13.10.2019 - 10:26 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Natascha Kohnen gratuliert zum Jubiläum

Es ist schon fast finster, doch Natascha Kohnen steigt dennoch hinunter ins „Tal des Todes“. Vor dem Festabend zum 110-jährigen Gründungsjubiläum der SPD erinnerte sie in der KZ-Gedenkstätte an die Opfer des Terrors.

Beeindruckt zeigte sich Natascha Kohnen von der 110-jährigen Geschichte der Flossenbürger SPD. Am Freitag hatten sich zum runden Geburtstag 80 Gäste im Saal des "Museumscafés" eingefunden.
von Bernhard NeumannProfil
Eine nachdenkliche Stimmung beim Treffen am "Stein des Anstoßes": Natascha Kohnen (Dritte von rechts) sah sich erstmals in der KZ-Gedenkstätte um.

Tief bewegt ließ sich am Freitag die Vorsitzende der Landes-SPD vom örtlichen Vorsitzenden Roman Schell und von Andrea Egner über das Geschehen von 1938 bis 1945 und die folgende Entwicklung der Gedenkstätte informieren. Kohnens Reaktion: "Was damals geschah, sprengt jede Vorstellungskraft. Es ist gut und wichtig, dass sich Albert Schwägerl vehement für einen solchen 'Stein des Anstoßes' engagierte." Das Mahnmal aus einem mächtigen Granitblock gilt der Erinnerung an alle Opfer und ist speziell den Toten in den Reihen der SPD gewidmet.

Im Saal des "Museumscafés" setzte sich Kohnen in ihrer Festansprache mit dem "neuen Faschismus" auseinander. Für Argumente seien leider einige Kräfte nicht zugänglich: "Hier werden vielmehr bewusst Ängste in der Gesellschaft geschürt. Der Bogen spannt sich von der Erziehung, über die Gesundheitsvorsorge, die Pflege oder das Wohnen bis hin zur Mobilität. Wir brauchen einen starken Staat, der sich intensiv um die Themen kümmert. Das alles den Kräften des Marktes zu überlassen, wird den Menschen nicht helfen."

Nicht beirren lassen

Die Rednerin erinnerte in dem Zusammenhang an den zuvor präsentierten geschichtlichen Rückblick von Andrea Egner auf die vergangenen 110 Jahre: "Schon in den Anfängen war es nicht leicht, sich zur Sozialdemokratie zu bekennen. Die damaligen SPD-Mitglieder, in Flossenbürg und in vielen weiteren Orten, ließen sich aber nicht beirren im Kampf um soziale Gerechtigkeit, um Menschlichkeit und Gerechtigkeit." Das müsse in der Gegenwart verstärkt ins Bewusstsein rücken. So lasse sich den Menschen die Angst nehmen: "Und radikalen Kräfte wird der Nährboden entzogen."

Ein Kompliment galt der Tatsache, dass Kommunalpolitik auch ein Miteinander der verschiedenen demokratischen Kräfte bedeutet: "Heute sind als Gäste auch die anderen Parteien im Gemeinderat vertreten. Das zeugt von gegenseitigem Respekt und dem Willen, zusammen das Beste für den Ort zu erreichen."

Ortsvereinsvorsitzender Roman Schell würdigte den in der Grenzgemeinde stets bewiesenen Dienst am Mitmenschen: "Die Flossenbürger SPD hat darauf nie vergessen. In guten und in schlechten Zeiten hatte das stets oberste Priorität." Ein weiterer Aspekt erstrecke sich über den gesamten Zeitraum des Bestehens: "Unsere Mitglieder bekennen sich offen, und das in Höhen und Tiefen während der langen Zeit, zur Sozialdemokratie."

Mut der Gründerväter

Mehr davon wusste Andrea Egner zu erzählen. Sie verstand es ausgezeichnet, die wichtigsten und bemerkenswertesten Stationen der 110 Jahre vorzustellen. Die Gemeinderätin schilderte kurzweilig und spannend die Probleme und den Mut der Gründerväter, die ausgezeichneten Wahlergebnisse der "roten Hochburg", die Anfeindungen der Nazis oder auch die unvergessene Arbeit zahlreicher Persönlichkeiten in den Reihen der Flossenbürger SPD.

Glückwünsche und Grüße zum "runden Geburtstag" übermittelten Bürgermeister Thomas Meiler mit den Mitgliedern des Gemeinderates, MdB Uli Grötsch, Franz Schindler für den SPD-Bezirk, Markus Ludwig für den Kreisverband und Robert Lindner für die stattliche, aus dem Nachbarort Floß gekommene Delegation. Im Weiteren gratulierten stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger, Gisela Birner und der Flosser Bürgermeister Günter Stich. Musikalische Glanzpunkte setzten an dem Abend Willibald Wirth und Martina Brenner mit Violine und E-Piano. Um den festlichen Rahmen und das leibliche Wohl kümmerte sich ebenso bravourös das Team des "Museumscafés".

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