15.03.2019 - 10:51 Uhr
FreudenbergOberpfalz

An Freudenberger Mittelschule wird für das Leben gelernt

„Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“ hat vor 2000 Jahren der römische Philosoph Seneca geschrieben. Dass die Weisheit an der Mittelschule Freudenberg gelebte Realität ist, zeigt eindrucksvoll der Tag der offenen Tür.

In der Schulküche demonstriert Marco Ries (links), Inhaber der örtlichen Bäckerei, wie man den Teig zur Brezen formt. Außer den Schülern beobachten ihn dabei Rektorin Gabriele Krettner, Bürgermeister Alwin Märkl und Konrektorin Andrea Widder.
von Werner SchulzProfil
Beim Physikunterricht demonstrieren die Schüler unter der Regie von Matthias Hahn (rechts) einen Vulkanausbruch. Beobachte sind Rektorin Gabriele Krettner (Dritte von links), Bürgermeister Alwin Märkl (Fünfter von links) und Konrektorin Andrea Widder (Zweite von rechts).

Die Einladung zu der von Konrektorin Andrea Widder organisierten Veranstaltung im Wutschdorfer Schulgebäude stieß auf beachtliche Resonanz. Laut Rektorin Gabriele Krettner wolle man mit dem Tag der offenen Tür einen Beitrag dazu leisten, dass die Mittelschule als gleichberechtigt neben anderen Schularten gesehen wird. Die Freudenberger Mittelschule sei ein sehr lebendig. Weil sie klein sei, könnten die Schüler sehr individuell gefördert und gefordert werden. Nach der 9. Klasse träten sie selbstbewusst und gut vorbereitet ins Berufsleben ein.

Krettner erinnerte an einen in der Amberger Zeitung erschienenen Bericht über ein Werkstattgespräch mit Meistern, Mitarbeitern von Handwerksbetrieben und Politikern. Die hätten unisono den fehlenden Nachwuchs, die geringe Wertschätzung für das Handwerk und die Akademikerschwemme beklagt. Einher gehe dies mit einer Abwertung des Mittelschulabschlusses und der oft mangelnden Bereitschaft von Schulen, für das Erlernen eines Handwerksberufs zu werben. Den Eltern soll verstärkt bewusst gemacht werden, dass das Handwerk goldenen Boden habe.

Auch Bürgermeister Alwin Märkl brach eine Lanze für die Mittelschule. Zusammen mit der Grundschule habe sie in der Gemeinde Freudenberg einen hohen Stellenwert.

Die Fünftklässler sorgten unter Leitung ihrer Lehrerin Sabrina Haselsteiner für einen gelungenen musikalischen Auftakt. Danach führten sie die Gäste zu den zwölf vorbereiteten Stationen, die im Zehn-Minuten-Takt besucht werden sollten. Sechs davon waren mit außerschulischen Partnern besetzt.

In der Schulküche demonstrierte Marco Ries von der örtlichen Bäckerei, wie man den Teig zur Brezen formt. Der Lintacher Peter Göbl von der Firma Holz Bösl informierte im Werkraum über seine Arbeit als Trockenbauer. In der Lichtaula konnte man unter der Regie von Kerstin Maunz vom Hirschauer Dorner Boder an einem Übungskopf erste Versuche im Schneiden und Föhnen von Haaren machen. Geschäftsführer Markus Weiß von der Firma Elektro Lück weckte mit praktischen Vorführungen das Interesse für das Elektro-Handwerk. Spitzengastronom Kilian Schön, ein Absolvent der Freudenberger Schule, berichtete über seinen beruflichen Werdegang, in dessen Verlauf er im In- und Ausland bei renommierten Sterneköchen Erfahrungen sammeln konnte. Das außerschulische Personalangebot rundete Berufsberater Bernhard Gresser von der Amberger Agentur für Arbeit ab. Mit Franziska Bodensteiner und Daniela Sperl schilderten zwei Mütter an einem Info-Stand ihre Erfahrungen mit der Freudenberger Mittelschule.

Wie von Konrektorin Widder angekündigt, konnten die Besucher auch konkreten Unterricht verfolgen. Im Physikraum demonstrierten Matthias Graf und seine Schüler mit einem Versuch einen Vulkanausbruch. Im Informatikraum arbeiteten die Schüler unter der Regie von Simon Klösel mit Lernprogrammen am Computer. Die Technikgruppe der 9. Klasse erläuterte den Herstellungsprozess der von ihnen gefertigten Beamerhalter. Lehrerin Teresa-Maria Kellner und die SMV-Mädchen beschäftigten sich in der „Energieschule“ mit Einsparmöglichkeiten beim Strom- und Wasserverbrauch. Die Planung und Herstellung eines Büfetts war Thema der Gruppe Soziales unter Leitung von Maria Delling. Zusammen mit dem Elternbeirat und seiner Vorsitzenden Angelika Hirn-Demleitner sorgte sie für die Verköstigung der Besucher

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