Freudenberg
25.10.2026 - 17:26 Uhr

Dankgottesdienst am Johannisberg: Zusammenhalt erneut spürbar

Der Waldbrand am Johannisberg hat Spuren hinterlassen. Nicht nur im Wald, sondern auch bei den Menschen. In den 13 Tagen des Brandgeschehens ist Zusammenhalt gewachsen, das konnte man jetzt bei einer ganz besonderen Feier erleben.

Diese Zusammenkunft war vielen Menschen ein Anliegen: Drei Monate nach dem Waldbrand am Johannisberg trafen sich Einsatzkräfte, Ehrenamtliche und Gläubige aus der Umgebung bei der Johannisbergkirche, um einen Gottesdienst zu feiern. Zum einen aus Dankbarkeit, dass die Kirche vor den Flammen gerettet werden konnte und niemandem ernsthaft etwas passiert ist - zum anderen, um für den Schutz der Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen zu beten.

Feuerwehr gestaltet Messe mit

Wie wichtig diese Messe war, sah man an der breiten Beteiligung. Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung organisierten den Ablauf im Hintergrund, mehrere Vereine halfen zusammen und spendierten eine Brotzeit, die Brauerei Winkler stellte Getränke zur Verfügung, die Staatsforsten öffneten unbürokratisch die Zufahrtswege, der Kirchenchor stand bereit und die Feuerwehr selbst gestaltete den Gottesdienst mit. Pfarrgemeinderatssprecherin Johanna Köbler begrüßte die Gäste.

Feuerwehr-Vorsitzender Daniel Gietl und Kassier Martin Solfrank standen als Ministranten am Altar. Die acht Fürbitten wurden von Vertretern der verschiedenen beteiligten Feuerwehren vorgetragen. Unter anderem hieß es dabei: "Für die Gemeinschaft vor Ort: Wir bitten dich für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Umgebung. Stärke den Zusammenhalt in der Gemeinde Freudenberg und lass aus der gemeinsamen Not neue Solidarität entstehen." Gebetet wurde für die Natur, für die Landwirte, für die Staatsforsten und für die Politik.

Ein Stück Lebensgefühl

Pfarrer Moses Gudapati erklärte, warum viele so eine besondere Beziehung zu dem Berg haben. "Für viele Menschen in Freudenberg-Wutschdorf gehört die Johannisbergkirche einfach zur Heimat. Manche stehen morgens auf, schauen aus dem Fenster und freuen sich über den vertrauten Anblick der Kirche auf dem Berg. Sie gehört zu ihrem Lebensgefühl, zu ihrer Geschichte und zu ihrem Glauben." Beim Waldbrand hätten die Einsatzkräfte gezeigt, was Nächstenliebe bedeutet. "Sie haben Verantwortung übernommen und sich für den Schutz unserer Kirche eingesetzt."

Für den Heimat- und Kulturverein Freudenberg ist die Rettung der Johannisbergkirche ein kleines Wunder. Aus diesem Grund ließ er eine Votivtafel anfertigen, die ab jetzt an der Wand neben dem Altar hängt. "Am 31. Juli 2026 gegen 22 Uhr bedrohte eine großer Waldbrand die Johannisbergkirche" steht darauf geschrieben. "Mutige Feuerwehrleute versuchten die Kirche zu schützen, als plötzlich der Wind abflaute und die Flammen nachließen. Möge der Herrgott immer seine schützende Hand über den Johannisberg und die Feuerwehrleute halten."

Solidarität ungebrochen

Der Gemeinderat war in Beschluss-Stärke vertreten, dazu die beiden Landtagsabgeordneten Bernd Heinisch (Freie Wähler) und Harald Schwartz (CSU). In Vertretung des Bürgermeisters richtete Zweiter Bürgermeister Andreas Koch (SPD) Worte an alle. Er dankte für den Einsatz, die Zusammenarbeit und die Anteilnahme der Bevölkerung. Aus dem Ereignis sei etwas Wichtiges für die Zukunft erwachsen: Zuversicht und Zusammenhalt. Kreisbrandinspektor Armin Daubenmerkl bestätigte das. Die acht Feuerwehren in der Gemeinde seien noch stärker zusammengewachsen, die Solidarität in der Bevölkerung ungebrochen.

Bei dem Waldbrand auf einer Fläche von 9,2 Hektar in teils steiler Berglage musste 13 Tage lang gelöscht werden. Insgesamt waren mehr als 1440 Einsatzkräfte der verschiedensten Blaulichtorganisationen beteiligt. Allein aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach waren 46 Feuerwehren vor Ort, hinzu kamen noch zahlreiche weitere aus den Landkreisen Schwandorf und Neustadt/WN.

Das Ereignis beschäftigt die Freudenberger weiter. Für Sonntag, 15. November, lädt die Feuerwehr um 18 Uhr zu einem Abend in den Landgasthof Dotzler ein, der unter dem Motto steht: "13 Tage auf dem Johannisberg". Dabei gibt es einen multimedialen Rückblick auf die Geschehnisse vom ersten Notruf über die ersten Löschangriffe, die abgebrochen werden mussten, bis hin zum Gewittersturm, der in der Nacht das Feuer Richtung Kirche trieb. Es gibt noch nicht gezeigte Fotos zu sehen und eine Einführung zu den Besonderheiten des Johannisberges (Kirche, Ringwall, Geologie). Die Bevölkerung ist eingeladen.

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