18.02.2021 - 14:58 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Corona trifft die Frauenreuther Schützen hart

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Die Pandemie zwingt das vielfältige Vereinsleben der Frauenreuther Sportschützen in die Knie. Auch 2021 wird es wohl keine großen Wettbewerbe, Feiern und Feste geben. Mit Zusammenhalt, Mut und Zuversicht blickt man dennoch in die Zukunft.

Nachdem das Maibaumaufstellen (hier ein Bild aus dem Jahr 2019) des Schützenvereins Frauenreuth wegen der Corona-Pandemie schon 2020 ausgefallen ist, wird es vermutlich auch heuer kein Frühlingssymbol auf dem Dorfanger in Frauenreuth geben.
von Bernhard SchultesProfil

„Corona ließ ein reguläres Vereinsleben im Sportjahr 2020 nicht zu. Nur wenige Schießwettbewerbe, keine geselligen und großen Veranstaltungen." Die von den Schützen betriebene Pflege von Brauchtum und Traditionen musste größtenteils entfallen, beklagen Mitglieder und Verantwortliche des Vereins. Wie bei zahlreichen anderen Vereinen führten die Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie dazu, dass die Frauenreuther Sportschützen auf vieles verzichten mussten, was sie allwöchentlich gewohnt waren und zusammenführte. Freitag war immer ein fester Termin der aktiven Schützen und Schützinnen: Da traf man sich im Schützenheim zum Übungsschießen und zu einer anschließenden gemütlichen Unterhaltung.

Spaß-Wettbewerbe

Trotz der schwierigen Zeiten in den zurückliegenden Monaten suchten die beiden Vereinsvorsitzenden Wolfgang Schlicht und Adrian Käß nach Möglichkeiten, um das Vereinsleben einigermaßen aufrechtzuerhalten. Spaß-Wettbewerbe, die bei den Mitgliedern daheim in der Wohnung statt mit dem Gewehr mit Würfeln ausgetragen wurden, oder das Aufstellen von kleinen Maibäumen in den heimischen Gärten gehörten hierzu. Vergebens hingegen waren die Bemühungen um regelmäßige Trainingseinheiten nach den Beschränkungs-Lockerungen im vergangenen Sommer. Bereits nach fünf Wochen musste der Übungsbetrieb im Schützenheim wieder eingestellt werden.

"Der Schutz und die Gesundheit der Mitglieder standen an erster Stelle."

Vorsitzender Wolfgang Schlicht

Das gesellschaftliche Miteinander blieb auf der Strecke. Der Aufenthaltsraum blieb nämlich geschlossen, Getränke durften nicht ausgegeben werden. Auch am Schützenstand gab es zahlreiche Auflagen. Zum Training stand nur jeder zweite Stand zur Verfügung. Die Entscheidung ist den Verantwortlichen nicht leicht gefallen. "Doch der Schutz und die Gesundheit der Mitglieder standen an erster Stelle", betont Vorsitzender Wolfgang Schlicht im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Aus Sicherheitsgründen wurde auch die Rundenwettkampf-Saison eingestellt. Dies bedauerten neben den aktiven Schützen auch die Sportleiter des Vereins, Daniel Kaßeckert und Bernhard Stock. Mit viel Engagement und Ideen bereicherten sie seit Jahren sportliche Wettbewerbe, veranstalteten Schnupperkurse bei anderen Vereinen, schufen Möglichkeiten zu Gastschießen mit neuen Waffengattungen und setzten Siegerehrungen öffentlichkeitswirksam in Szene.

Durchhalten

Bernhard Stock: „Als aktiver Sportschütze kann man zu Hause versuchen, wie in nahezu allen anderen Sportarten auch, durch spezifische Trainingsmethoden seinen Leistungsstand zu halten. Dies ersetzt auf Dauer jedoch nicht den aktiven Schießstand-Besuch. Deshalb lautet unsere Devise: durchhalten und sich auf eine nach der Pandemie neue spannende Sport- und Wettkampfsaison freuen."

Schlimm hat es die beiden Rundenwettkampfleiter Elena Schlicht und Reinhard Schwarz getroffen. Die beiden Frauenreuther organisierten 2019 zum letzten Mal die Steinwaldrunde des Schützengaus – ein Wettbewerb für Schützen über 60 Jahre. Ob dieser beliebte Oldie-Wettbewerb nach der Corona-Pandemie wieder in der gewohnten Weise durchgeführt werden kann, bleibt abzuwarten, meint Reinhard Schwarz.

