Weiden in der Oberpfalz
02.04.2026 - 23:19 Uhr

Das Zittern geht weiter: Blue Devils Weiden verlieren Overtime-Krimi in Kaufbeuren

Es lief die 84. Spielminute in der zweiten Verlängerung, als Travis Turnbull den ESV Kaufbeuren jubeln ließ: Die Allgäuer entschieden die ungemein spannende Play-down-Partie gegen die Blue Devils Weiden am Gründonnerstag für sich.

Michael McNiven im Tor der Blue Devils Weiden verteidigt mit Calvin Pokorny (links) einen Angriff des ESV Kaufbeuren. Bild: Benjamin Lahr
Michael McNiven im Tor der Blue Devils Weiden verteidigt mit Calvin Pokorny (links) einen Angriff des ESV Kaufbeuren.

Travis Turnbull war der umjubelte Held: Die Blue Devils Weiden haben am Gründonnerstag die vierte Play-down-Partie in der DEL2 gegen den ESV Kaufbeuren vor 3100 Zuschauern in der ausverkauften „Energie-Schwaben-Arena“ mit 1:2 verloren. Die Entscheidung fiel erst in der zweiten Verlängerung in der 84. Spielminute. Damit führen die Weidener in der Best-of-7-Serie nur mehr mit 3:2. Das nächste Spiel steigt am Karsamstag um 19.30 Uhr wieder in der heimischen Hans-Schröpf-Arena.

Die Blue Devils mussten vor Spiel vier einen personellen Rückschlag hinnehmen: Im Vergleich zur Partie am Dienstag fehlten mit Cedric Schiemenz und Paul Vinzens zwei verletzte Akteure. Dafür rückte Quirin Glas-Bader neu ins Aufgebot. Beim ESV Kaufbeuren konnten hingegen Nicolas Appendino und Max Oswald wieder eingesetzt werden. Die DEL2 hatte die Ermittlungsverfahren nach ihren Spieldauerstrafen aus dem vorherigen Spiel eingestellt, sodass beide ohne Sperre spielberechtigt waren.

Ward trifft per Penalty

Die Partie begann ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für die Blue Devils Weiden, die jedoch zunächst kaum zu nennenswerten Abschlüssen kamen. Eine frühe Unterzahl überstanden die Gäste souverän, defensiv präsentierten sie sich aufmerksam. In eigenen Überzahlsituationen ließ Weiden hingegen mehrere gute Möglichkeiten ungenutzt. Gegen Ende des Drittels erhöhten die Blue Devils den Druck deutlich und verlagerten das Spielgeschehen zunehmend in die Offensive, ohne sich jedoch zu belohnen. So blieb es nach den ersten 20 Minuten beim torlosen Unentschieden.

Der zweite Abschnitt begann mit einer Großchance für die Hausherren, doch Laaksonen scheiterte an McNiven. Kurz darauf wurde die Partie aufgrund eines medizinischen Notfalls unterbrochen. In der Folge präsentierte sich Kaufbeuren deutlich druckvoller als noch im ersten Drittel und setzte die Weidener Defensive mehrfach massiv unter Druck, doch McNiven hielt seine Farben zunächst im Spiel. Erst eine weitere Strafzeit der Blue Devils - abermals aus der Kategorie unnötig von Gläser - brachte das erste Tor: Joe Cassetti nutzte die Überzahl zur verdienten Führung für den ESVK. Die Antwort der Gäste ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Nach einem Foulvon Oswald an Voyer verwandelte Ward den fälligen Penalty sicher zum Ausgleich. Insgesamt ein eher schmeichelhafter Zwischenstand für die Oberpfälzer zur zweiten Pause.

Kräfte ließen nach

Die Blue Devils erwischten im Schlussdrittel den besseren Start und hatten durch Ward, Edfelder und Gläser mehrfach die Führung auf dem Schläger, scheiterten jedoch am stark reagierenden ESVK-Schlussmann Fießinger. In der Folge fanden die Gastgeber wieder besser in die Partie, die mit zunehmender Spielzeit an Intensität und Nervosität auf beiden Seiten gewann. Kaufbeuren blieb offensiv die gefährlichere Mannschaft. In der Schlussphase bot sich Weiden noch einmal eine Überzahlsituation, die jedoch nur kurz währte, da Noah Samanski nach neun Sekunden ebenfalls auf die Strafbank musste – eine große Chance blieb ungenutzt. So ging es nach 60 Minuten in die Verlängerung.

In der Overtime war die Spannung dann kaum mehr zu überbieten. Beide Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch mit hochkarätigen Chancen auf beiden Seiten. Für die Blue Devils vergab Gläser im Eins-gegen-eins gegen Fießinger die große Möglichkeit zur Entscheidung, während auf der Gegenseite McNiven gegen Turnbull stark reagierte. Auch Vogt konnte eine weitere gute Gelegenheit für Weiden nicht nutzen und scheiterte ebenfalls am ESVK-Schlussmann. Mit zunehmender Dauer ließen die Kräfte spürbar nach, doch trotz der intensiven Phase fiel in der ersten Overtime kein Treffer. Der fiel dann erst in der zweiten Verlängerung nach 84 Minuten, als Travis Turnbull den einheimischen Anhang ausrasten ließ.

ESV Kaufbeuren: Fießinger - Tychonik, Mayer, Kaiser, Appendino, Rogl, Peukert, Reinwald - Turnbull, McLellan, Raedeke, Joly, Cassetti, Zawatsky, Oswald, Laaksonen, Blomqvist, Schlenker, Kislinger, Fischer

Blue Devils Weiden: McNiven - Muck, Kolb, Bohac, Pokorny, Ribnitzky, Schwaiger - Schwarz, Voyer, Vogt, Gläser, Voit, Edfelder, Ward, No. Samanski, Miller, Glas-Bader, Thal, Marusch

Tore: 1:0 (33.) Cassetti (Turnbull), 1:1 (37.) Ward, 2:1 (84.) Turnbull (Tychonik, Cassetti)

Strafen: Kaufbeuren 10, Weiden 12

SR: Schütz, Gossmann

Zuschauer: 3100 (ausverkauft)

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