18.06.2020 - 11:36 Uhr
FreihungOberpfalz

Marktgemeinde Freihung will schnellen Anschluss ans schnelle Internet

Der Marktgemeinderat Freihung ebnet den Weg für den Anschluss an das Glasfasernetz. Der Einstieg in den Gigabit-Ausbau soll zügig vorangetrieben werden. Den Anfang macht eine entsprechende Analyse

Die Grafenwöhrer Straße in Freihung soll von der Bahnlinie bis zum Industriebetrieb TWL nach dem Antrag eines Anliegers saniert werden.
von Siegfried BockProfil

Projektleiter Sebastian Krysa von der Breitbandberatung Bayern GmbH stellte in der Sitzung im Gemeindezentrum die Ausschreibung für den Glasfaseranschluss vor. Von sechs Netzbetreibern war einziger Bieter die T-System International GmbH, eine Tochter der Deutschen Telekom. Ihr erteilte der Marktgemeinderat den Auftrag zum Preis von 43 152 Euro. Der kommunale Eigenanteil beträgt bei 90-prozentiger Förderung 4315 Euro.

Ferner informierte Krysa über die Eckdaten des Landesprogramms, das der Freistaat Bayern für den Gigabit-Ausbau mit einem Fördersatz von 90 Prozent aufgelegt hat. „Insgesamt 600 bis 700 förderfähige Adressen könnten es werden. Der Höchstbetrag pro Adresse liegt bei 6000 Euro.“ Krysa empfahl den Einstieg mit einer Markterkundung.

„Wir sollten das so schnell wie möglich machen. Die Coronakrise hat gezeigt, wie wichtig eine schnelle Internetverbindung ist“, bemerkte Verwaltungsamtsrat Max Heindl. Er rechnet bis zur vollständigen Umsetzung der Maßnahme mit fünf bis zehn Jahren. „Wir sind dabei, das schnelle Internet auch in Thansüß und Großschönbrunn voranzutreiben. Wenn wir modern bleiben wollen, müssen wir das Vorhaben zügig umsetzen“, betonte Bürgermeister Uwe König. Es gebe Bereiche, in denen es für den Netzbetreiber unwirtschaftlich wäre, erklärte Krysa nach mehreren Nachfragen aus dem Plenum. „Das müssen wir jetzt herausfinden und bei der Ausschreibung auch Kriterien vorgeben.“ Krysa kündigte deshalb eine Analyse an, in die man wirtschaftliche und politische Aspekte mit einfließen lasse. Einstimmig befürwortete das Plenum den Einstieg in das Förderprogramm.

Den Auftrag für die Entsorgung des Aushubmaterials für den Straßenbau im Zuge der Dorferneuerung Großschönbrunn erhielt die Firma Ulrich aus Hahnbach für 32 221 Euro. Das zweite bituminöse Hauptwerk führt die Strabag zum Bruttopreis von 19 189 Euro aus.

Maßnahmen im Zuge der Dorferneuerung Großschönbrunn

Freihung

Ein Anlieger hat den Ausbau beziehungsweise die Instandsetzung der Grafenwöhrer Straße beantragt. „Die B 299 alt ist in marodem Zustand und ohne Gehsteige. Die Anlieger haben keine Kosten zu tragen“, führte Heindl aus. Er erwiderte auf Nachfrage von Erika Urban (CSU), dass auch zu prüfen wäre, ob die Grafenwöhrer Straße den Status einer Erschließungsstraße habe. Er könne nicht beurteilen, ob dies derzeit gegeben sei. Weitere Erhebungen müssten hierzu erfolgen. Sofern die Kriterien einer Erschließungsstraße erfüllt seien, könne die Straßensanierung nicht auf die Anlieger umgelegt werden, da der Freistaat die Straßenausbaubeiträge abgeschafft habe. Inwieweit dies finanzierbar sei, könne derzeit nicht abgeschätzt werden. Heindl empfahl dem Marktgemeinderat, die Angelegenheit an den Bauausschuss zu verweisen. Die Verwaltung solle auch die kompletten Schäden in einer Bestandsaufnahme zusammenstellen und dem Ausschuss vorlegen.

CSU-Sprecher Helmut Wurzelbacher bat um Aufnahme weiterer schlechter Straßen in die Liste. Dritter Bürgermeister Johannes Ott (SPD) brachte in diesem Zusammenhang die Grafenwöhrer Straße als Dorferneuerungsmaßnahme ins Spiel. „Wir schieben mehrere Straßen vor uns her. Deshalb sollten wir Prioritäten setzen“, fügte Freie-Wähler-Sprecher Reinhard Seidl hinzu. Mit 15:0 schloss sich das Gremium dem Vorschlag des Geschäftsleiters an, eine Bestandsaufnahme zu machen. Der Bauausschuss soll sich damit beschäftigen.

Ohne Gegenstimme befürwortete der Marktgemeinderat die Einrichtung eines Ratsinformationssystems durch die Anstalt für Kommunale Datenbearbeitung (AKDB) für 2605 Euro. Hinzu kommen rund 1000 Euro für die Installation sowie monatliche Kosten von 44 Euro. Max Heindl: „Dieses System stellt einen gesicherten Online-Zugang zu den Beratungsgegenständen der Marktgemeinderatssitzungen dar. Jedes Mitglied erhält über einen PC die Einladung und kann sich auf die Sitzung zuhause vorbereiten. Voraussetzung ist ein Online-Zugang.“

Bürgermeister König informierte über die Tagung des Kindergartenausschusses am Dienstag, 23. Juni, und über die Verteilung von Fragebögen als Basis für eine Klausurtagung der AOVE und des ALE Oberpfalz. Alle Anlieger des Kernwegenetzes wählen einen Vorstand. Sebastian Weiß (CSU) wird nachgemeldet. Die Cycling2Help-Gruppe lädt für Samstag, 4. Juli, zur Dankeschön-Tour mit elf Radrennfahrern in drei Teams zu allen Standorten der Sponsoren ein. Schirmherr ist Uwe König.

Zweiter Bürgermeister Klaus Siegert (CSU) beantragte, im Zuge der Dorferneuerung Großschönbrunn die Straßenbeleuchtung durch Peitschenmasten zu verbessern sowie das Buswartehäuschen am bisherigen Standort zu belassen, aber auszutauschen. Heindl berichtete über erhaltene rund 60 000 Euro für weggefallene Straßenausbaubeiträge. Erika Urban wollte den Stand hinsichtlich des Bolzplatzes in Tanzfleck wissen. „Die Sache ist in Bearbeitung“, erwiderte Heindl. Johannes Ott erkundigte sich über eine Stromleitungs-Baumaßnahme (Bayernwerk) in der Wiesenstraße. Darüber würden die Bürger im August unterrichtet, sagte der Rathauschef. Er kündigte wegen der Verlängerung der Überfahrt Schmelzmühle ein Gespräch mit der Bahn an.

Zuhörer Georg Schönberger wünschte die Versetzung des Geschwindigkeitsmessers von der linken auf die rechte Straßenseite aus Richtung Freihung. „Mit 100 Stundenkilometern donnern viele nach Tanzfleck rein“, so seine Beobachtung als Anlieger. Bei einer Verkehrsschau mit der Polizei war wegen der am rechten Straßenrand stehenden Bäume bewusst die linke Seite gewählt worden. „Wir stellen nun zusätzlich auch rechts einen Geschwindigkeitsmesser auf“, versicherte Max Heindl.

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