07.02.2019 - 09:07 Uhr
FreudenbergOberpfalz

Nachbar-Raupe kommt zu Hilfe [Video]

Eine nicht alltägliche Solidaritätsaktion gab es Mittwochnacht in Freudenberg: Um den Skilift für die nahende Warmfront zu wappnen, kam die Schneeraupe vom drei Kilometer entfernten Rotbühl angefahren, um die Piste zu verdichten.

Die Junge Union hat die Raupen-Aktion eingefädelt.
von Uli Piehler Kontakt Profil

"Wenn wir die Piste von einer Raupe bearbeiten lassen, kann der Lift vielleicht zwei, drei Tage länger offen bleiben", sagt Johannes Gress. Ab Donnerstagabend soll die wärmere Luft auch in der Oberpfalz ankommen. Plusgrade und Nieselregen werden der Piste am Johannisberg zu schaffen machen. "Da ist es fraglich, ob wir mit dem Skibetrieb über das Wochenende kommen." Doch die Vorfreude auf das Skivergnügen war so groß und die weiße Pracht so dick: 40 Zentimeter hatte es in Freudenberg geschneit - fast zu viel für die Skifahrer, die sich am ersten Tag der Liftöffnung den Weg durch den Tiefschnee bahnen mussten.

Drei Kilometer entfernt sind professionelle Schnee-Macher am Werk. Am Langlaufzentrum Rotbühl betreibt der Skiclub Monte Kaolino fünf Schneekanonen und hält zwei große Pistenraupen für das Spuren der Loipen bereit. Dort arbeitet Markus Kraus als Schneemacher - ein alter Kumpel von Gress. "Ich habe ihn angerufen und gefragt, ob er helfen kann", erzählt Gress. "Da hat er nicht lange gezögert." Kraus fragte seinen Chef Thomas Heckmann und Gress informierte den Freudenberger Bürgermeister Alwin Märkl und schon war der Hilfseinsatz vereinbart.

Am Abend bahnte sich die Raupe ihren Weg über Forst- und Feldwege vom Rotbühl hinüber zum Johannisberg. Und bei eingeschaltetem Flutlicht machte sich Kraus daran, die Piste zu bearbeiten. Das Freudenberger Publikum zeigte sich begeistert. "Das ist ja wie in den Alpen", bescheinigte Skilift-Chef Josef Bauer seinem Kollegen vom Rotbühl. Etwa eine Stunde lang wälzte der 200 PS starke Pistenbully die Abfahrt platt, glich dabei Unebenheiten aus und schob frischen Schnee an kahle Stellen.

Als hilfreich erwies sich bei der Aktion die Unterstützung der Jungen Union, dessen Freudenberger Ortsvorsitzender Johannes Gress ist. Der Ortsverband übergab noch am Abend eine Spende als Ausleihgebühr für die Raupe und lud den Raupenfahrer zu einem Essen in den Gasthof Dotzler ein. "Vielleicht ist diese Kooperation ja auch in Zukunft möglich", freute sich Gress. "Der Freudenberger Lift könnte dabei nur gewinnen."

Einmal drübergefahren und die Piste ist perfekt.
So sieht die präparierte Piste aus.
Markus Kraus ist der Schneemacher vom Rotbühl.
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