23.12.2019 - 16:17 Uhr
Fockenfeld bei KonnersreuthOberpfalz

Momente der Ergriffenheit

Mit einem großartigen Weihnachtskonzert verabschiedete sich das Ensemble Kreuzer von den Salesianern, in deren Schlosskapelle der Chor 22 Mal in Folge im Advent gesungen hat.

Chrleiterin Brigitte Kreuzer dirigierte diesmal auch für eine Uraufführung.
von Ulla Britta BaumerProfil

Im süßen Engelsgesang des Frauenchor unter Leitung von Dirigentin und Musikerin Brigitte Kreuzer schwingt ein Hauch Wehmut mit. Den schönen Konzertort des Ensembles Kreuzer, 22 Mal infolge genutzt, soll es im nächsten Jahr voraussichtlich nicht mehr geben. Die Spätberufenenschule Fockenfeld wird aufgelöst, und damit bleibt die Zukunft der Schlosskapelle Fockenfeld zuerst einmal ungewiss. Vielleicht ist auch das der Grund, warum zum Konzert in die Schlosskapelle Fockenfeld diesmal derart viele Besucher gekommen sind. Über 400 Gäste drängen in das Kirchenschiff. Kein Platz ist mehr frei, auch die Empore ist eng umworben von Zuhörern, die gern den Frauenchor hören wollen. Freilich gehören auch Stammgäste dazu. Landrat Wolfgang Lippert ist einer.

Der Chor und die Instrumentalisten um Chorleiterin Brigitte Kreuzer (vorn li.) führten die über 400 Zuhörer liebevoll und stilvoll einen Schritt weiter dem Christkind entgegen.

Mit seiner Frau Edith besucht er das Kreuzer-Konzert jedes Jahr. Das sei für ihn "herunterkommen" nach den vielen Weihnachtsfeiern und -aktivitäten, die er als Landrat besuchen müsse. "Hier sind wir ganz privat. Hier beginnt unser Weihnachten", sagt Lippert. Die Sängerinnen um Brigitte Kreuzer sind bestens vorbereitet auf das wohl letzte Konzert in der Kapelle. Sehr romantisch wirkt die Kulisse, der große, leuchtende Christbaum, alles schimmert im Lichterglanz und die Frauen ziehen mit Kerzen in Händen vor zum Altar. Brigitte Kreuzer hat wieder für Live-Begleitung gesorgt. Instrumental gut besetzt wird der Chor von Klarinette, Querflöte und Saxophon, von Violinen, Kontrabass und mehr begleitet. Auch drei junge Mädchen gehören dazu, Amelie Bicakova, Pia Jahn und Marlene Schönberger spielen Blockflöte. Als einziger Mann mit Gesang ist Albert Heindl der Bass-Solist und singt auch unter den Chorfrauen mit.

Auch von den Instrumentalisten waren Soli zu hören.

"Oh Heiland, reiß die Himmel auf!". So heißt das diesjährige Motto, sagt Sprecherin und Sängerin Monika Kunz. Sie erzählt von Maria, die schwanger wurde von einem anderen Mann. obwohl bereits verlobt mit Joseph, also ihm versprochen. Und dass Joseph, der in der Heiligen Familie immer mehr eine Nebenrolle spiele, Maria auch hätte verstoßen können. Dann habe Gott eingegriffen und die Weihnachtsgeschichte begann. Die Frauen singen "Oh du stille Zeit" und "Machet die Tore weit". Und immer stiller wird es im Kirchenschiff. Kaum wagt einer im Publikum zu husten oder anderweitig die beinahe exquisite Romantik zu stören da vorn am Altar, wo die Frauen singen in schwarzen Kleidern mit goldenen Schals. Unterbrochen von weihnachtlicher Instrumentalmusik lässt die Frauenstimmen ausruhen und luft holen für den nächsten großen Part. Bald erlebt das Publikum eine Uraufführung mit "Adventsmusik", extra geschrieben für den Kreuzerchor im Auftrag von Brigitte Kreuzer von dem Wiener Komponist Wolfgang Reisinger. Weihnachtsklassiker erklingen umarrangiert zu neuem Liedgut mit nostalgischem Hintergrund. Ein herrliches Erlebnis, beeindruckend schön.

Die Sopran-Solistinnen gestalteten mit ihren schönen Stimmen das Konzert wesentlich mit.

Das Solo-Duett Ruth Schönberger und Elisabeth Vogel lösen die Violinistin ab. "Mariä Wiegenlied" erklingt, bevor der Chor zurückkehrt mit "Heil'ge Nacht auf Engelschwingen". Auch zwei Lieder in Englischer Sprache seien dabei, kündigt Monika Kunz an. "Angels Carol" und "Mary's Lullaby" machen sich hervorragend zwischen Liedern wie "Lasst uns lauschen heilige Engel". Wie passend, denn es ist Engelsgesang, was die Frauen rein und klar singen. Momente der Ergriffenheit hat es viele gegeben in diesem Konzert, wo die Stimmen wie ein reiner Gebirgsbach vom Altar hinab zum Publikum rauschten, um sich von dort auszubereiten im Kirchenschiff wie eine Flut an Emotionen. Tosender Applaus, Standing Ovation und zwei Zugaben belohnen das Ensemble Kreuzer für ihre Darbietungen. Auf dem Programmheft steht "Wir würden uns sehr freuen, Sie auch zu unserem nächsten Weihnachtskonzert am Sonntag, 20. Dezember 2020 begrüßen zu dürfen." Das macht Hoffnung, hoffentlich wieder in der Schlosskapelle zu Fockenfeld.

auch Chorleiterin Brigitte Kreuzer war solo zu hören.
Drei Mädchen begeisterten mit jugendlich-frischen Flötenklängen.
Brigitte Kreuzer dirigierte ihren Chor sowie die Instrumetnalisten und die Flötenspielerinnen wie immer souverän in der Profiklasse.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.