25.03.2019 - 14:42 Uhr
FreihungOberpfalz

Die Freihunger Störung für Wanderer attraktiv

Eine große Gruppe erwanderte mit der Geowissenschaftlerin Angela Wirsing die sogenannte Freihunger Störung mit ihrem Bergbaurevier auf Bleierze.

Geowissenschaftlerin Angela Wirsing zeigt den Teilnehmern an der Wanderung interessante Gesteine.
von Autor MMAProfil

Eine große Gruppe erwanderte mit der Geowissenschaftlerin Angela Wirsing die sogenannte Freihunger Störung mit ihrem Bergbaurevier auf Bleierze. Als "Dolmetscherin der Erde" führte sie die teils weit angereisten Teilnehmer bis zu 320 Millionen Jahre zurück in eine faszinierende, doch lebensfeindliche Zeit der Erdgeschichte.

Der Kollision der Kontinente führte zur Bildung der Bleierzlagerstätte, die später mit dem Bergbau dem Ort Freihung sogar seinen Namen gab. "Freihung kommt von frei", erklärte Wirsing. Die freien Bergleute hatten durch den Bleierzabbau viele Privilegien. So durften sie zum Beispiel nicht zum Militär eingezogen werden und - absolut unüblich im Mittelalter - unbehindert zu neuen Bergwerken weiterwandern.

Blei war vor allem vom 14. bis zum 17. Jahrhundert sehr wertvoll, da man es zum Verglasen der Butzenscheiben (Kirchenfenster), für Wasserrohre, Akkus oder Drucklettern brauchte. Noch immer liegen in dieser größten Bleilagerstätte Bayerns 200 000 Tonnen Erzvorräte unter Tage. Aber das Wasser ist zum zunehmenden Problem geworden. Die Amerikaner bauten nach dem Zweiten Weltkrieg die Pumpen ab und setzten sie in den Bergwerken bei Sulzbach-Rosenberg ein.

Wirsing wies immer wieder auf interessante Gesteinsschichten hin und zeigte auch die knollenartigen Quarzgerölle der Schotterterrassen. Diese verdanke man dem Variszischen Gebirge, das vor 320 bis 290 Millionen entstanden sei (Perm), sagte sie. "Auf der Erde geht nichts verloren, es ändert nur seine Form", lernten die Teilnehmer in der Pegmatit-Sandgrube im Schützenholz. Dieser universelle Rohstoff kann dort aber nur noch voraussichtlich 30 Jahre lang abgebaut werden, dann ist die Lagerstätte erschöpft. Interessiert betrachteten die Wanderer dort auch die färbenden Mineralschichten, die malerische Muster in die Hänge zeichneten.

Die Geologin machte auf den Sandsteinabbau in Hohlform entlang der Strecke aufmerksam. Dort habe man nach Mühlsteinen gesucht, erklärte sie. Diese "steinharten Eisenfresser", so genannt, weil der Verschleiß der Meißel für ihre Bearbeitung sehr hoch war, seien vor Urzeiten aus der Freihunger Störung sogar bis nach Österreich geglitten.

Neben kleineren Kohlevorkommen bei Elbart gab es auch Eisenvorkommen, die durch die Maxhütte erbohrt wurden. Doch dank der geringen Rentabilität wurde der Limonit-Eisen-Sandstein bestenfalls zum Pflastern verwendet.

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