(gfr) Bücherl stellte dem Regierungspräsidenten bei dessen Besuch seine Marktgemeinde vor, in der aktuell 2564 Einwohner gemeldet sind, zudem wohnen hier etwa 350 Amerikaner. Den über dem Landesdurchschnitt liegenden Schuldenstand der Marktgemeinde bezifferte der Bürgermeister auf 4,2 Millionen Euro. Nächste größere Projekte seien der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße nach Freihungsand, die Dorferneuerung in Großschönbrunn, der Kauf weiterer neuer Fahrzeuge für die Feuerwehren, außerdem Brückensanierungen, die Sanierung der Grundschule, die Erweiterung der Kläranlage und die Dorferneuerung in Tanzfleck, nachdem die Ortsumgehung der B 299 realisiert worden sei.
Größeren Diskussionsbedarf gab es bei den von Vilseck erhobenen Gastschulbeiträgen, die im Jahr 2009 pro Freihunger Kind, das in der Vilsecker Mittelschule unterrichtet wird, auf 950 Euro festgelegt wurden und nun auf über 3000 Euro angehoben werden sollen. Norbert Bücherl zog kräftig vom Leder, meinte, "dass die Vilsecker machen was sie wollen, sie kleckern nicht, sondern klotzen". Die Stadt habe bis Ende 2016 zwölf Millionen Euro in die Sanierung ihrer Mittelschule investiert. "Freihung soll diese überzogene Baumaßnahme mit schultern, aber mitreden dürfen wir nicht. Da bau`n die zuletzt auch noch goldene Wasserhähne ein, und wir sollen das dann bezahlen“, wetterte Bücherl. Er verkennt nicht, dass Vilseck viel Geld für die Generalsanierung ihrer Mittelschule aufgewendet habe. Jedoch zeige die geringe staatliche Förderung von nur zwei Millionen Euro bei einer Bausumme von zwölf Millionen Euro, dass die Stadt weit über das staatliche Raumprogramm hinaus gebaut habe. "Wofür die Marktgemeinde Freihung überhaupt kein Verständnis hat, ist, dass wir bei keiner Maßnahme im Vorfeld unterrichtet oder gar eingebunden wurden. Uns flatterte nur die Forderung über die auf mehr als 3000 Euro angehobenen Gastschulbeiträge ins Rathaus", erklärte Bücherl. Weder der Vilsecker Bürgermeister noch der Kämmerer oder der Stadtrat hätten Verständnis für die finanzielle Lage der Marktgemeinde Freihung. „Die lassen uns dastehen, wie die dümmsten Schulbuben“, schimpfte er.
Nachdem die Freihunger Kinder ohne Gastschulbeitrag in Hirschau oder Schnaittenbach beschult werden könnten, habe Freihung bei der Regierung einen Antrag auf Änderung des Schulsprengels gestellt. Dagegen habe sich Regierungsdirektor German Bausch, der Sachgebietsleiter für Grund- und Mittelschulen, ausgesprochen. Denn würden die Kinder aus Freihung anderswo unterrichtet, wäre der Schulstandort Vilseck gefährdet, finanzielle Belange könnten nicht als Grund für eine Umsprengelung herangezogen werden.
Regierungspräsident Axel Bartelt zeigte Verständnis für Freihung, meinte, dass die Anhebung von 950 auf über 3000 Euro schon zu überprüfen sei. Er wolle zeitnah ein klärendes Gespräch mit Landrat Richard Reisinger und den beiden Bürgermeistern führen.
Der Regierungspräsident informierte sich über die beabsichtigte Sanierung der Grundschule und schaute im Kindergarten St. Marien vorbei, wo er mit fröhlichen Liedern empfangen wurde. Bei der Betriebsbesichtigung der Strobel Quarzsand GmbH sprach der Geschäftsführer Günter Forster seine Probleme mit der Deutschen Bahn an. Gut ein Fünftel des derzeit auf der Straße transportierten Quarzsandes könnte auf die Schiene verlegt werden, wenn die Bahn ein stillgelegtes Gleis wieder in Betrieb nehmen würde. Strobel Quarzsand sei sogar zur Kostenübernahme bereit, aber das Bahn-Management sehe dafür in den nächsten Jahren keine Realisierungsmöglichkeit. Der Regierungspräsident sicherte zu, das Anliegen beim Bayerischen Wirtschaftsministerium und der Deutschen Bahn zu unterstützen.
In der Kulturscheune Elbart stellte Norbert Bücherl die Partnerschaften der Gemeinde vor. Er nutzte den Besuch des Regierungspräsidenten, um ihn um die Übernahme der Schirmherrschaft für das Jubiläum „450 Jahre Markterhebung“ zu bitten, was sich Bartel für den 13./14. Juli 2019 vormerkte.
Freihung
12.06.2018 - 11:39 Uhr
Heftiger Schulsprengelstreit zwischen Freihung und Vilseck
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