27.06.2020 - 14:32 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Ford steht ganz schön unter Strom

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Die Branche ist elektrisiert. Kein Autobauer, der nicht wenigstens einen Stromer im Angebot hat. Auch Fords Produktpalette wird richtig spannend. Allein in diesem Jahr sollen 14 elekrifizierte Modelle auf Europas Straßen rollen. Drei hat Oberpfalzmedien schon gefahren.

von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Die Ziele sind ehrgeizig. Bis Ende 2022 will Ford bereits mehr E-Autos verkaufen als Verbrenner. Für jede Baureihe wollen die Kölner mindestens eine elektrifizierte Alternative anbieten. Dabei reicht das Spektrum vom Mild-Hybrid, über Plug-in-Varianten und Voll-Hybrid-Optionen bis hin zum reinen Elektrofahrzeug. Das lässt sich das Unternehmen gut 10 Milliarden Euro kosten und ordnet dem großen Ziel auch schon mal Konkurrenzdenken unter. So darf Ford den Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) von Volkswagen nutzen, liefert im Gegenzug die Entwicklung von leichten Nutzfahrzeugen.

Doch zurück zu den Neuheiten. Beginnen wir mit dem brandneuen Puma, einem athletisch geformten Cross-over im SUV-Stil, der in fünf Ausstattungsvarianten und mit fortschrittlichen Assistenzsystemen ab 24 000 Euro den Einstieg in die Welt der Elektromobilität ermöglicht. Dazu bedient sich der Kompakt-Sportler eines riemengesteuerten Starter-Generators, der den Eco-Boost-Dreizylinder unterstützt und seine 48-Volt-Lithium-Batterie über Rekuperation speist. An die Steckdose muss der Puma also nicht. Zu den bisherigen Benzinern (1,0-l, wahlweise 125 oder 155 PS, 6-Gang-Schaltung) ist jetzt auch ein 1,5-l-Turbodiesel mit 120 PS lieferbar. Das kleine SUV gibt’s auch ohne Hybrid, dann bringt ein 7-Gang-DSG die Kraft auf die Straße. Start-Stopp ist jeweils Serie.

Gleich in drei E-Versionen zu haben ist der neue Kuga, das meistverkaufte SUV von Ford in Europa. Die dritte Generation des Bestsellers punktet mit sieben Ausstattungslinien (ab 26 750 Euro), fünf selektiven Fahrprogrammen (von Normal bis Rutschig) und zunächst vier Antriebskonzepten: Zum konventionellen Eco-Boost-Motor mit 1,5-l Hubraum (wahlweise 120 oder 150 PS) gesellt sich ein Plug-in-Hybrid im 2,5-l-Duratec-Benziner mit einer Systemleistung von 225 PS, die über ein stufenloses CVT-Getriebe auf die Straße gebracht werden. Rein elektrisch und damit emissionsfrei legt der Kuga bis zu 56 Kilometer zurück.

Der Fahrer selbst entscheidet, wie er mit der Akku-Ladung umgeht. Im Standardmodus wechseln sich rein elektrisches Fahren, reiner Benzinbetrieb oder eine Kombination aus beiden je nach Fahrsituation und Battrerieladung automatisch ab. Wer den "Jetzt"-Modus wählt, fährt nur elektrisch (Vmax 135 km/h), die "Später"-Variante aktiviert überwiegend den Benzinmotor und schont die elektrische Reichweite. Und bei "Aufladen" übernimmt der Verbrenner neben der üblichen Rekuperation eben diese Aufgabe. An einer Haushaltssteckdose dauert es rund 6 Stunden, an einer Wallbox gut 3,5 Stunden. Ford ruft hier einen Einstiegspreis von 39 550 Euro (Titanium-Ausstattung) auf.

6500 Euro günstiger ist die Mild-Hybrid-Variante, die einem Starter-Generator (16 PS) mit einem den 150 PS starken Turbodiesel paart. Den gibt es auch ohne "grünes" Label und auch als 190 PS starkes Top-Modell (ab 36 150 Euro) mit 8-Gang-Automatik und Allrad. Bereits in der Pipeline, aber erst Ende des Jahres bestellbar, ist ein Voll-Hybrid mit wahlweise Frontantrieb oder Allrad.

Als Saubermann propagiert Ford das Top-Modell der SUV-Familie: Der Explorer ist allein schon von den Abmessungen her ein echtes Dickschiff, das sich aber leichtfüßig auch im dichten Stadtverkehr bewegen lässt und neben dem Dasein als Luxusliner auch die Rolle des Arbeitstieres bestens beherrscht. Die Kombination aus 3,0-l-Sechszylinder und E-Motor gipfelt in einer Systemleistung von 457 PS und einem unglaublichen Drehmoment von 825 Newtonmeter. Die liegen schon bei 2500 Touren an und sorgen für mächtig viel "Wumms". 10-Gang-Automatik und Allrad bringen die schiere Kraft souverän auf die Straße. Wer will, kann den "Entdecker" aus dem Stand in 6 Sekunden auf Tempo 100 wuchten oder die Tachonadel bis zur Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h treiben.

Der Normverbrauch von 3,1 Liter und ein CO2-Ausstoß von 71 g/km sind dann aber kaum zu halten. Ebenso wenig wie der kombinierte Stromverbrauch von 20,5 kWh/100 km. Die rein elektrische Reichweite wird mit 42 Kilometern angegeben. In nicht einmal sechs Stunden soll der Explorer an einer Haushalts-Steckdose aufladbar sein, 90 Minuten schneller geht es mit der Wallbox. Dass sich bei dem Siebensitzer alles die Hand reicht, was so an Komfort, Sicherheit, Konnektivität und Entertainment "state of the art" ist, versteht sich. Dabei ist der Preis durchaus heiß: Ab 76 000 Euro ist der US-Koloss zu haben.

Wer 30 000 Euro weniger ausgeben, dafür sauber mit Strom aus der Steckdose unterwegs sein will, wartet auf den Mustang Mach-e. Der vollelektrische Crossover ist wahlweise mit Heck- oder Allrad und in Leistungsstufen bis zu 465 PS und Reichweiten zwischen 420 und 600 Kilometer zu haben. In rund 10 Minuten soll das sportliche SUV an einer Schnell-Ladesäule wieder für 120 Kilometer aufgetankt sein.

Mehr zum Thema Auto und Verkehr

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.