Dennoch erwarteten die Besucher die Ausführungen des Gemeindechefs zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung und zur Sanierung der Abwasserentsorgungseinrichtungen mit Spannung. Viele Jahre zogen sich die Verhandlungen mit den Stadtwerken Amberg (SWA), um zu einem wirtschaftlich sinnvollen Ergebnis für die Belieferung von Trinkwasser zu kommen.
Gleichzeitig wurde durch die Gemeinde die Erschließung für zwei eigene Brunnen im Bereich der Frei-hölser Senke im Schutzgebiet der SWA untersucht. „Nach langwierigen Verhandlungen konnten nun Verträge über die Belieferung mit Wasser für die Gesamtgemeinde Freudenberg durch die Stadtwerke Amberg und ein Vertrag für den Abschluss eines Wasserpaktes abgeschlossen werden“, legte Märkl dar. Nun könne ein Ergebnis präsentiert werden, das für beide Vertragsseiten Vorteile bringe. Hauptaugenmerk in den Verhandlungen seien stets die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Gemeindebürger gewesen, da die Wasserversorgung als kostenrechnende Einrichtung von ihnen zu finanzieren sei.
Im Vergleich zur Eigenerschließung von zwei Brunnen und dem Bau einer Aufbereitungsanlage mit den entsprechenden Verbindungsleitungen zu den Brunnen spare sich die Gemeinde – und damit deren Bürger – Investitionskosten von rund 2,1 Millionen Euro. Während die Gebühren für den Bezug von Trinkwasser von netto 1,45 auf nun 1,74 Euro/Kubikmeter für den Kalkulationszeitraum von 2018 bis 2021 angehoben wurden, seien für die anstehenden Bau- und Sanierungsmaßnahmen der Wasserversorgung, aber auch für die Abwasserentsorgung künftig „Verbesserungsbeiträge“ zu erheben.
Märkl veranschaulichte dies anhand einer vorläufigen Kalkulation. Das Beitragsbeispiel für ein Haus mit einer Geschossfläche von 350 und einer Grundstücksfläche von 800 Quadratmeter würde einen solchen Beitrag bei der Wasserversorgung rund 2800 und bei der Abwasserbeseitigung rund 1550 Euro nach sich ziehen. Über die Art der Finanzierung dieser Beiträge habe der Gemeinderat noch zu entscheiden.
Überrascht war Märkl freilich, dass beinahe alle Versammlungsteilnehmer bei einer Probeabstimmung für eine 100-prozentige Beitragsabführung und nicht für eine teilweise Gebührenbelastung votierten. In der anschließenden Diskussion sicherte der Bürgermeister eine transparente Darlegung aller Entscheidungsgrundlagen und Auswirkungen auf die Bürger zu.
Laufzeit 30 Jahre
Der Wasserpakt zwischen den Stadtwerken Amberg (SWA) und der Gemeinde Freudenberg stützt sich im Detail auf folgende Fakten:
Laufzeit 30 Jahre.
Die Gemeinde Freudenberg verzichtet auf den Bau eigener Brunnen im bestehenden Wasserschutzgebiet und beteiligt sich an den Kosten eines neuen Brunnens der SWA.
Die SWA bohren einen weiteren Brunnen. Die Investitionskosten teilen sich die SWA und die Gemeinde im Verhältnis 50 zu 50.
Die Unterhaltungs- und Wartungskosten sowie Ersatzinvestitionen tragen beide Parteien zu je 50 Prozent.
Die Gemeinde Freudenberg kann 20 Jahre nach Inbetriebnahme den Brunnen erwerben. Die Kaufpreisermittlung erfolgt durch einen unabhängigen Sachverständigen. Von diesem Wert hat die Gemeinde 50 Prozent zu bezahlen.
Bei Kontrollwechsel der SWA kann die Gemeinde den Brunnen vorzeitig erwerben.
Die SWA übernehmen die regelmäßigen Überprüfungen der Heizöltanks im Bereich Hiltersdorf und Paulsdorf. (sche)













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