Flossenbürg
17.10.2018 - 15:12 Uhr

Weiße Tauben und bunte Ballons beim Friedenstag in Flossenbürg

Was hat der Hass 1933 mit der Hetze in unseren Tagen zu tun. Nur eine der Fragen, denen ein Friedenstag in der KZ-Gedenkstätte gewidmet ist. Am Ende erfahren die Teilnehmer: Multikulti geht durch den Magen.

Nicht nur Ballons mit Friedensbotschaften schicken die Besucher in der KZ-Gedenkstätte gen Himmel. Auch echte Tauben gehen auf Reisen. Bild: exb
Nicht nur Ballons mit Friedensbotschaften schicken die Besucher in der KZ-Gedenkstätte gen Himmel. Auch echte Tauben gehen auf Reisen.

"Together in Peace" - unter diesem Motto stand ein besonderer Tag in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Die Katholische Jugendstelle Weiden mit dem BDKJ Neustadt und der CAJ Regensburg und Floß hatte alle eingeladen, denen ein friedliches Zusammenleben wichtig ist. Und fast 80 Bürger kamen. Es ging los mit einer Führung durch die KZ-Gedenkstätte, bei der die Teilnehmer viel über Leben und Sterben im Lager erfuhren.

Manche dieser Geschehnisse waren trotz vorhandenem Hintergrundwissen erschreckend für die Besucher. Deshalb bat Jugendreferentin Martin Troidl um einen Moment der Stille - ein ökumenisches Gebet, um der Opfer zu gedenken. In der Andacht wurde unter anderem ein Vergleich mit dem Hass gegen bestimmte Personengruppen ab 1933 und dem Hass und der Hetze in unseren Tagen gewagt.

Die Besucher wurden eingeladen, ihre "Friedensstimme" dagegenzusetzen und sich zu überlegen, was sie persönlich beitragen können, um die Welt friedlicher zu machen. Ihre Gedanken schrieben sie auf Papier-Friedenstauben, die sie schließlich mit Ballons gen Himmel schickten. Auch echte Tauben gingen auf die Reise. Die Gruppe "CHORlibri" steuerte stimmungsvolle Lieder zum Gedenken bei.

Den Tag perfekt machte das Friedensessen mit Berufskoch Christoph Hauser aus Regensburg. Dieser hatte ein bunt gemischtes Menü gezaubert. Darüber hinaus bereicherte er das Mahl mit Impulsen passend zum Thema Frieden. "Ein Essen ohne Multikulti wäre ausgesprochen langweilig und fad", fand er. Hauser informierte über die Herkunft beispielsweise von Gewürzen und zeigte Zusammenhänge unseres Konsum- und Einkaufverhaltens mit der Armut und Ausbeutung von Menschen anderer Länder auf. Am Ende sagte der Koch: "Bauen wir nicht die Zäune höher, sondern machen wir die Esstische länger!"

 
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