21.02.2020 - 15:14 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Aufgesetzte Schrift nun Pflicht

Die Gestaltung der Abdeckplatten auf der neuen Urnenanlage im Friedhof in Friedenfels stand im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung. Das Gremium fasste dazu einen Grundsatzbeschluss.

Die Namenstafeln über den 30 Grabplätzen um das Kreuz der Urnenanlage „Licht der Sonne“ müssen mit aufgesetzten Buchstaben beschriftet werden. Das beschloss der Gemeinderat nach intensiver Debatte.
von Bernhard SchultesProfil

Laut gültiger Friedhofssatzung ist die Gestaltung der Namenstafeln auf der Urnenanlage im Friedhof mit der Gemeindeverwaltung abzusprechen. Rückblick: Die im Herbst 2018 im Friedhof errichtete Urnenanlage "Licht der Sonne" wurde mit 30 Grabplätzen und aufliegenden Granit-Abdeckplatten ausgestattet. Ursprünglich war vorgesehen, dass alle Namenstafeln eine einheitliche Aufmachung und gleiches Aussehen aufweisen sollen. Da nun die ersten Urnengräber genutzt werden, musste der Gemeinderat eine Regelung treffen. Die Verwaltung hatte deshalb mehrere Muster erarbeitet und zusammen mit einem Granitbetrieb aufgesetzte Schriftzeichen aus Bronze empfohlen.

Das einstige Vorhaben, diese gleichförmig zu gestalten, missfiel aber in der Diskussion einigen Gemeinderäten. Otmar Zeitler (Freie Wähler) fragte deshalb, ob dies unbedingt sein müsse. Er meinte: "Das wäre eine Diktatur und außerdem sind alle anderen Grabstätten im Friedhof auch nicht einheitlich." Während Karl Wittmann (CSU) dem Ansinnen der Verwaltung zustimmte, rieten Manfred Wiese (CSU), Lisa Rauh (Bündnis 90/Die Grünen) und Oskar Schuster (Freie Wähler), den Erwerbern der Grabplätze gewisse Freiheiten bei der Ausstattung der Namensschilder zu geben. Aufgesetzte Schriftzeichen aus Bronze oder Aluminium hatten aber gegenüber einer vertieften Schrift, die gehauen oder gestrahlt in die Platten hätte eingebracht werden müssen, den absoluten Vorrang.

Nach einem weiteren Meinungsaustausch, wobei auch anwesende Zuhörer befragt wurden, einigte sich das Gremium auf folgenden Grundsatzbeschluss: "Die Namenstafeln für die Urnengräber 'Licht der Sonne' sind mit aufgesetzten Buchstaben zu beschriften. Der Beschriftungsentwurf ist vor der Umsetzung und dem Aufbringen auf dem Grabplatz in der Gemeinde zur Genehmigung einzureichen."

Kosten-Nutzen-Analyse

Zustimmung gab es beim Antrag der Fraktion "Bündnis 90/Die Grünen - Neue Wege" zur Errichtung einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Friedenfelser Feuerwehrhauses. Davor jedoch müssen zwei Fachfirmen eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellen und das Vorhaben bewerten. "Erst dann kann ein Aufbau erfolgen", war sich das Gremium einig. Lisa Rauh und Karl Zeh (Bündnis 90/Die Grünen - Neue Wege) brachten bei der Antragstellung das Vorhaben auch den anwesenden Zuhörern näher: "Bedingt durch die mit Strom betriebene Heizung fallen im Feuerwehrhaus jährlich enorme Stromkosten an. Das Dach mit einer Süd-Ost-Ausrichtung würde sich zum Betrieb einer PV-Anlage anbieten. Die Südseite des Satteldaches hat eine Fläche von rund 120 Quadratmeter. Der Ertrag wird auf 14.000 bis 20.000 Kilowattstunden im Jahr geschätzt."

Die Nordseite könnte durch eine Aufständerung ebenfalls genutzt werden. Auch gebe es mehrere Möglichkeiten, den erzeugten Strom selbst zu nutzen. Ein Grundbedarf könnte durch Speicherung nachts abgedeckt werden. In der Sommerzeit würde das unmittelbar angrenzende Schwimmbad davon profitieren, so die Argumentation der beiden Antragsteller.

Unverändert weitergeführt wird das Förderprogramm für Familien mit Kindern beim Kauf von gemeindlichen Grundstücken für Wohnzwecke. 2009 wurde die Gewährung einer Förderung von 2000 Euro pro Kind unter 12 Jahren bei Baubeginn für alle gemeindlichen Grundstücke beschlossen. "Bislang wurde die Förderung jedoch noch nicht in Anspruch genommen", wussten Bürgermeister Gottfried Härtl und Regina Wildenauer von der Gemeindeverwaltung. Von der angedachten Änderung des damaligen Beschlusses wurde nach einer kurzen Aussprache abgesehen, weil die Förderung weiterhin als Kaufanreiz gesehen wird, meinte die Mehrheit im Gremium.

Genehmigt wurde der Tekturplan der Schlossbrauerei Friedenfels auf Nutzungsänderung beim bestehenden Steingutlager (künftig Getränkelager). Einvernehmen herrschte auch hinsichtlich der örtlichen Rechnungsprüfung für die Jahre 2003 bis 2007. Hierbei wurden die Entlastungsbeschlüsse durch das Gremium einstimmig gefasst.

Frei befahrbar

In diesem Jahr frei befahrbar bleibt die Staatsstraße 2169 Friedenfels-Wiesau. Wie Bürgermeister Gottfried Härtl am Ende der Gemeinderatssitzung informierte, wird der geplante restliche Ausbau der Staatsstraße 2169 zwischen Voitenthan und Friedenfels in diesem Jahr nicht erfolgen. Das Staatliche Bauamt hatte in den zurückliegen Tagen die Kommune darüber informiert. Ursprünglich war der Restausbau für dieses Teilstück ab April 2020 vorgesehen.

Ja hieß es zum Antrag der Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen – Neue Wege“ auf Errichtung einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Feuerwehrhauses.

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