Glanzvoller Höhepunkt des Geschehens war ein Empfang bei Bürgermeister Youro Casier im Rathaus. Zusammen mit seinem Flossenbürger Amtskollegen Thomas Meiler besiegelte er offiziell die Partnerschaft. Die belgischen und die deutschen Teilnehmer an der Zeremonie ließen sich die Müdigkeit nicht anmerken, denn an Schlaf war während der vier Tage kaum zu denken.
Am Vorabend, gleich nach der Ankunft, vergingen die Stunden wie im Flug. "Musik ohne Grenzen" war bis spät in die Nacht hinein angesagt. Zwei Bands spielten zur Unterhaltung auf. Zum einen war das die Flossenbürger Gruppe "Wyatt Earp" und zum anderen Künstler rund um Elke Durnez, die Tochter des Hauptorganisators für die vier Tage, Yves Durnez.
Durnez lud die Gäste aus der Oberpfalz am nächsten Tag zum Wohnsitz seiner Familie ein. Dort hat er eine umfangreiche Ausstellung mit Daten und Fakten aus der Geschichte zusammengetragen. Enthalten sind zahlreiche Erinnerungen zu den Schicksalen von Verwandten, insbesondere auch seines Vaters Marcel Durnez. Sie waren im KZ Flossenbürg dem Naziterror ausgeliefert.
Tiefe Eindrücke hinterließ genauso eine Exkursion nach Ypern. Die Stadt in Flandern lag während des Ersten Weltkriegs direkt an der Front. Wiederholt gab es große Schlachten mit kaum vorstellbaren Opferzahlen auf beiden Seiten. Ehrenfriedhöfe erinnern an das schreckliche Geschehen und stehen als Symbol für die damaligen Grausamkeiten.
Blumengebinde wurden am Sonntagabend am Menen-Tor in Ypern niedergelegt. Dabei war ein Überlebender aus dem ehemaligen KZ Flossenbürg. Er nahm trotz des hohen Alters an allen Veranstaltungen teil. Das Ehrenmal ist den Soldaten gewidmet, die nicht identifiziert werden konnten. Pünktlich um 20 Uhr stimmten Trompeter das "Last Post" an. Es wird seit dem Jahr 1928 täglich geblasen und verstärkte die allseits zu spürende Betroffenheit.
Nicht immer ging es nur ernst zu. Belgier und Deutsche lernten sich bei einem Gala-Abend näher kennen und schätzen, sahen sich im Tabakmuseum um, kauften Schokolade ein und stießen mit dem berühmten belgischen und für die deutschen Gäste ungewohnt starken Bier auf eine gute Zukunft der Städtepartnerschaft an.














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