07.04.2019 - 13:00 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Neue bezahlbare Wohnungen

Die Gemeinde macht sich auf den Weg, billige Sozialwohnungen zu schaffen. Der Bedarf scheint gegeben: Dieser Tage erst hat wieder eine Familie Flossenbürg verlassen, nachdem sie am Ort keine passende bezahlbare Wohnung gefunden hat.

Das marode Mehrfamilienhaus in der Birkenstraße 9 soll einem Neubau mit voraussichtlich sechs Sozialwohnungen plus Garagen weichen.
von Gabi EichlProfil

Von dem aktuellen Fall berichtete Bürgermeister Thomas Meiler in der Gemeinderatssitzung, in der es erneut um die Zukunft des Mehrfamilienhauses in der Birkenstraße 9 und die des sogenannten „Zwölferblocks“ in der Birkenstraße 21, 23 und 25 ging. Auch wenn im öffentlichen Teil der Sitzung noch nichts entschieden wurde, da es noch Diskussionsbedarf unter Ausschluss der Öffentlichkeit gab, zeichnete sich doch ab, dass das sehr heruntergekommene Haus in der Birkenstraße 9 voraussichtlich abgerissen wird, während der „Zwölferblock“ modernisiert werden soll.

Förderung positiv geprüft

Die Fördermöglichkeiten für dieses Vorhaben nach den Regularien des „Bayerischen Modernisierungsprogramms 2019“ erläuterte den Gemeinderäten Birgitt Niegl von der Abteilung Wohnungsbauförderung der Regierung der Oberpfalz, die zusammen mit ihrem Sachgebietsleiter Manfred Ahles aus Regensburg gekommen war. Die grundsätzliche Förderfähigkeit der Vorhaben ist bereits von der Regierung positiv geprüft.

Nach dem Abbruch des Hauses in der Birkenstraße 9 ist auf dem Grundstück der Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses mit sechs Wohnungen einschließlich Garagen geplant; das Grundstück kann den Worten Niegls zufolge als Eigenleistung der Gemeinde in die Finanzierung eingebracht werden, damit entfielen die grundsätzlich notwendigen zehn Prozent Eigenkapital. Diese zehn Prozent müssten jedoch im Fall der Birkenstraße 21 bis 25 aufgebracht werden, da hier nur modernisiert, nicht neu gebaut werden soll. Niegl suchte den Gemeinderäten die Vorhaben unter anderem als Schaffung gemeindeeigener Vermögenswerte schmackhaft zu machen.

Sanierung unwirtschaftlich

Alexander Sailer (FWG) fragte Niegl, ob die Birkenstraße 9 nicht vielleicht doch noch zu sanieren sei. Niegl verneinte deutlich; in erster Linie wegen des mangelnden Wohnstandards sei eine Sanierung in diesem Fall unwirtschaftlich. Sailer sagte, er sei grundsätzlich ein Verfechter eines einzigen Standorts, da das die Verwaltung vereinfache. Er sprach sich dafür aus, anstelle eines Neubaus in der Birkenstraße 9 lieber den „Zwölferblock“ zu erweitern, zum Beispiel durch eine zweite Häuserzeile. Der Bürgermeister verwies auf das Gebäude in der Flosser Straße 6; hier habe die Gemeinde keinerlei zusätzlichen Verwaltungsaufwand, da die Mieter bereit seien, einen Hausmeisterservice zu bezahlen. Eine Erweiterung der Häuser in der Birkenstraße 21 bis 25 ginge überdies zu Lasten des schönen Hinterhofs der drei Häuser, der die Wohnungen stark aufwerte. „Wir sind auf dem Land, wir sind gewohnt, Fläche zu haben“, sagte Meiler.

Der SPD-Sprecher Roman Schell brachte die Überlegung ins Spiel, ob es nicht sinnvoller sei, für eine Sanierung des „Zwölferblocks“ Fördermittel aus der Städtebauförderung zu beantragen.

Not trotz Leerständen

Thema Leerstände: Auch Flossenbürg hat wie so viele Kommunen Leerstände, wie mehrfach betont wurde. Manfred Ahles sagte dazu, das ändere nichts daran, dass gleichzeitig ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum herrsche. Und Meiler unterstrich, leerstehende Wohnungen in Privatbesitz, die nicht vermietet würden, aus welchen Gründen auch immer, seien für ihn kein Leerstand. Das sei Eigentum und Sache des Eigentümers.

Sollte sich der Gemeinderat zu einem Neubau in Hausnummer 9 entschließen, würden die Mieter des derzeit voll belegten „Zwölferblocks“ in den Neubau umziehen, damit die drei anderen Häuser saniert werden können.

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