02.10.2019 - 15:15 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

KZ-Gedenkstätte: Weidener Schüler eröffnen Light-Painting-Ausstellung

Was war? Was bleibt? Was hat das mit mir zu tun? Diesen Fragen widmen sich zwölf Schüler der Wirtschaftsschule Weiden. Ihre Light-Painting-Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg dazu ist ein Novum.

Fasziniert betrachten einige Besucher die Lichtmalereien der Schüler der Weidener Wirtschaftsschule.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

Stimmengewirr und gespannte Neugierde im Veranstaltungssaal des Bildungszentrums der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Zwölf Weidener Wirtschaftsschüler eröffneten am Dienstagabend als erste Schülerausstellung überhaupt ihre Light-Painting-Ausstellung: "KZ-Gedenkstätte Flossenbürg - 74 Jahre nach der Befreiung. Was war? Was bleibt? Was hat das mit mir zu tun?"

Eine der Fragen, die sie sich stellten mussten, war laut Schüler Justin Eckert: "Wie kann man veranschaulichen, was passiert ist?" Lena Olbrich ergänzte: "Wir wollten ein Bewusstsein schaffen für das, was passiert ist, damit es sich nicht wiederholt." Das Ziel habe auch darin bestanden, "mit neuen Medien einen Zugang zur Geschichte zu finden und diese erlebbar zu machen", sagte Lehrerin Heike Krafczyk, die das Projekt mit ihrer Kollegin Ursula Soderer betreute.

Dafür setzten sich die Schüler im Projektunterricht mit der Geschichte des Konzentrationslagers auseinander. Sie beschäftigten sich mit Erzählungen, Berichten, Filmdokumentationen sowie Zeitzeugenberichten und vertieften ihr Wissen bei einem Rundgang in der Gedenkstätte. Ihre Gedanken und Emotionen stellten sie mit Farb- und Lichteffekten in Form von Lichtmalerei dar. Jedes Bild enthält einen QR-Code, den der Betrachter mit seinem Handy scannen kann. So ist es ihm möglich, Eindrücke der Schüler kennenzulernen.

Bei dem Projekt sei "ein sehr genuines Ergebnis" herausgekommen, freute sich Gedenkstättenleiter Jörg Skriebeleit. Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher lobte ebenso wie Thomas Reitmeier, Schulleiter der Europaberufsschule BSZ II Weiden, das Engagement der Schüler. "Kopfschütteln alleine ist zu wenig in dieser Zeit", sagte Höher. Um handeln zu können, sei es wichtig zu verstehen, was passiert ist. Es gelte, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv für eine Gesellschaft zu engagieren, "in der wir frei sind und keine Angst haben müssen". Stellvertretender Landrat Albert Nickl betonte: "Wir sind nicht schuld an dem, was war. Aber wir tragen Verantwortung für das, was kommt. Nur wer die Gefahren kennt, kann sie bekämpfen."

Die Ausstellung wurde bereits mit dem Förderpreis des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten prämiert und hat den Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz im Bereich "Ästhetisch-künstlerisches Handeln und Soziokultur" erhalten. Sie ist noch bis Dienstag, 8. Oktober, in der Gedenkstätte zu sehen. Anschließend wird sie als Wanderausstellung an alle Schulen verliehen.

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