vor Augen, welch hohen Stellenwert das von Zeno finanzierte 70000-Euro-Projekt hat. Der Staat steuerte 70 Prozent Zuschuss bei. Das Themenspektrum reichte im zweiten Teil des Abends von intelligenten Haushaltsgeräten bis hin zur Zukunftsmusik mit dezentralen und untereinander verbundenen Speichern, sogenannten „Schwarmsystemen“. Ein Aufruf galt dem Aufbau eines Energieeffizienz-Netzwerkes. Vier Kommunen sind bereits dabei, sechs sind mindestens nötig.













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