Gesellige Aktivitäten sehen die beiden Vorsitzenden Wolfgang Schlicht und Adrian Käß in weite Ferne gerückt. Für ein Maibaumfest 2021 auf dem Dorfanger in Frauenreuth haben sie wenig Hoffnung, wie sie im Gespräch mit Oberpfalz-Medien übereinstimmend sagen. „Obwohl die Zahl der mit Corona infizierten Personen bis zur Maibaumaufstellung vermutlich weiter zurückgeht, ist eine Durchführung einer derartigen Veranstaltung wahrscheinlich zum zweiten Mal in der langen Vereinsgeschichte nicht möglich.“ Nicht vorstellen können sich Schlicht und Käß dabei vor allem das Aufstellen mit den Stangen. „An diesen Hilfsmitteln zum Aufstellen unseres Frühlingssymbols stehen alljährlich dicht gedrängt viele Vereinsmitglieder und Helfer, um den Baum auf Kommando in die Höhe zu hieven.“

Keine Chance hat wohl auch das mittlerweile traditionelle Weinfest des Schützenvereins. Oft über 200 Besucher bevölkerten den Biergarten beim Vereinslokal, der extra für den Festtag umfangreich und dekorativ in eine Weinlaube umfunktioniert wurde. Der frühere Bürgermeister Gottfried Härtl lobte mehrfach bei Zusammenkünften und Jahreshauptversammlungen des Vereins das breite Engagement der Sportschützen. „Eure ehrenamtlichen Arbeitseinsätze, die Zusammengehörigkeit sowie eure Brauchtumspflege ermöglichen alljährlich, dass am Dorfanger in Frauenreuth ein Maibaum errichtet wird und zur Weihnachtszeit ein stattlicher Christbaum zur Freude der Bevölkerung leuchtet.“

Der Einsatz der Mitglieder ermöglichte zudem zahlreiche Veranstaltungen, die den Friedenfelser Ortsteil Frauenreuth in den Blickpunkt rückten. So war der Schützenverein 2016 der große Helfer und Unterstützer der Dorfgemeinschaft bei der 675-Jahr-Feier in Frauenreuth. Und auch der Bau eines neuen Buswartehäuschens für die Kinder ist anzuführen.

Meisterschaften

Die Sportschützen wollen nach der Pandemie schnellstmöglich zurück zum von früher gewohnten sportlichen Alltag im Verein, wie Vorsitzende und Sportleiter hervorheben. An der Deutschen Meisterschaft halten derzeit die Verbände noch fest, so dass auch eine Landesmeisterschaft (in abgespeckter Form) vom Oberpfälzer Schützenbund durchgeführt werden soll, weiß Bernhard Stock. Inwieweit jedoch Qualifikationsergebnisse hierzu verwendet werden können, bleibe abzuwarten.

Auf jeden Fall anknüpfen möchten die Frauenreuther Sportschützen baldmöglichst an ihre Trainingstage im Schützenheim, so Vorsitzender Wolfgang Schlicht. „Unsere Mitgliederzahlen sind stabil geblieben. Austritte hatten wir in den letzten beiden Jahren keine. Einzig die Altersstruktur der Mannschaften und der derzeit fehlende Nachwuchs bereiten leichte Sorgen“, erklärt Wolfgang Schlicht. Um Nachwuchsgewinnung und neue Mitglieder will man sich deshalb nach Corona verstärkt bemühen.

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Friedenfels
Sobald es Corona zulässt, wollen die Aktiven des Schützenvereins Frauenreuth wieder zurück an den Schießstand. Bereits im zurückliegenden Sommer durfte man nach den Lockerungen das Training für kurze Zeit ausüben.
Neben Sport- und Wettkampfschießen bringen bei den Frauenreuther Sportschützen vor allem die Spaß- und Jahreszeiten-Wettbewerbe viel Abwechslung. Ob beim Faschingsschießen (Bild), Kirchweih-, Nuss-, Rauchfleisch- oder Nikolausschießen - stets war das Vereinslokal gut gefüllt.

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