Friedenfels
25.07.2021 - 14:33 Uhr

Freie Wähler im Landkreis Tirschenreuth: Bernhard Schmidt neuer Vorsitzender

Gisela Kastner trat nicht mehr an. Sieben Jahre lang war sie an der Spitze der Freien Wähler. Dass ihre Wahl damals für sie eher überraschend war, ließ sie bei der Kreisversammlung in Friedenfels durchblicken.

In Friedenfels ist der Vorstand der Freien Wähler auf Kreisebene neu gewählt worden. Von links Dominik Kuchler, Petra Schuster, Johann Wurm, Kreisvorsitzender Bernhard Schmidt, Reinhard Ernstberger und Hermann Schraml. Bild: kro
In Friedenfels ist der Vorstand der Freien Wähler auf Kreisebene neu gewählt worden. Von links Dominik Kuchler, Petra Schuster, Johann Wurm, Kreisvorsitzender Bernhard Schmidt, Reinhard Ernstberger und Hermann Schraml.

Der Kreisverband der Freien Wähler hat einen neuen Vorsitzenden: Bernhard Schmidt aus Erbendorf. Einstimmig gewählt wurde er als Nachfolger der „Grand Dame“ der Freien Wähler, Gisela Kastner aus Waldershof. Sie verzichtete nach sieben Jahren an der Spitze des Kreisverbandes auf eine erneute Kandidatur, bot dem Kreisverband jedoch auch weiterhin ihre Unterstützung an. Mit Max Bindl kandidierte ein weiteres „Urgestein“ der Freien Wähler nicht mehr: Der Bürgermeister der Marktgemeinde Konnersreuth war 21 Jahre lang Schriftführer im Kreisverband. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder Dominik Kuchler aus Kastl.

In ihrem Rechenschaftsbericht erinnerte Gisela Kastner an die Kommunalwahl: Freie Wähler hätten in vielen Gemeinden Verantwortung übernommen. Von elf Bürgermeisterkandidaten seien vier gewählt worden – Max Bindl (Konnersreuth), Johann Burger (Leonberg), Werner Prucker (Reuth) und Oskar Schuster (Friedenfels, neu). Im Kreistag stellten Freie Wähler elf Mandate. Leider habe es Ely Eibisch nicht geschafft, den Landratsposten zu übernehmen. "Zum Verlieren gehört Mut und Stärke, du verlierst aber nichts von deiner Persönlichkeit“, so Kastner an Eibisch gewandt.

Hans Klupp der "Papa"

Einblick in die Finanzen des Kreisverbandes gewährte Schatzmeister Reinhard Ernstberger. Vor den Wahlen erklärte Gisela Kastner, dass sie nicht mehr antreten werde. Sie sei damals zum Posten der Kreisvorsitzenden gekommen wie sprichwörtlich die Jungfrau zum Kind. Hans Klupp, so Kastner scherzhaft, sei der „Papa“ dafür gewesen. Sie habe in den vergangenen sieben Jahren stets versucht, das Miteinander mit den Ortsverbänden herauszustellen. Dies sei ihr hoffentlich gelungen. Vor den Neuwahlen wurden Gisela Kastner und Max Bindl jeweils mit einem Geschenk verabschiedet.

Bei den Neuwahlen wurde in geheimer Abstimmung Bernhard Schmidt zum Kreisvorsitzenden gewählt. Stellvertreter sind Hans Wurm (Waldsassen), Hermann Schraml (Kemnath) und (neu) Petra Schuster aus Kemnath. Schriftführer ist künftig Dominik Kuchler aus Kastl, Schatzmeister bleibt Reinhard Ernstberger (Konnersreuth). Zu Kassenprüfern wurden Michael Zapf und Ottmar Zeitler gewählt. Pressereferent ist künftig Fabian Keppler-Stobrawe aus Erbendorf.

Die "goldene Mitte"

Bundestagskandidat Tobias Groß lobte die scheidende Kreisvorsitzenden: "Wenn Gisela Kastner den Raum betritt, sind alle weg“, sagte er und bescheinigte ihr eine hervorragende Arbeit. "Dein Nachfolger tritt in große Fußstapfen.“ Das große Ziel der Freien Wähler bei der anstehenden Bundestagswahl sei die „goldene Mitte, die Vernunft“. Er hoffe, dass dies in Berlin ähnlich gelingen möge wie in Bayern. "Wir fordern mehr Windkraft, mehr Wasserstofftechnik", so der Sprecher. Dafür leisteten Freie Wähler solide Basisarbreit. "Dies müssen wir auch in Berlin machen“.

Der stellvertretende Landesvorsitzende Hans Martin Grötsch überbrachte die Grüße von Landesvorsitzendem Hubert Aiwanger und forderte alle auf, auf Aiwangers Zug aufzuspringen. Die Wasserstofftechnologie berge enormes Potenzial. Dies gelte es zu nutzen; es sei schon viel Zeit verloren worden. Pläne gebe es bei den Freien Wählern schon seit 2007. Statt die Bahnstrecken zu elektrifizieren, sollten Züge mit Wasserstoff betrieben werden. „Berlin braucht Sachpolitik, gesunden Menschenverstand und die Mitte“, so Grötsch. Dies alles verkörperten die Freien Wähler.

Mit Geschenken verabschiedet wurden Gisela Kastner, die sieben Kreisvorsitzende war, sowie Max Bindl. Er war (21 Jahre lang Schriftführer der Freien Wähler im Kreisverband. Bild: kro
Mit Geschenken verabschiedet wurden Gisela Kastner, die sieben Kreisvorsitzende war, sowie Max Bindl. Er war (21 Jahre lang Schriftführer der Freien Wähler im Kreisverband.
Stellvertretender Landesvorsitzender Hans Martin Grötsch bescheinigte Gisela Kastner eine hervorragende Arbeit gemacht zu haben Bild: kro
Stellvertretender Landesvorsitzender Hans Martin Grötsch bescheinigte Gisela Kastner eine hervorragende Arbeit gemacht zu haben
 
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