Bei dem Treffen ging es um eine Alternative zur „Energievernichtung“. Mit überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energien könnte Wasserstoff produziert werden. Er lässt sich gut speichern und stellt eine zukunftsweisende interessante Technologie dar. Die Gemeinde setzte sich mit der Thematik auseinander und bat um grünes Licht für den „Teilenergienutzungsplan Power to Gas“. Der Freistaat Bayern sagte Ja und förderte die Studie. Sie wurde vom „Institut für Energietechnik“ an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden erstellt und am Mittwoch präsentiert.
Dahinter steckt der Gedanke, sich am Beispiel der örtlichen Leichtmetallgießerei Schulte & Schmidt mit faszinierenden Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Vertreten war der Betrieb an dem Abend durch Roland Schulte und Thomas Graf. Das weltweit agierende Unternehmen produziert vor allem Teile für die Autoindustrie und benötigt für das Schmelzen des Metalls extrem viel Energie. Als Strom-Einzugsgebiet wurde das Gebiet von „Zukunftsenergie Nordoberpfalz – ZENO“ herangezogen. Boris Damzog, Reiner Gayer und der Flosser Bürgermeister Günter Stich hörten für die Bürgergenossenschaft interessiert zu.
Auch Landrat Andreas Meier, der Landkreis wurde als „Wasserstoffregion“ ausgewählt, Vertreter des Gemeinderates, Tanja Schwanitz von Kommunalservice Flossenbürg und weitere Gäste ließen sich im Sitzungssaal des Rathauses von Bürgermeister Thomas Meiler über Hinter- und Beweggründe informieren: „Wasserstoff ist ein Energieträger, dem die Zukunft gehört. Wir wollen dabei sein. Es geht keinesfalls nur um Flossenbürg und um die Energieversorgung der Firma Schulte & Schmidt, sondern um die gesamte Region.“
Deutliche Worte fand Meiler zur Wirtschaftlichkeit. Die sei aktuell nicht gegeben: „Veränderungen sind aber in kurzen Zeiträumen denkbar. So würden sich ein Mehr an überschüssiger Energie, ein höherer Bedarf oder die Einspeisemöglichkeit in das Gasnetz deutlich auswirken. Heute geht es zunächst darum, Zahlen auf den Tisch zu bekommen.“ Die lieferte Brautsch. Sein Vortrag basierte auf detaillierten Untersuchungen und Bestandsaufnahmen.
Aus dem ZENO-Bereich würden sich mit dem sogenanntem Überschussstrom und dem daraus produzierten Wasserstoff etwa zehn Prozent des Energiebedarfs von Schulte & Schmidt decken lassen. Brautsch untermauerte das mit fundierten Zahlen: „Das ist eine Momentaufnahme. Flächenveränderungen oder der Wegfall der EEG-Förderung für Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien verschieben das Bild.“ Der Referent warnte vor einer Augenauswischerei. Derzeit würden sich unterm Strich 25 Cent pro Kilowattstunde errechnen: „Für einen wirtschaftlichen Betrieb ist das deutlich zu hoch. Aber jetzt wissen die Beteiligten, dass und unter welchen Voraussetzungen sich das Fazit ändern kann.“
Was auffiel, war die Tatsache, dass es Brautsch um untermauerte und konkrete Aussagen ging. Pauschale und erklärende Hinweise ergänzten die Zahlen rund um die Wasserstoff-Thematik auf anschauliche Weise. Der Professor scheute aber auch nicht davor zurück zu „bremsen“, wenn ihm Annahmen unrealistisch erschienen.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.