17.06.2020 - 15:14 Uhr
Fockenfeld bei KonnersreuthOberpfalz

Abschied aus Fockenfeld nach 65 Jahren

Bruder Bernhard Häfelein verlässt an diesem Donnerstag das Kloster Fockenfeld und zieht ins Salesianum Rosental nach Eichstätt.

Nach 65 Jahren verlässt Bruder Bernhard (links) das Kloster Fockenfeld. Seinen Lebensabend wird er im Salesianum Rosental in Eichstätt verbringen. Hausoberer Bruder Markus Adelt fährt ihn an diesem Donnerstag persönlich dort hin.
von Josef RosnerProfil

Im Kloster Fockenfeld wird in absehbarer Zeit Stille einkehren. Nach der Abiturfeier am 18. Juli werden die letzten sechs Schüler die Spätberufenenschule verlassen. Schon an diesem Donnerstag, 18. Juni, verlässt Bruder Bernhard Häfelein das Kloster. Der 85-Jährige wechselt nach 65 Jahren in Fockenfeld, wo er in der Landwirtschaft und als Hausmeister tätig war, ins Salesianum Rosental nach Eichstätt, wo er seinen Lebensabend verbringen wird.

Zum letzten Mal legen Schüler heuer in Fockenfeld Abiturprüfungen ab.

Fockenfeld bei Konnersreuth

Bruder Bernhard, ein gebürtiger Mittelfranke, kam 1955 nach Fockenfeld, ein Jahr später trat er in den Orden der Sales-Oblaten ein. Der gelernte Zimmermann war als Bauarbeiter eingesetzt, ehe er im landwirtschaftlichen Betrieb des Ordens Verantwortung übernahm. Bis zu 80 Stück Vieh, 30 Zuchtsauen und über 2000 Hühner mussten täglich versorgt werden. Hinzu kamen rund 80 Hektar landwirtschaftliche Flächen, die bearbeitet werden mussten. Nach der Aufgabe der Landwirtschaft 1997 widmete sich Bruder Bernhard Hausmeistertätigkeiten.

Fockenfeld und das Stiftland sind dem 85-Jährigen zur Heimat geworden, die er jetzt nach 65 Jahren verlässt. "Ich habe ein Leben lang hier in Fockenfeld gearbeitet und gelebt. Der Abschied geht mir schon sehr nahe. Ein Sprichwort sagt: ,Einen alten Baum verpflanzt man nicht.' Aber ich habe mich die ganze Zeit darauf vorbereitet, dass hier mal Schluss ist", sagte Bruder Bernhard jetzt bei einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Froh zeigte sich der Senior, dass er weitestgehend noch selbstständig für sich sorgen könne und keine Hilfe in Anspruch nehmen müsse. "Ich genieße jetzt seit vier Jahren einfach den Ruhestand." Immer gut ausgekommen sei er mit den Schülern, die früher in großer Anzahl die Schule besuchten. Mit vielen stehe er heute noch in Kontakt, schriftlich und telefonisch. Mit den neuen Medien habe er sich nicht angefreundet. "Das ist nicht meins", machte er deutlich.

In Eichstätt trifft er auf zehn weitere Mitbrüder, unter anderem den Hausoberen Pater Josef Prinz und Pater Hans Junker, beide haben ebenfalls viele Jahre in Fockenfeld verbracht. "Ich kenne alle, die dort sind, es ist für mich nichts Fremdes", erklärte Bruder Bernhard. "Wenn wir in Fockenfeld nochmals alle beieinander sitzen, werden wir zum Abschied ein Gläschen Wein trinken, und das war´s dann", sagte Bruder Bernhard nachdenklich in Bezug auf den Mittwochabend. "Und vielleicht gibt's ja noch eine Sulz", ergänzte er. Am Donnerstag, nach dem Frühstück, wird Hausoberer Bruder Markus Adelt ihn persönlich nach Eichstätt ins "Rosental" fahren. Auch dort dürfte er ähnlich wie in Fockenfeld bei nahezu täglichen Spaziergängen die Natur genießen können.

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