Friedenfels
20.12.2018 - 16:14 Uhr

Angst nehmen, Hoffnung schenken

Wöchentlich bis zu 20 Stunden ehrenamtlichen Engagements bei den Maltesern sind für sie eine Selbstverständlichkeit. Doch nicht nur hier ist Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg im Einsatz.

Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg (Bildmitte) engagiert sich gerne. Wenn die Malteser-Helfer Dienst leisten, ist sie häufig mit vor Ort. Bild: bsc
Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg (Bildmitte) engagiert sich gerne. Wenn die Malteser-Helfer Dienst leisten, ist sie häufig mit vor Ort.

Ihr soziales Engagement ist seit vielen Jahren ungebrochen. Lange leistete die Gründerin und jetzige Ehrenpräsidentin der Deutschen Hospitalité Notre Dame de Lourdes, Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg, ehrenamtlichen Dienst im wohl weltweit meistbesuchten Wallfahrtsort Lourdes in Südwestfrankreich. Zeitgleich engagierte sie sich bei den Maltesern, wobei sie fast ein Jahrzehnt lang im Amt der Diözesanoberin stand und im Frühjahr dieses Jahres zur Diözesanleiterin im Bistum Regensburg ernannt wurde. Eine enge und freundschaftliche Zusammenarbeit verbindet sie hierbei mit den verschiedenen Einrichtungen des Malteser-Hilfsdienstes.

Ein ganz besonderes Anliegen ist Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg die Hospizarbeit. „Der Malteser Hilfsdienst setzt seit vielen Jahren Maßstäbe im Bereich der Hospizarbeit in Deutschland. In den letzten 25 Jahren hat der MHD ein bundesweit tätiges Netzwerk im Bereich der Hospiz- und Palliativarbeit aufgebaut, das mit einem vielfältigen Angebot Betroffene und Familien begleitet und stützt." Die Arbeit basiere auf einem abgestuften Konzept ambulanter sowie stationärer Hospiz- und Palliativarbeit für schwerstkranke Kinder, Jugendliche, Erwachsene und deren Angehörige. Insgesamt seien es derzeit bundesweit 105 Angebote.

Der Schwerpunkt liegt vielerorts im Bereich der Hospizarbeit für Erwachsene. An mehr als 30 Standorten wird jedoch auch ambulante Kinder- und Jugendhospizarbeit angeboten. Bei uns in der Diözese bieten wir diesen Dienst in Landshut an“, informiert Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg. Im Zuge des Malteser-Projekts „Gib mir 'n kleines bisschen Sicherheit“ erfolgt eine Annäherung an Themen wie Sterben und Tod. „Dieses Netzwerk unterliegt professionellen Strukturen und Standards, die weit über das rechtlich Geforderte hinausgehen. So gibt es seit über 20 Jahren eine eigene Fachstelle Malteser-Hospizarbeit." Hinzu kommen hospizspezifische Schulungs- und Tagungsangebote sowie Organisations- und Personalentwicklungskonzepte. Seit 2005 gibt es ein Malteser-Qualitätshandbuch im Bereich der Hospiz-, Palliativ- und Trauerarbeit. "Diese Erfahrung und Kompetenz ermöglicht es, höchste Qualität in der Hospizarbeit sicherzustellen“, so Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg.

„Die hohe und feste Kompetenz, die wir als Malteser im Bereich Hospiz-, Palliativ- und Trauerarbeit inzwischen haben, und die hohen Erwartungen, die wir Malteser an uns selbst stellen, führte uns nach dem Aufbau eines ambulanten Hospizdienstes nun zur Errichtung eines stationären Hospizes in Neustadt. Damit haben wir Malteser für die nördliche Oberpfalz nun ein Hospizzentrum, was uns in der heutigen Zeit enorm wichtig erscheint“, betont die Diözesanleiterin. „Der Tod hat viele Gesichter und bringt neben vielen Gefühlen zwei wichtige mit, die Angst und die Trauer. Wir Malteser werden mit unseren Hospizbegleitern in Angst und Trauer bei den Menschen sein.

In Weiden/Neustadt habe die Hospizarbeit der Malteser für die Diözese Regensburg ihre Wurzeln. Vielen Menschen sei Angst genommen, Hoffnung geschenkt worden. "Die Hospizarbeit der Malteser etabliert mit dem stationären Hospiz nun einen echten Leuchtpunkt in der Diözese. Von hier aus strahlt der Hospizgedanke durch die Malteser aus. Ich freue mich, dass wir rechtzeitig zum 20. Hospizdienst-Jubiläum in Weiden/Neustadt das stationäre Hospiz St. Felix eröffnen können", erklärt Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg. „Im Malteser-Hospiz St. Felix werden wir bei den Menschen sein bis zu ihrem natürlichen Lebensende und sie in ihrer Angst nicht alleine lassen. Hier werden wir Malteser mit unserem Trauer-Café bei den Menschen sein, die um ihre Verstorbenen trauern. Denn sie sollen merken, wie wichtig und wertschätzbar jeder Einzelne für sein Umfeld ist, selbst wenn ihnen Liebgewesene sie schon verlassen haben. Und unsere erstklassige Ausbildung zum Hospizhelfer werden wir weiter hier anbieten. Sterben gehört zum Leben - und wir geben nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben und Würde.“

Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg ergänzt: „Ein weiterer besonderer Dienst in unserer Diözese ist der Herzenswunschkrankenwagen, mit dem wir Malteser einen letzten Wunsch erfüllen. Menschen, die nicht mehr behandelt werden können und deren Sterben durch die Ärzte unmittelbar voraussehbar erklärt ist, dürfen sich noch einmal etwas wünschen. Eine Fahrt zu lange nicht gesehenen Kindern, eine Fahrt in die Alpen, eine Fahrt zum Königsee, und, und und. Unser Team mit Ärzten und Fachleuten bringt sie noch einmal dort hin.“ Um dies alles zu ermöglichen und unsere Dienste stets am Puls der Zeit zu leisten, benötigen wir Unterstützung in Form von Spenden", unterstreicht Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg. Weitere Infos zum Thema Hospiz oder Herzenswunschkrankenwagen erhalten Interessierte direkt beim Malteser Hilfsdienst in Friedenfels, Telefon 09683/9144 oder E-Mail adelheid.gemmingen[at]malteser[dot]org.

Diözesanleiterin Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg möchte auch in Zukunft noch viel für die Malteser bewegen. Bild: bsc
Diözesanleiterin Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg möchte auch in Zukunft noch viel für die Malteser bewegen.
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.