08.03.2020 - 13:38 Uhr
FreudenbergOberpfalz

In Freudenberg ist heuer der Wurm drin

„Da ist der Wurm drin!“ So heißt es, wenn etwas nicht so läuft, wie gewünscht. Ob beim gleichnamigen Stück der Freudenberger Bauernbühne auch der Wurm drin ist, davon konnten sich die Besucher an der Premiere ein Bild machen.

von Christian LinglProfil

Die Freudenberger haben für ihre Frühjahrsspielzeit das gleichnamige Stück von Maximilian Vitus ausgewählt. Natürlich, um es vorweg zu nehmen, war bei der Premiere auch in diesem Jahr nicht der Wurm drin. Das Motto des Stücks zog sich aber in all seinen Facetten durch den ganzen Abend. Der Wurm kann nämlich nicht nur im übertragenen Sinn wo drin sein, sondern auch im wortwörtlichen. Nämlich beispielsweise in der Figur der heiligen Magdalena.

Um diese mittelalterliche Figur geht es im Stück genauso, wie um die namensgleiche Tochter (Franziska Schißlbauer) des hiesigen Gastwirts und Heimatpflegers Benno Leitner, seinerseits dargestellt von Reinhold Escherl, der in seiner Darstellung des Generationen-Konflikts mit der Tochter einen Realismus an den Tag legt, wie ihn anwesende Eltern im Saal nur zu gut nachvollziehen können. Gleichzeitig beschwört Escherl damit geradezu die Lacher des Publikums herauf. Beispielsweise was Kleidung, Fingernägel und Frisur der Tochter anbelangt.

In letzterer ist ebenfalls der Wurm drin, woran Benno, der Vater, nicht ganz unschuldig ist. Um diesen Handlungsstrang herum entwickelt sich eine äußerst unterhaltsame Komödie, die in den gut zwei Stunden Spieldauer niemals an Tempo verliert und keine Langeweile aufkommen lässt. Vor Beginn und in den Pausen stimmten die beiden Brüder Simon und Stefan Schmidt - die Salleröder Boum - mit Gitarre und Quetschn die Gäste auf das Volksstück ein. Peter Butz fasst, ebenfalls in den Pausen, das Gesehene noch mal für das Publikum in kleinen Moritaten zusammen.

Sommer-Stück der Bauernbühne 2019

Freudenberg

Spielleiter Benno Schißlbauer, welcher selbst den Dorfpfarrer mimt, hat es in seiner Eröffnung angesprochen: Das Stück ist eher für die älteren Schauspieler im Ensemble geschrieben. Mit Josef Schießlbauer als Kunst-Schnitzer Florian und der bereits erwähnten Franziska Schißlbauer hat sich die Bauernbühne starke Unterstützung der Jungen Bühne dazu geholt. Ebenfalls mit dabei ist Barbara Söllner. Die Grande Dame der Freudenberger Bauernbühne glänzt dieses mal als Haushälterin Genoveva. In einer gemeinsamen Szene zeigt Monika Altmann, die die Köchin Kathi verkörpert, dass Sie in Mimik und Gestik der Altmeisterin in nichts nachsteht. Regine Escherl versucht als Magdalenas Mutter immer wieder den etwas hysterischen Vater wieder zu erden. Erwin Altmann spielt den Jagersepp auf eine sehr ruhige und angenehme Weise. Seine Schlitzohrigkeit kommt dann heraus, wenn es darum geht, den Antiquitätenhändler Nause (Norbert Altmann) übers Ohr zu hauen. Und wenn der Jagersepp und der Florian erst mal anfangen, dann ist garantiert in so einigen Dingen der Wurm oder auch eine Ladung Schrot drinnen.

Bis zum 18. April finden noch 13 Aufführungen statt. Es sind noch wenige Restkarten erhältlich.

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