12.12.2020 - 00:57 Uhr
FreudenbergOberpfalz

"Freudenberger Urgestein" wird trotz Corona verliehen

„Freudenberger Urgestein", diesen aussagekräftigen Namen gab der Heimat- und Kulturverein einem besonderen Preis, der jährlich oder im Zwei-Jahres-Rhythmus verliehen wird.

So sieht er aus, der Preis: Ein Stein vom Johannisberg, umgeben von einer kunstvollen, bunten Glashülle. Im Hintergrund die Wutschdorfer Pfarrkirche St. Martin.
von Adele SchützProfil

Nicht nur der Preis ist etwas Besonderes, sondern auch der Grund für die Verleihung, denn ihn erhalten nur jene Menschen, die sich besonders um das Gemeinwohl verdient gemacht haben, aber nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Diese Trophäe aus der Glasmanufaktur Hofmeister passt genial zum Grundgedanken, der hinter der Verleihung steht. Im Inneren der bunten Glaskugel befindet sich ein Freudenberger Urgestein – ein Felsstück, wie es tausendfach auf Äckern und an Wegrändern zu finden ist. "Oft werden diese Steine nicht beachtet, sie liegen einfach herum und sind doch etwas Besonderes", erklärt Vorstandsmitglied Christian Nübler. Granite und Gneise mit Quarz- und Glimmer-Einlagerungen sind auf den Freudenberger Fluren zu finden. Sie sind bis zu 350 Millionen Jahre alt und erzählen die Geschichte, wie sich der Johannisberg, der Rotbühl und der Buchberg zum Naabgebirge formten. „Die Steine prägen unsere Heimat – genauso, wie die Menschen, die wir ehren wollen", macht Nübler bewusst. Mit dieser Trophäe würden nach seinen Aussagen echte Urgesteine ausgezeichnet, denn der Heimat- und Kulturverein Freudenberg verleihe seit 2017 immer kurz vor Silvester einen Preis für ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde. "Der Pokal geht an besondere Menschen und hat eine besondere Geschichte", bemerkt Nübler.

Öffentlich danken

"Wir wollen in regelmäßigen Abständen Personen aus unserer Mitte öffentlich ehren, die sich jahrelang ohne viel Aufhebens um das Allgemeinwohl verdient machen", sagt Vorsitzender Uli Piehler zum Sinn der Aktion. Es gebe nach seinen Aussagen viele Leute, die still und leise dafür sorgen würden, dass die Dorfgemeinschaft so gut funktioniere. Bereits vor 2014 sei die Idee bei einem der vielen Stammtische des Heimat- und Kulturvereins geboren worden, dass diesem oder jenem ein Preis für seine unermüdliche Arbeit verliehen werden müsste, erinnert Piehler. Daraus habe sich der Gedanke entwickelt, einem "Freudenberger Urgestein" auf öffentlicher Bühne zu danken.

Die drei bisherigen Preisträger (von links): Hermann Koch, Martin Solfrank und Franz Luber.

Einiges Grübeln kostete den Kulturverein die Gestaltung der symbolischen Auszeichnung, denn der Preisträger sollte laut Piehler tatsächlich ein Urgestein aus dem Granit des Johannisbergs erhalten, kunstvoll eingearbeitet in eine Glasskulptur. Für die künstlerische Ausgestaltung konnte dann der renommierte Glasmachermeister Xaver Hofmeister von der Glasmanufaktur in Atzmannsricht gewonnen werden. Diplom-Geologin Angela Wirsing suchte zusammen mit den Mitgliedern des Heimat- und Kulturvereins die dazugehörigen Gesteinsbrocken aus und ordnete sie in die Erdgeschichte ein.

Gleich 20 Trophäen für die nächsten 20 Jahre hat der engagierte Verein bei der Glasbläserei geordert und per Bus mit einer Delegation in Atzmannsricht abgeholt. Die Übergabe der Exemplare vor vier Jahren war eigebettet in einen feierlichen Rahmen eines Glashütten-Abend mit kulinarischen Schmankerln, Handwerksvorführungen und Musik. „Uns war wichtig, auch bei der Anfertigung des Preises auf Handwerk und Regionalität zu setzen", betont Vorsitzender Uli Piehler und ergänzt: „Jeder einzelne Pokal ist individuell angefertigt, denn keiner gleicht dem anderen."

Festakt am 30. Dezember abgesagt

Als genialer Rahmen für die Preisverleihung habe sich der Jahresrückblick des Heimat- und Kulturvereins kurz vor Silvester herauskristallisiert, lässt Uli Piehler wissen. Für 2020 sei nach seinen Aussagen bereits ein Preisträger gefunden, der allerdings bis zur Verleihung als großes Geheimnis gehütet werde. Heuer müsse laut Piehler die öffentliche Veranstaltung wegen Corona allerdings ausfallen. Ursprünglich war geplant, dass der Festakt am Mittwoch, 30. Dezember, um 19 Uhr in der Brauereigaststätte Märkl in Freudenberg stattfindet. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Sachen Corona muss die Veranstaltung abgesagt werden. Das Urgestein wird aber trotzdem bei passender Gelegenheit übergeben. Für die Öffentlichkeit gibt es eine Videoübertragung, wann und wie, das stehe dann in den Tagen zuvor in der Amberger Zeitung.

Zum Jahresende dreht sich wieder alles um das "Freudenberger Urgestein", die Trophähe in der Bildmitte. Ein Preisträger ist bereits gefunden. Die Verleihung soll auf jeden Fall stattfinden.

Die bisherigen Preisträger sind Hermann Koch, der 2017 für seine Verdienste um die Allgemeinheit als Dorffotograf und Aktivposten im Obst- und Gartenbauverein die Trophäe überreicht bekam, 2018 Franz Luber als Gründer der Hammerbachtaler Musikanten, Wegbereiter des Musikvereins, Pfarrgemeinde- und Gemeinderat und Martin Solfrank, der 2019 den Preis „Freudenberger Urgestein erhielt, weil er das Theaterspielen in Freudenberg ins Leben gerufen hat und viele Jahre die Landjugend geleitet und in der Pfarrgemeinde mitgewirkt hat.

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