02.05.2019 - 14:57 Uhr
FreihungOberpfalz

Freihungs Bürgermeister Norbert Bücherl verzichtet auf erneute Kandidatur

Nach drei Amtsperioden ist Schluss. Norbert Bücherl wird im März kommenden Jahres nicht mehr für das Amt des Freihunger Bürgermeisters kandidieren. Darüber informierte er jetzt vorab den Marktgemeinderat anlässlich einer Sondersitzung.

Freihungs Bürgermeister Norbert Bücherl Anfang Januar beim Neujahrsempfang des Landkreises. Schon damals hatte er angedeutet, nicht noch einmal zur Wahl anzutreten.
von uscProfil

In seiner Erklärung vor dem Gremium begründete Bücherl seine Entscheidung ausschließlich mit gesundheitlichen Gründen. Diesen möglichen Schritt hatte er bereits beim Neujahrsempfang angedeutet. Seine Entscheidung fällte Bücherl zeitlich so, dass noch knapp ein Jahr bis zur nächsten Kommunalwahl bleibt.

Gesundheitliche Gründe

Bücherl ist gesundheitlich angeschlagen. Nach der operativen Entfernung eines sogenannten Menigeoms (Tumor) an der vorderen Schädelbasis im Juli 2010 an der Kopfklinik der Uniklinik in Erlangen und des erneuten, vergrößerten Nachwachsens dieses gutartigen Tumors innerhalb von weniger als vier Jahren, hatte sich Bücherl 2014 dazu entschlossen, auf eine weitere Gehirnoperation, die ja stets mit einem hohen Risiken behaftet ist, zu verzichten.

Letztlich entschied er sich, das Wachstum des Tumors konservativ mit einer Bestrahlung durch ein sogenanntes Gamma-Knife endgültig zu stoppen. Dabei wurde nach Bücherls Darstellung der bereits bei der Operation größtenteils beschädigte Riechnerv total zerstört. Seitdem verfügt er über keinerlei Geruchssinn mehr, "was manchmal auch vorteilhaft sein kann. Die Landwirtschaft oder sonstige unangenehme Düfte lassen grüßen", sagte er schmunzelnd im Marktgemeinderat. Viel schlimmer wiegt für Bücherl aber, dass seine Lebensqualität seitdem durch ständige Kopfschmerzen mit einem stetig gefühlten Druck auf das Gehirn wesentlich beeinträchtigt ist.

"Das zunehmende Alter beeinflusst zusätzlich negativ die Leistungsfähigkeit in einem - ich möchte mal sagen - sehr anspruchsvollen, zeitintensiven wie auch Stress belasteten Beruf als hauptamtlicher Bürgermeister einer Kommune, die selbstständig alle Sachgebiete vorhält und eigenständig alle wichtigen Ressourcen der Daseinsvorsorge wie zum Beispiel Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung vollverantwortlich unterhält und auch gewissenhaft betreibt", sagte Bücherl. "Diese umfassenden Verantwortlichkeiten als Bürgermeister erfordern einen gesunden, in allen Belangen körperlich wie geistig voll belastbaren Amtsinhaber, der durch eine überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit - somit zumindest einer guter Gesundheit - diesem Aufgabenumfeld für eine gesamte Wahlperiode von sechs Jahren gewachsen sein muss. Diese schwierige Abwägung, inwieweit ich mich erneut für das Amt des Bürgermeisters bewerbe, habe ich in den letzten Wochen und Monaten in enger Abstimmung mit den Ärzten am Universitätsklinikum Erlangen nach weiteren, eingehenden medizinischen Untersuchung sowie auch mit meinem persönlich vertrauten Umfeld letztendlich getätigt."

Schwere Entscheidung

Diese Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, da er in den vergangenen 17 Jahren seines Wirkens als Bürgermeister für Freihung diese Aufgabe sehr gern zum Wohle der Bürger erfüllt habe. Er sei stets gewillt gewesen, Freihung und vor allem alle Ortsteile gleichsam in der Entwicklung nach vorne zu bringen. Bücherl unterstrich ausdrücklich, dass er weder amtsmüde, noch dass ihm die erforderliche Motivation für dieses anstrengende Amt abhandengekommen sei. "Ich denke, dass ich dies stets und auch nachhaltig durch meinen Arbeitsfleiß eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte."

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