23.03.2021 - 12:04 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

"Flüssiges Gold" aus Neuseeland begeistert Friedenfelser Jungunternehmer

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Fabian Schultes aus Friedenfels hat sich mit einem süßen Produkt selbstständig gemacht. Der gelernte Bankkaufmann verkauft Manuka-Honig aus Neuseeland. Sein Firmenstart im Januar verlief vielversprechend - trotz Corona.

Vor der Firmengründung befasste sich Fabian Schultes (rechts) ausführlich mit dem Thema Manuka-Honig. Per Hubschrauber ging es auch in die weiten Täler am Fuße des sagenumwobenen Mount Egmont in der neuseeländischen Region Taranaki.
von Bernhard SchultesProfil

Eine eigene Firma war schon immer der Traum von Fabian Schultes. Bereits während des Studiums an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Regensburg reifte die Idee. Fabian Schultes hat außerdem eine Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen. Obwohl er diese besonders erfolgreich absolviert hatte und von der IHK Regensburg als Oberpfalz-Bester ausgezeichnet worden war, „wurde der Drang, etwas Eigenes aufzubauen immer größer“, berichtet der junge Friedenfelser im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Der Studiengang „International Relations and Management“ an der OTH Regensburg verpflichtete ihn, auch im Ausland tätig zu sein. Über die Arbeit in Tschechien und Peru knüpfte er Kontakte in weitere Länder. Zudem packte ihn privat das Reisefieber. Fabian Schultes unternahm auch mehrere Sprachreisen, um seine Englisch-Kenntnisse zu verbessern. Ein Stipendium ermöglichte ihm, Neuseeland zu besuchen. Kurz vor diesen Reisen wurde er erstmals auf Manuka-Honig aufmerksam. Stutzig machte ihn dabei vor allem der Preis für ein Glas Honig, das zwischen 30 und 150 Euro kostet.

6000 Bienenstöcke

Fabian Schultes fragte sich, was ist das für ein Honig und wer kauft ihn? Er sammelte Informationen und nahm bei einer weiteren Sprachreise, die ihn wieder nach Neuseeland führte, Kontakt zu Imkern auf. Bei James & Toby Annabell, einer Imkerei mit über 6000 Bienenstöcken, verschaffte er sich die ersten Einblicke, durfte hinter die Kulissen schauen und wurde in die Arbeit der Imkerei eingeführt. Beeindruckend war dabei, dass die Imker zu ihren Bienenstöcken nicht wie hierzulande zu Fuß oder, wenn etwas abseits in freier Natur gelegen, mit dem Auto unterwegs sind, sondern in die Luft gehen. Fabian Schultes: „Mit dem Hubschrauber flogen wir in die weiten Täler am Fuße des sagenumwobenen Mount Egmont in der neuseeländischen Region Taranaki. Hier präsentierten sich die rosarot blühenden Manuka-Sträucher. Die Stille an diesem weitgehend unberührten Fleck Erde wurde nach dem Verlassen des Hubschraubers nur von dem Surren der Bienen durchbrochen, die den kostbaren Nektar aus den Blüten des Manuka-Strauchs einsammelten.“

Wertvolle Inhaltsstoffe

„All die Arbeiten und wochenlang gesammelten Eindrücke waren für mich ein Grund, das wertvolle Naturprodukt in Deutschland noch bekannter zu machen." Fabian Schultes erklärt: „Der echte Manuka-Honig stammt ausschließlich aus Neuseeland und kleinen Teilen im südöstlichen Australien. Nur hier ist die Manuka-Pflanze beheimatet. Der Name Manuka stammt bereits von den Maori, die der Manuka-Pflanze schon sehr früh ihre Aufmerksamkeit widmeten. Die Maori wussten um die wertvollen Inhaltsstoffe. Aus den Blüten stammt der Nektar für diesen unvergleichlichen Honig."

Der 28-jährige Jungunternehmer betont weiter: „Das Besondere am Manuka-Honig liegt in dem natürlich enthaltenen Methylglyoxal, MGO abgekürzt. Anders als bei herkömmlichen Honigen ist Methylglyoxal in einer sehr viel höheren Konzentration in Manuka-Honigen enthalten. Honige aus dem Supermarkt erreichen häufig lediglich einen MGO-Wert von 20 Milligramm pro Kilogramm, wohingegen Manuka-Honige mit bis zu 800 Milligramm MGO pro Kilogramm auftrumpfen kann."

Der Preis von Manuka-Honig variiere je nach MGO-Gehalt. Hinzu komme, dass der Manuka-Strauch nur zwei bis sechs Wochen im Jahr blühe und nur innerhalb dieser Zeit könnten Bienen den Nektar des Manuka-Strauches ernten. Manuka-Honig wirke antiseptisch, antioxidativ und wundheilend. Bevor der Honig zu den Verbrauchern komme, müsse er umfangreiche Tests bestehen.

Abnehmer des begehrten Honigs sind vor allem Reformhäuser, Bioläden und Apotheken in ganz Deutschland. Doch auch für Privatleute hat er ein Glas parat, wie Fabian Schultes im Gespräch mit Oberpfalz-Medien sagt. „Wenn es auch ein wenig gedauert hat, bis alle behördlichen Unterlagen bis zur Firmengründung zusammen waren, der Start verlief trotz Corona vielversprechend."

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Friedenfels

„Mit dem Hubschrauber flogen wir in die weiten Täler am Fuße des sagenumwobenen Mount Egmont."

Fabian Schultes

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Kommentare

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Ulla Britta Baumer

Tolle Sache, dieser neue Manuka-Honig, den es bei uns bisher noch nicht gab. Nur sollte bei der Einfuhr auch bedacht werden, dass Honig aus Neuseeland nicht wirklich "gesund" sein kann und schon gar nicht umweltfreundlich. Neuseeland ist der Punkt auf unserer Erde, der von der Oberpfalz am weitesten entfernt ist. In Zeiten von Klimawandel und in Zeiten von in schwindelnder Geschwindigkeit schwindenden Rohstoffen und Ressourcen ist jeder, dem seine Umwelt am Herzen liegt, angehalten, solche ungeheuerlich weiten Frachtwege für nicht wirklich lebensnotwendige Produkte (also für Luxusware) zu hinterfragen. Was auch immer die wertvollen Stoffe dieses Honigs sein mögen: In der Gesamt-Umweltbilanzwertung schneidet unser Oberpfälzer Honig (8 Euro) beim Vergleich mit einem gekauften Neuseeländer Honig ( 30-150 Euro) in jeder Hinsicht als absolut gesünder, umweltfreundlicher und klimaschonender ab. Ein Vorschlag im Sinne unserer Mutter Erde: Sollen die Neuseeländer ihren kostbaren Manuka-Honig essen und wir essen unseren kostbaren Oberpfälzer Honig. Alle sind glücklich und unsere arg gebeutelte Umwelt auch.

23.03.2021