15.05.2019 - 12:10 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Fenchel für heimische Schmetterlinge

Bei der Aktion „Fenchelpflanzen für den Schwalbenschwanz“ des Vereins "Kulturlandschaft Südlicher Steinwald" gingen am Samstag 1050 Pflanzen über den Tresen.

Viele Bürger unterstützten erneut das Angebot „Fenchelpflanzen für den Schwalbenschwanz“ des Vereins "Kulturlandschaft Südlicher Steinwald". Die Vereinsmitglieder Robert Mertl (vorne links) und Siegfried Steinkohl (rechts) verpackten die Pflanzen und gaben Tipps für das Anwachsen.
von Bernhard SchultesProfil

Zum vierten Mal in Folge bemühen sich die Mitglieder des Vereins "Kulturlandschaft Südlicher Steinwald" unter Organisation von Monika und Robert Mertl um den Fortbestand des Schwalbenschwanzes, einer der größten und schönsten heimischen Schmetterlinge. Die beiden Naturliebhaber hatten zusammen mit Siegfried Steinkohl alle Hände voll zu tun, um bei der Aufteilung der Pflanzen den Wünschen der Interessierten gerecht zu werden.

Mit der Aktion will der Verein "Kulturlandschaft Südlicher Steinwald" den Erhalt des Schwalbenschwanzes fördern. Um sich fortzupflanzen und überleben zu können, ist dieser Schmetterling auf bestimmte Pflanzen wie den Gemüsefenchel angewiesen. Auf diesen legt er nämlich besonders gerne seine Eier ab.

Bis zu zehn Pflanzen konnte jeder Besucher ordern. Ein Großteil war aber auch mit der Hälfte der Abgabemenge zufrieden und wollte sich vom Ergebnis in den nächsten Monaten überraschen lassen. Robert Mertl freute dabei besonders, dass sich in diesem Jahr das Verbreitungsgebiet enorm erweitert hat. Außer vielen Friedenfelsern kamen am Samstag Interessierte aus 30 weiteren Orten des Landkreises und darüber hinaus (sogar aus dem Bereich Bayreuth) dazu.

„Von Waldsassen bis nach Speichersdorf und Neusorg reicht mittlerweile unsere Pflanzenaktion“, wusste Robert Mertl. Festgehalten wurden wieder alle Orte. Monika und Robert Mertl verzeichneten auf ihrem Anwesen den ganzen Nachmittag über regen Publikumsverkehr. Zudem gab es Tipps und Pflegeanleitungen. Neben dem Kindergarten Friedenfels und der Mittelschule Mitterteich, die sich auch heuer wieder an dem Projekt beteiligen, kam in diesem Jahr die Grundschule Friedenfels und der Reslgarten in Konnersreuth dazu, was selbstverständlich für Freude sorgte. Hauptsponsor der diesjährigen Aktion war Eckhard Deutschländer aus Fuchsmühl, dem die Vereinsverantwortlichen bereits zu Beginn der kostenlosen Ausgabe herzlichst dankten.

Freude herrschte bei der dreistündigen Aktion natürlich über zahlreiche Neuinteressierte, die das Angebot für ihren Garten annahmen. Zur ersten Fenchelauspflanzung gab es Ratschläge und Informationen über den „fliegenden Edelstein“, wie der Schmetterling oft genannt wird. Laut Robert Mertl sollten die Pflanzen an einem sonnigen Ort bis in den späten Herbst stehen bleiben, ohne geerntet zu werden. Wer das Gemüse noch nicht kenne, dürfe eine Knolle kosten, sollte aber die Wurzel stehen lassen, damit das Kraut wieder nachwachse und die zweite Schmetterlingsgeneration erneut frische Pflanzentriebe finde, erklärte der Schriftführer des Vereins "Kulturlandschaft Südlicher Steinwald". Den Gemüsefenchel nehme der Schwalbenschwanz besonders gerne an, um seine Eier abzulegen.

Beruhigend war für so manchen neuen Abholer die Aussage: „Fraßschäden an anderen Gartenpflanzen sind nicht zu befürchten, da der Falter seine Eier einzeln ablegt und nie in ganzen Gruppen.“ Im Herbst seien die Fenchelpflanzen zudem ein schöner Blickfang mit den großen Blütendolden und ihren Samenständen. Der Verein "Kulturlandschaft Südlicher Steinwald" ist zudem dankbar, wie Robert Mertl erklärte, wenn Beobachtungen über den fliegenden Falter, die Eiablage, Raupen oder Puppen gemeldet werden. „So können wir uns ein Bild über die Verbreitung des Falters in unserer Umgebung und seine zeitlichen Aktivitäten machen und wissen genau, ob die Aktionen unseres Vereins hilfreich waren.“

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