Mit diesem aufbauenden Worten des französischen Autors empfing Märkl in der Aula der Grund- und Mittelschule Freudenberg Vertreter aus Politik und Wirtschaft, von Kirchen, Vereinen und Verbänden. Bevor die Hammerbachtaler Blous`n die gut besuchte Veranstaltung eröffnete, nahmen er und seine beiden Stellvertreter Franz Weiß und Benno Schißlbauer die Neujahrswünsche der Gäste entgegen.
Das Gemeindeoberhaupt ermunterte die Besucher ausdrücklich: „Agieren Sie statt nur zu reagieren.“ Gerade in einer Kommune sei es von großer Bedeutung, im ständigen Dialog zu stehen und zusammen am gemeinsamen Haus zu bauen. "Wir brauchen den Interessenausgleich und Kompromisse, um die Gemeinde weiter zu entwickeln, um große Projekte und große Aufgaben bewältigen zu können", betonte er. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die sich in Freudenberg zwischen den Unternehmen, den Vereinen sowie Gemeinderat und Verwaltung entwickelt habe, gehöre zu den Stärken der Gemeinde.
Wie Märkl versicherte, wisse er es sehr zu schätzen, dass so viele Firmen und Betriebe in der Region verankert seien. Sie alle agierten, wofür er ihnen dankte. Ein Meilenstein und richtungsweisend für die Zukunft sei definitiv der Wasserpakt mit der Stadt Amberg. Dessen Zustandekommen habe viel Engagement und Einsatz, viel Herzblut erfordert. Ohne penetrantes Nachverhandeln sowie der Hilfe von Außenstehenden hätten die darin vorgesehenen ehrgeizigen Ziele nicht in dieser Weise realisiert werden können, sagte Märkl. An dieser Stelle bedankte sich das Gemeindeoberhaupt ausdrücklich beim anwesenden Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny. Mammutaufgaben wie der Bau der Wasser- und Abwasseranlage in Immenstetten oder der Austausch der Brücke an der Johannisbergstraße ("ein Nadelöhr in Wutschdorf") ergänzen laut Märkl die Baumaßnahmen der langfristig gesicherten Wasserversorgung in den nächsten Jahren.
Doch genauso wichtig, wie solche Großobjekte sind seiner Meinung nach die vielen nicht ganz so prestigeträchtigen Vorhaben. Dazu zählt für den Bürgermeister mittelfristig unbedingt die Schaffung von bezahlbaren Baugebieten. "Doch was wäre ein Angebot an Bauland oder Wohnraum, wenn niemand hier leben möchte?", fragte er. Was die Gemeinde lebens- und liebenswert macht, brauche Aufmerksamkeit und Unterstützung. Hier nannte er zum einen eine verlässliche, moderne Infrastruktur für junge Familien, "wobei die Vergaberichtlinien für das Baugebiet Aschach genial, aber auch absolutes Neuland waren".
Für die älteren Mitbürger habe Freudenberg mit dem ehrgeizigen Projekt der beiden barrierefreien Etagen-Häuser mit zwölf Wohnungen ebenfalls "unerforschtes Gebiet beschritten", sagte der Bürgermeister. Glücklicherweise gut aufgestellt sei die Kommune mit Arztpraxis und Kinderkrippe, mit Schulen oder Treffpunkten und Sportstätten. Erfreulich sei die steigende Geburtenrate, zudem ziehe Freudenberg immer mehr Menschen an, die hier Wohnraum und/oder Erholung suchten. Immer mehr Kinder besuchten eine weiterführende Bildungseinrichtung. Nichtsdestotrotz werde heuer die Außensanierung der Schule Wutschdorf abgeschlossen und 2020 mit der Innensanierung begonnen.
"Die Gemeinde Freudenberg ist auf einem guten Weg", lautete Märkls Resümee. Doch ob alle Anstrengungen erfolgreich seien, hänge auch von der wirtschaftlichen und politischen Großwetterlage ab. In einer Zeit vieler Krisen und Umbrüche blickte Märkl in seiner teilweise philosophischen Rede über den Tellerrand der Kommunalpolitik hinaus. Seine Erkenntnisse daraus; „Dieses Land braucht keine Schlechtredner oder Schlechtschreiber oder Besserwisser. Dieses Land braucht Bessermacher.“
Nach einem kurzen Grußwort von Landrat Richard Reisinger konnten sich die Gäste am reichhaltigen Büffet stärken und sich den persönlichen Gesprächen widmen.














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