Mit Anwohnern, deren Grundstücksausfahrten direkt an der neuen Schulbushaltestelle liegen, haben sich die Gemeinderäte Rudolf Preitschaft, Andreas Koch (beide SPD) und Mathias Demel (Freie Wähler) getroffen. "Wir sind gegen die Verlegung der Bushaltestelle vom Kirchplatz hierher", führte Demel aus. Er und seine beiden SPD-Gemeinderatskollegen fürchten um die Sicherheit der Kinder. Diese Sorge teilen auch Anwohner.
Preitschaft führte die Hintergründe aus: Vor Ostern habe sich das Busunternehmen beschwert, dass die Busse angesichts der Verkehrssituation am Kirchplatz "nicht gescheit rumkommen". Dann habe es geheißen, eine Lösung müsse schnellstmöglich gefunden werden, so Demel. "Das Thema wurde dann aber zwei Monate auf Eis gelegt." Nach einer Verkehrsschau habe die Polizei angeordnet, dass die Schulbushaltestelle verlegt werden müsse. Wohin - das habe dann der Gemeinderat entschieden. Dass "die Alternativen gering sind", ist auch Demel bewusst.
"Wird vogelwild geparkt"
Deshalb favorisieren er und seine zwei SPD-Gemeinderatskollegen eine Lösung, die wiederum mit dem Kirchplatz zu tun hat. Nämlich, dort das Parken zu regeln und es nur noch in markierten Flächen zu erlauben. "Da wird vogelwild geparkt", schilderte Koch die jetzige Situation in diesem Bereich. "Da stellt sich jeder hin, wie er grad will", ergänzte Demel. Häufiges Argument der Leute, die sich außerhalb der eingezeichneten Flächen hinstellten, wenn sie kurz zum Bäcker oder Metzger wollen: "Da ist ja kein Halteverbot."
Deshalb finden die drei Gemeinderäte, dass es dort eine Regelung geben müsse. Dann dürfte es für den Schulbus kein Problem mehr sein, rumzukommen. "Eventuell müsste man einen Parkplatz aussparen", so Demel. Die drei Gemeinderäte können sich vorstellen, dass am Kirchplatz die Parkdauer beschränkt wird, zum Beispiel auf zwei Stunden. Diese Zeit halten die Kommunalpolitiker für ausreichend - "selbst wenn man in die Kirche geht oder zu einer Beerdigung kommt", sagte Preitschaft. Die drei Anwohner der Hauptstraße, die sich mit den Gemeinderäten über die Thematik unterhielten, könnten sich damit anfreunden.
"Unverantwortlich" nannte es Anlieger Alois Niebler, dass die Schüler an der Hauptstraße in den Bus einsteigen. Er sorgt sich nach eigenen Angaben um die Sicherheit der Kinder. "Muss erst was passieren?", fragte er. Denn das sei nur eine Frage der Zeit. Preitschaft berichtete von einem Gespräch mit einer Mutter. Diese habe ihm erzählt, dass die Kinder, wenn die Schule um 11.20 Uhr endet, dann bis 12 Uhr an der Hauptstraße stehen. In der Zeit stehen sie nicht diszipliniert in Reih und Glied, um auf den Bus zu warten, sondern laufen rum und toben. Alois Niebler nickte zustimmend. Diese Schilderung deckten sich mit seinen Beobachtungen. Am 7. Juni wurde die Haltestelle an der Hauptstraße eingerichtet. Nur drei Tage später sei es zu brenzlichen Situationen gekommen. "Das war zweimal haarscharf", berichtet er. "Da hat nicht mehr viel gefehlt." Die drei Gemeinderäte kritisierten auch, dass die Anwohner vorab nicht informiert worden seien. "Ein kurzes Schreiben hätte genügt", fand Preitschaft. "Ich hab's durch den Dorffunk gehört", sagte Robert Dotzler. "Ob es einem jetzt taugt oder nicht - eine kurze Info wäre angebracht gewesen." Niebler pflichtete seinem Nachbarn bei: "Normalerweise redet man mit den Leuten."
Bushäuschen geplant
Sowohl die Kommunalpolitiker als auch die Anwohner der Hauptstraße betonten, dass es ihnen rein um die Sicherheit der Kinder geht. "Das ist unser Anliegen", so Preitschaft. Auch wenn das Thema durch ist, weil der Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss gefasst hat und noch ein Bushäuschen als Unterstellmöglichkeit für die Kinder an der Hauptstraße aufgestellt werden soll, wollen die drei Kommunalpolitiker nicht aufgeben.
"Man könnte sich an einen Tisch setzen und nach Lösungsmöglichkeiten suchen, das Für und Wider diskutieren", sagte Demel. "Das Thema gehört sich in Ruhe diskutiert", fand auch Anlieger Rudolf Espach.













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